Am 3. Oktober feiern Chöre mit „Deutschland singt“ den Frieden und die Wiedervereinigung. Auf den ersten Blick wirkt die Aktion nicht religiös, doch Liedwahl und Unterstützer zeigen: Der Glaube steckt im Kern.

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Auf Marktplätzen von Städten und Dörfern in ganz Deutschland soll sie stattfinden, die Aktion „3. Oktober – Deutschland singt“. Das Datum ist in doppelter Hinsicht bedeutungsträchtig: Zum einen ist der 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit. Vor 30 Jahren kam es zur Wiedervereinigung. Zum anderen herrscht 2020 seit 75 Jahren Frieden in Deutschland. Beide freudige Ereignisse sollen an diesem Tag dankend besungen werden. Die Projektträgerschaft hat der Bundesmusikverband Chor & Orchester inne.

Voraussetzungen zum Mitmachen gibt es kaum. Eingeladen sind nicht nur Chöre, sondern auch Gemeinden, Musikgruppen, Bands, Vereine, Musikschulen und viele mehr. Nur einige wenige Eckpfeiler des Programms sind festgelegt. Beispielsweise soll es Kerzen geben – als historisches Zeichen in Anlehnung an die Kirchen während der „Friedlichen Revolution“ 1989  -, die Startzeit ist 19 Uhr und die ersten Lieder sind festgelegt. Sonst sind alle Veranstalter frei, das Event auszubauen. Die zentrale Initiative gibt Hilfsmittel wie Liederhefte, Playbacks oder Tipps fürs Spendensammeln.

Viele Kirchenlieder

Mit den historischen Ereignissen als Anlass ist der Ursprung der Aktion ein sozial-politischer. Aber bereits die Liederliste zeigt, dass die Veranstaltung auch christlich geprägt ist. „Nun danket alle Gott“ ist bereits das zweite Lied, außerdem gehören „Von guten Mächten“ und „Der Mond ist aufgegangen“ zu den zehn gemeinsamen Stücken. Als zusätzliches Lied für das weitere Programm empfehlen die Veranstalter „Danke Deutschland“ von der christlichen Band „Könige & Priester“.  Nicht zuletzt hat es das Lied „Hevenu Shalom Alechem“ auf die Liederliste geschafft – als Zeichen gegen Antisemitismus.

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Auch die Unterstützerinnen und Unterstützer kommen zum Großteil aus der christlichen Szene. Partner sind unter anderem die Stiftung Creative Kirche, die für das Martin-Luther-King-Musical verantwortlich zeichnete, außerdem der CVJM, der Chorverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Evangelische Allianz. Schirmherr ist Heinrich Bedford-Strohm, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland.

Kallauch und Bailey als Unterstützer

In den Werbevideos erzählt dann auch der Christ und Kinder-Entertainer Daniel Kallauch: „Als Kind bin ich in einem anderen Land aufgewachsen und deswegen schätze ich es ganz besonders, in Deutschland leben zu dürfen.“ Und die christliche Musikerin Judy Bailey sagt: „Nach dieser crazy Zeit wird es uns, glaube ich, sehr gut tun, zusammenzukommen, zusammen zu feiern und zusammen zu singen. Wir setzen gemeinsam ein Zeichen für Dankbarkeit in unserem Land.“

Corona soll für die Aktion kein Hindernis darstellen. „Wir singen zur Not auch vom Balkon und Fenster oder als virtueller Chor, falls die Coronakrise am 3. Oktober eine öffentliche Feier auf den Marktplätzen noch nicht ermöglicht“, sagt Projektleiter Bernd Oettinghaus. Über 150 Chöre und Veranstaltungen sind laut Webseite bereits angemeldet. Interessierte können sich über die Homepage 3oktober.org informieren. (nate)

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