Smartphone
Bild: pixabay
Der 17-Jährige Schüler Robert Mokry hat im Rahmen eines einjährigen Wettbewerbs der baden­württembergi­schen Landeskirchen eine Bibel-App entwickelt. Diese soll in emotionalen Momenten passende Verse anzeigen können – inklusive Auslegung der genannten Stelle. Im Magazin TEENSMAG stellt er seine Idee vor.
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Von Laura Schönwies

Mokry kennt sich in der Bibel aus: Er ist katholischer Ministrant und Lektor. Beim Vorlesen der Lesung stolpert er immer wieder über so manche Textstelle: „Es kommt häufiger vor, dass im Lesungstext Wörter und Personen drin sind, die ich nicht kenne. Zum Glück liefert mir die an­ schließende Predigt eine Auslegung und ich bekomme ein besseres Verständnis dafür.“ Praktisch für Mokry. Doch bei seiner Generation sieht er in Sachen Bibellese und Bibelverständnis noch gro­ße Herausforderungen.

Mokry beobachtet unter Gleichaltrigen, dass die Bibel kaum noch zur Hand genommen wird – geschweige denn Lektüre in gedruckter Form. Da liegt die Lösung, die Bibel über das Smartphone jungen Leuten näher zu bringen, nicht fern: „Dadurch, dass das Smartphone heute Kommunikations­ mittel und Unterhaltungs­-Medium zugleich ist, ist es meiner Meinung nach das richtige Mittel, um Jugendliche zu errei­chen“, meint Mokry.

Robert Mokry (Bild: privat)
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In seiner schrift­lichen Ausarbeitung im Rahmen des Kirchenwettbewerbs „Christentum und Kultur“ hat er sich mit der „Generation Smartphone“ auseinandergesetzt. Da junge Leute ihr Handy laut Studien über 50 mal am Tag in der Hand hal­ten, gehört laut Mokry „auch die Bibel da rein“.

Über Stimmungsfragen zur Bibel

So sieht die Bibel-App von Robert Mokry aus (Screenshot)

Um die Bibel nicht nur lesen, sondern auch verstehen zu können, hat Mokry seine Bibel-App für die interaktive Nutzung programmiert. Probe­-Nutzer bekamen im Test-Modell die Themenfelder Angst, Begeisterung, Ungerecht­igkeit, Helfen und Selbstfindung angezeigt. „Ich habe mir über­ legt, dass die Frage ‚Wie fühlst du dich?‘ ein guter Zugang zur Bibel ist. Neben jeder Stimmung habe ich einen klei­nen Smiley platziert, der das Gefühl noch bildlich darstel­len soll.“ Steht der App­-Nutzer gerade kurz vor einer Prüfung, wird er vermutlich das Feld „Angst“ in der App antippen. Prompt erscheint eine von 14 Bibelstellen. Beispielsweise die Ge­schichte von Jesus im Garten Gethsemane, in der er To­desangst erleidet. Wie geht Jesus mit dem Gefühl um? Wie kann man die Stelle verstehen? Dazu liefert Mokry eine Auslegung, die er zuvor gründlich re­cherchiert hat. „So bekommt der Nutzer Anregungen und Denkanstöße. Ich finde, dass in der Bibel Themen behandelt wer­ den, die heute immer noch wichtig sind und dass die Erfahrungen, die die bibli­ schen Personen machen, auch uns heute weiterhelfen können.“

Weitere Extras

(Bildschirmfoto)

Das ist noch nicht alles: Neben den Bibelstellen gibt es 30 geistliche Zitate und eine Übersicht über die wichtigsten kirchlichen Feste. Zusätzlich hat Robert eine kleine Bibellese­-Motivationsspritze programmiert: „Man kann die Bibelstellen liken. Durch das Liken wird gezählt, wie viele Bibelstellen man gelesen hat. Der Vers­-Zähler kann über das Menü aufgeru­fen werden. Vielleicht ein kleiner Ansporn, möglichst viel zu lesen“, erklärt Mokry die Idee dahinter. Zwar steckt nicht die ganze Bibel in der App – „das wäre ein riesiger Aufwand und die Rechtefrage wäre zu klären gewesen“ –, aber es geht ihm um das Prinzip, die Bibel digital in die Lebenswelt von Jugendlichen zu bringen.

Und wie kam das App­-Modell bei den Probe­Nutzern an? Robert erzählt: „Die meisten Leute fanden es eine coole dee, dass man per App mit der Bibel in Kontakt kommt. So ist es viel unkompli­zierter, eine Bibelstelle zu finden oder sich darüber zu informieren, als die Bibel als Buch zu lesen.“

Erster Platz und wertvolle Erfahrungen

Auch die Jury des Kirchenwettbewerbs „Christentum und Kultur“ hat Robert mit seiner Recherche und App­-Gestaltung überzeugt: Anfang des Jahres erhielt er in Freiburg den ersten Preis für seine Arbeit. Allerdings steht die App nicht zum Download zur Verfügung, da sie nicht fertig programmiert wurde. Sie war ein Pilot-Projekt innerhalb des Wettbewerbs.

Ein Jahr Bibelstudium plus Bibel-­App­-Entwicklung haben auch bei Robert Spuren hinterlassen: „Es ist eine beson­dere Erfahrung, sich so intensiv über ei­nen längeren Zeitraum mit der Bibel aus­ einanderzusetzen. Man bekommt selbst einen neuen Zugang zur Bibel, wenn man sich mit der Frage beschäftigt, wie andere einen Zugang zur Bibel finden können.“


In der aktuellen Ausgabe des Magazins TEENSMAG, das wie Jesus.de zum SCM Bundes-Verlag gehört, wurden Robert Mokry und seine Bibel-App vorgestellt. Für die Veröffentlichung des TEENSMAG-Beitrags auf Jesus.de wurde der Text minimal angepasst.

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. So geht das nicht! Hat er denn die Erlaubnis der Rechteinhaber, die Bibeltexte zu verbreiten? Wo kämen wir denn da hin, wenn einfach jeder die Bibel verbreiten würde? 😉

    • Klar geht das so!
      Wo sollen wir denn hinkommen? Na, dahin, dass alle Menschen die Bibel lesen können und sie den Weg zu Gott finden.

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