Was kann Kirche gegen sinkende Glaubwürdigkeit und immer weniger Mitglieder tun? Jonas Goebel hat einen Vorschlag: Eine Doppelstrategie aus Verkündigung und Diakonie. Der Pastor aus Norddeutschland nimmt an vielen Stellen ein Ungleichgewicht darin war, wie Kirche Diakonie lebt und Diakonie Verkündigung. Eine gesunde Balance würde Kirchen wieder glaubwürdig(er) machen, sagt er.

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11 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Wenn sich die Verkündigung auf linksliberale politische Statements beschränkt, dann hilft diese Doppelstrategie auch nicht. Es wäre schön, wenn es wieder mehr Raum für das Evangelium geben würde, die Kernbotschaft der Christenheit. Und für die Werte, die Jesus vertreten hat…

    • Bitte nicht immer diese Klischees

      Lieber Dan Voss,
      ich bin gar nicht links oder linksliberal. Aber es erschließt sich mir nicht, warum linksliberale Menschen – nicht alle – aber wie im gesellschaftlichen Durchschnitt doch der eine oder andere – doch auch Christinnen und Christen sein können. Bitte nicht immer diese Klischees. Es gibt Linke die keine Christen sind, Liberale die als Agnostiker leben, Konservative die noch nie eine Bibel aufgeschlagen haben. Aber es existieren Nachfolger/innen Jesu in allen Parteien und manchmal bedienen sie sich auch einer anständigen Sprache, betrachten den politischen Mitbewerber nicht als Feind und trinken mit ihnen nach der politischen Veranstaltung noch ein friedliches Bier. Übrigens hat die Kernbotschaft Jesu ihre Kurzform in dem: Du sollst Gott und den Nächsten lieben wie dich selbst. Und selbstverständlich gibt es geistlich eingeschlafene Gemeinden, einfallsloses himmlisches Bodenpersonal oder in großen Stadtgemeinden wenig evangelische Kerngemeinde. Das hat aber nichts mit Politik zu tun. Es gibt in der Diakonie viele Frauen und Männer, die andere Menschen beraten und begleiten, die sich aber gar nicht als Christinnen und Christen verstehen. Das soll es sogar bei Pfarrsekretärinnen geben. Aber die Doppelstrategie von
      Diakonie und Verkündigung trägt in sich die – auch nicht von allen getragene – Überzeugung, dass Gott jeden Menschen, der je über diese Erde geht, unendlich liebt. Jesus ist für alle Menschen gestorben und die Erlösung auch der ganzen Schöpfung. Deshalb helfen Menschen in der Diakonie und in der Gemeinde anderen Menschen, auch wenn diese nie den christlichen Glauben annehmen. Das darf auch keine Bedingung sein, genauso wie Liebe keine Bedingungen setzt. Diakonie ist daher eigentlich selbstlose Liebe. So wie der barmherzige Samariter- der sogar einer fremden Religion angehörte – im Gleichnis einen unter die Räuber Gefallenen geholfen hat. Jesus fand das gut und damit auch den Menschen, der es tut. Menschen zu unterstützen, im Leben „“ihren““ Weg zu finden, ist daher auf jeden Fall eine Bemühung, die vor Gott einen Wert an sich hat.
      Doch in diesem Zusammenhang ist wichtig, dass Jesus in der Bergpredgt die Friedfertigen und Barmherzigen selig spricht.

      • Das ist kein Klischee, ich komme ursprünglich aus der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Die Hauptströmung in dieser Kirche ist linksliberal und bibelkritisch, das kann man auf jedem Kirchentag sehen. Kommunisten dürfen sprechen, messianische Juden sind dagegen nicht gerne gesehen. Gegen rechts wird gerne demonstriert und Pfarrer erheben ihre Stimme, wenn aber Linksradikal Steine auf Polizisten werfen oder Islamisten in Schulen unsere Kinder terrorisieren, dann schweigt die Kirche. Ein Pfarrer darf gerne Kommunist sein, ist er aber gar konservativ und hat vor dreißig Jahren den falschen Artikel geschrieben, dann wir er aus dem Amt vertrieben (siehe Carsten Rentzing) Das ist der Mainstream, Ausnahmen gibt es natürlich, aber sie bestätigen die Regel…

        • Lieber Dan Voss,

          das von Ihnen geschriebene trifft sicherlich im Einzelfall zu, aber es zur Regelwerk zu erklären, ist mir zuviel Klischee. Zudem müsste man dann erst einmal festlegen, was man unter bibelkritisch versteht. Bibelkritisch ist nicht Textauslegung und die auch von den Evangelikalen vertretene Auffassung, dass Gottes Wort immer Gotteswort durch Menschenwort ist. Das bedeutet, Glaubenserfahrung ist immer Gottesbegegnung, aber die wird durch Menschen verkündet so wie Menschen auch predigen und dabei ihre Sichtweise mit einbringen. Was mich stört sind fundamentalistische Lehren, welche das Bibelwort wortwörtlich verstehen und als vom Himmel gefallen. Damit tun wir weder Gott noch der Bibel einen Gefallen. Sonst müsste ich glauben, das Weib aber solle in der Gemeinde schweigen und dass die Welt in 6 Tagen erschaffen wurde. Ich war fast 40 Jahre in einem Kirchenvorstand, vor Ort also in der Gemeindeleitung und auf vielen Kirchentagen. Die öfters an diesem Ort vertretene These, die EKD sei links und gottesfern halte ich für eine Verallgemeinerung und sie wird den vielen Menschen des himmlischen Bodenpersonals in keiner Weise gerecht. Die von Ihnen geschilderten Pfarrer/innen sind mir nie begegnet, obwohl das nichts damit zu tun hat dass dies Menschen sind mit allen Schwächen und Stärken von uns allen. Ausserdem bin ich eher Menschen begegnet, die politisch links einzuordnen sind und theologisch eher konservativ. Es ist also alles nicht so einfach.

  2. Die Kirche hat die Botschaft von Jesus Christus verkündigt zu werden und nicht zum Politbüro umfunktioniert zu werden.
    Hätte man das konsequent und ehrlich und aufrichtig gemacht, dann gäbe es auch keinen MItgliderschwund.
    Eine Kirche wie der römisch-katholischen Kirche können die Menschen nicht schnell genug entfliehen, denn was da abgeht, ist dermaßen katastrophal, dass man nur noch sprachlos zurückbleibt.
    So wird die Botschaft von Jesus Christus verunglimpft, der nicht hatte, wo er sein Haupt hinlegen konnte …
    Das Gesträube gegen die Aufklärungen der Mißbrauchsskandale macht mich dermaßen wütend, dass ich aufpassen muss, was ich schreibe …
    Wer die Bibel recht liest – und das geht eben nicht von heute auf morgen – merkt, dass wir komplett, auch die Ungläubigen, von GOTT abhängen und dass Gottes Wort wörtlich, aber nicht buchstäblich, genommen werden muss, wenn man herausfinden möchte, wie man auch als Christ leben soll. Wie es gottgefällig ist.
    M Luther und viele Altvordere hatten dazu eine Menge zu sagen und das ganz unverblümt, direkt, aber nie unbarmherzig und lieblos. Durch ihre Schriften und Auslegungen lassen sie uns teilnehmen, an ihren Kämpfen, derer sie ebenso genug hatten, wie eben jeder gläubige Christ, denn in der Bibel steht nichts von einem konfliktfreien ruhigen bequemen Leben.
    Und wir hier in Europa können gar nicht dankbar genug sein für Frieden usw .. aber diese Bequemlichkeit vernebelt auch das Hirn.
    Und nein, da Jesus Christus gesagt hat, dass Sein Reich nicht von dieser Welt ist, brauchen wir uns auch politisch nicht aufzumanteln.
    Ja, die Staatsbürgerpflicht soll und darf jeder wahrnehmen .. aber eine Regierung vom „Volke“ aus .. nun, man sieht an der Französischen Revolution, was auch daraus werden kann.
    Die Kirche braucht kein politischen Programm, sondern das seelsorgerliche, das die Seelen rettet und uns zeigt, wie wir in dieser irren Welt zurechtkommen können … als Christen und damit Salz und Licht sein.
    Wenn aber die Kirche die Welt nachäfft .. mit allem möglichen, Wettbewerbe, Preise, Vergnüglichkeiten .. na .. da ist dann der Zug schon abgefahren.
    Das ist es auch nicht, was viele im tiefsten Inneren wollen. Aber was sie wollen .. dafür haben sie ja gar keine Worte mehr … muss ja alles bunt sein und Spass machen …

    Wenn die Verkündigung stimmt … dann folgt die Diakonie nach .. dann kann man nämlich gar nicht mehr anders ..

    • Liebe Jutta,

      ich teile zum größten Teil deine Auffassung. Bezogen auf die Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche, die ich für völlig inakzeptabel halte, muss aber eines auch gesagt werden dürfen: So wie jeder sexuelle Missbrauch und damit jede Form von Gewalt verabscheuenswürdig ist, so sehr ist dies alles aber auch ein gesamtgesellschaftliches Problem. Es sind die Abgründe in jedem Menschen, in den (leider !!!) jeder und jede auch hineinfallen kann. Dieser Abgrund schaut oft in uns und auch in mich hinein. Deshalb steht die Geschichte von Kain und Abel auch am Anfang der Bibel. Wenn ich mich an meinem Nächsten vergehe, füge ich damit (bildlich gesehen) Jesus erneut Schmerzen zu. Und dies ist völlig unabhängig davon, ob ich Christ, Budhist, Agnostiker oder ein Gläubiger des Islam bin. Es gibt Umstände und Zustände, die immer schon sehr
      katastrophal waren. Es wäre so wunderbar, wären wir als einzelne Gläubige oder in Form der weltweiten Kirche wirklich ein Licht der Welt und Salz der Erde. Aber – so ist auch die Wirklichkeit eine Dualität – „Wir sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhmes, den wir vor Gott haben sollten“! Wir sind als Jesusnachfolger nicht besser als andere, aber wir haben das Privileg, dass wir freiwillig jeden Tag aus der Vergebung leben dürfen. Allerdings ist es menschlich, dass Menschen, die benutzt werden wie ein Gegenstand, Hass und Zorn verspüren. Als Nichtbetroffener ist zwar der Eifer für Gottes Wort immer gut, aber Hass, Zorn und Rache ungute Ratgeber. Man sollte auch der Katholischen Kirche eine wohlwollende Chance geben, die Missbrauchsfälle aufzuarbeiten. Weil es dabei um Menschen, seelische Verletzungen bzw. Traumata und auch um Sorgfalt geht, braucht das Zeit und zumeist therapeutische Behandlung. Die Höhe der Geldbeträge sind dabei kein alleiniges Kriterium. Aber wenn ich ehrlich bin: Was kann man mehr tun als sich immer wieder zutiefst entschuldigen und Besserung versprechen. Eine andere und menschlichere Betrachtung der Sexualität wäre für die Institution der Kath. Kirche ein Anfang.
      Dass sie im wesentlichen von Männern geleitet wird, und Jesus keine Frau war, ist aber nur ein kleiner Teil des Problems.

      • Die RKK hatte und hat die Chance, und hat es immer vermasselt.
        Es mag hier und dort Lichtblicke geben .. aber .. wie äüßert sich denn der „Papst“ dazu?
        Der Name „Heiliger Vater“ ist der größte MIßbrauch, man gestehe mir meine Offenheit zu, denn dieser Name gebührt nur Einem!

        Dass Jesus keine Frau war ist gar kein Problem.
        Eva wurde verführt. Eva war eine Frau.
        Und ja, Eva verführte Adam und Adam hat sich verführen lassen.
        Adam war nicht Manns genug Eva zu bremsen, in Liebe, aber in Deutlichkeit und Nüchternheit.

        Missbrauch ist nicht geschlechtsabhängig, es gibt ebenso Mißbrauch durch Frauen und Mütter. Nur wird das gerne noch tabuisiert. Emotionaler und seelischer Mißbrauch wird sogar wahrscheinlich öfters durch Frauen begangen, weil sie verbal begabter sind. Und schneller.

        Der Mßbrauch wird auch befeuert – wobei es ihn ja immer schon gab, man bekommt nur heute viel mehr mit durch die Medien und Globalisierung – dadurch, dass wir in einer Welt des Schauens leben.

        Seit Jahrzehnten wird versucht, durch die Androgynität Frauen und Männer einander anzugleichen.
        Gendergaga ist eigentlich nur der folgerichtige Schritt daraus.
        Und das Diktat der guten Figur zB ist beileibe nicht verschwunden.
        Ich brauche einen Pullover, und habe mal wieder bei Benetton online vorbei geschaut.
        Die Models alle mit minimum 10 kilo Untergewicht, garantiert über 1,75 groß (ich bin,1.58) und alle sehen sie gleich aus … trotz – was bei Benetton ja immer schon so war – unterschiedlicher Couleur.

        Das ist doch albern alles, ich glaube, ich fange an zu stricken.

        Und noch was, und ich weiss, wovon ich rede, leider habe ich dieses unsägliche, anstrengende Impulsivität selber: heutzutage zählt Selbstbeherrschung nichts mehr und auch nicht die Seelsorge.

        Und nein, als Buddhist fügt man Jesu, wenn man sich falsch verhält keine Schmerzen zu.
        In einem Buddhisten lebt Jesus Christus nämlich nicht und auch nicht in einem Muslim.
        Aber man verfehlt das Ziel, sich christusähnlich zu verhalten, damit Menschen, die ihn noch nicht kennen, zu IHM kommen können.
        Ausserdem finde ich mehr denn je, dass wir Christen im Westen mal den Ball ganz flach halten sollten und uns ein Beispiel nehmen an den verfolgten Christen, die wirklich ihr Leben riskieren und vor allem jetzt in den Zeiten vom Corona hungern und mancherorts Gras essen.
        Sie verleugnen Jesus Christus aber weit weniger als wir im Westen, die ja so „zivilisiert“ sind ..

        Und wenn ich eins nicht mehr hören kann, dann ist es Menschlich-Allzumenschlich.
        Ja, das ist so, wir haben alle zu kämpfen .. aber was die RKK im Namen Gottes macht und vertuscht, das ist schwere Schuld, denn wie sollen diese mißbrauchten Menschen je wirklich zu Gott finden, als gnädigem barmherzigen wohlwollendem „Vater“ – denn Gott ist Geist … ?

        • Liebe Jutta,

          alle Menschen sind von Gott geschaffen, Geist von seinem Geist und jede bzw. jeder wird von Gott so geliebt, als wenn er der einzige Mensch auf Erden wäre. Deshalb ist Jesus für die Menschen und Menschinnen aller Zeitalter gestorben sowie für alle Kreaturen und die gesamte Schöpfung. Selbstverständlich lebt Gott auch in Menschen anderer Religionen. Gott ist auch immer so gewesen wie er jetzt ist, nämlich Liebe. So sagt uns auch das Alte Testament, dass sich alle Völker und Menschen dieser Erde von ihm belehren lassen und sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen (ich denke „freiwillig“). Was den Papst betrifft hat dieser im Gespräch mit den Mitgliedern der Ev. Schwesterkirchengemeinde in Rom über sich gesagt, dass selbstverständlich auch er ein Sünder ist und jeden Tag aus der Vergebung leben muss. Das tun wir alle und deshalb sollt sich niemand über einen Anderen überheben. Im Ewigen Leben werden wir alles erfahren, was wir noch nicht wissen. Insofern kann ich Fundamentalismus als Lehre nicht vertreten, sonst müsste ich allwissend sein. Als letztes: Die Bibel darf man nicht nur, man muss sie auslegen. Dann kann sie zu uns sprechen und mit ihr Gott.

          • Tut mir leid, Herr Hehner, aber dazu fällt mir nichts mehr ein und für mich ist das Irrlehre.
            Sie legen nicht aus, Sie lesen in die Bibel hinein, was Sie aus falsch verstandener Empathie hineinlesen wollen.
            Wenn das wirklich so wäre, wie Sie beschreiben, dann hätte es der apostolischen Briefe nicht bedurft.
            Jesus Christus sagt:
            ICH bin der Weg die Wahrheit und das Leben. NIEMAND kommt zum Vater denn durch mich.

            Das also kann nicht gelten für Atheisten, Buddhisten, Moslems, Hinduisten …
            Sollten die in den Himmel kommen, die Seine Kirche verfolgen, foltern, schlachten und töten?
            Wie sagte der Herr zu Paulus: Saul, Saul, was verfolgst du MICH?

            Nein, ich bin mit Leib und Seele Fundamentalistin.
            Und ich respektiere jeden Menschen, das Fundament Jesus Christus gibt mir sogar die Kraft dazu … und die Einsicht dazu:
            Galater 2,
            20 Ich bin mit Christus gekreuzigt; und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.

            • Hallo Jutta,

              wenn Jesus doch für alle Menschen, Kreaturen und die ganze Schöpfung gestorben ist, kann Gott dann noch scheitern ? Kann er überhaupt scheitern, mit seinem Erlösungswerk, und mit uns? Wenn ja, ist der Himmel ganz leer. Das wäre – gleichnishaft – so, als ob wir ein Krankenhaus haben und nur höchstens 1 % wird geholfen und gerettet. Im übrigen ist meine Überzeugung keine Irrlehre, mit der ich in guter Gesellschaft mit ganz viel anderen bin .Auch mit der sehr großen Mehrheit der Christ*innen. Ich befeuere ja auch nicht die Haltung einer billigen Gnade, denn dass sich alle Menschen doch letztendlich mit Gott versöhnen lassen – ist nicht ein Werk der Betroffenen – sondern das von Gott. Ein Gott der absoluten Liebe wird nicht viele Milliarden Menschen einfach in den Mülleimer werfen wie der Bäcker, dem die Brötchen missraten sind. Außerdem ist das nicht kompatibel mit meiner Glaubenserfahrung. Damit will ich aber das Thema abschließen. Ich weiß allerdings nicht, wie man einen liebenden Vater im Himmel lieben kann, der so grausam ist, dass er dann noch Menschenewig in einer Hölle quält. Nur die Adventisten sind da etwas gnädiger, da werden die Ungläubigen einfach nur ausgelöscht (modern= wie eine Computerdatei). Den Katholiken war wohl nicht ganz geheuer, dass Gott nicht zum Ziel kommt. Da gibt es das sogenannte Fegefeuer und dies wäre in moderne Vorstellung übersetzt wie eine Art Verdammnis-Strafe mit einer Bewährung. Luther hat dazu nicht allzu viel gesagt. Sein Bekehrungserlebnis schuf die Erkenntnis, dass wir uns Gott nicht gnädig machen können, er ist es schon und schenkt seine Liebe ohne Vorbedingungen. Die freie Gnade Gottes bindet ihn auch nicht an unsere irdisch-theologischen Vorstellungen, er ist eben gnädig. Jesus hat geboten, wir sollen unserem Nächsten 77×7 mal vergeben Im Umkehrschluss verkörpert Gott solche Vergebung, denn er hat sich selbst am Kreuz für unsere Schuld/Defizite bestraft. Ähnlich ist da übrigens auch bei den Orthodoxen. In ihrer bildhaften Sprache können Menschen die Gott leugnen oder nicht an ihn glauben, ihn auch sprichwörtlich nicht riechen. Im übrigen kann man auch der Lehre vom Gericht Gottes nicht ableiten, es sei ein Vernichtungsgericht. Denn wenn ich nach meinem Tode einfach nicht mehr bin, habe ich auch keine wirkliche Verantwortung in diesem Leben. Dann ist alles erlaubt und man darf sich nur von der irdischen Gerechtigkeit nicht erwischen lassen.

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