Der Markensoziologe Oliver Errichiello (deutschlandfunk.de)

Die Kirchen passen sich an den gesellschaftlichen Geschmack an, ohne ihre eigene Botschaft deutlich zu kommunizieren, kritisiert Markensoziologe Oliver Errichiello im Interview mit dem Deutschlandfunk. „Auch Kirche ist eine Marke“, sagt der Experte. Was ist also „typisch evangelisch“ oder „typisch katholisch“? Anstatt diese Fragen deutlich zu machen, versuche man „an der Oberfläche das Ganze (…) sexy zu machen“.

Hier geht es zum Interview.

4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Die Kirchen haben eigentlich etwas wertvolles, etwas tiefes, ja d a s Wertvollste, d a s Tiefste anzubieten, nämlich d i e Lösung aller menschlichen Probleme. Nichts anderes heißt „Erlösung“! – Aber man macht sich in der Regel gar nicht die Mühe das zu entdecken oder gar die Erlösung zu leben, nämlich als ein Erlöster. Stattdessen bleibt man schön an der Oberfläche, wie „die Welt“ auch, und meint trotzdem ihnen etwas geben zu können. Aber eigentlich steht man selbst recht leer da. Außer ein paar Floskeln hat man nicht viel zu bieten. Und da man selbst seinen verhältnismäßig einträglichen Posten nicht verlieren will – nicht alle denken so – muss eben Reklame, Werbung für eine leere Hülle gemacht werden…Die Erneuerung des Glaubens spielt sich heute weitgehend außerhalb des institutionalisierten Mainstreams ab. Zum Beispiel durch diesen Blog: http://manfredreichelt.wordpress.com/

  2. Meine Wahrnehmung von der EKD, auch im Rückblick auf das Reformationsjubiläum ist, dass vor lauter Bemühungen um Pluralität einerseits und Anpassung an politische Korrektheiten anderseits gar nicht gesagt werden kann, was der Markenkern des evangelischen Glaubens überhaupt ist. Oliver Errichiello beklagt die Gleichgültigkeit der Kirchen gegenüber der noch verbliebenen Kundschaft. Kirche könne ihren Markenwert steigern, wenn ihre Kernkunden – die einzelnen Gläubigen der Ortsgemeinde –  von guten Erfahrungen mit kirchlichen Leistungen reden würden. Wie wahr. Was ist aber, wenn es nichts dergleichen zu berichten gibt? Wenn z.B. ein Pfarrer auf die Frage, was er gegen den offensichtlichen Schwund an Gottesdienstbesuchern zu tun gedenke, antwortet, es gehöre nicht zu seinem Aufgabenbereich, das Kirchengebäude sonntäglich zu füllen, liegt ein offensichtliches Kommunikationsproblem vor, wie Errichiello es nennt. Wenn der eigentliche Inhalt, der spirituelle Gehalt von Gottesdiensten als Markenkern christlicher Identität fehlt, muss man sich nicht wundern, wenn die kirchliche Marke mit ihren viel zu alten Kunden stirbt.

  3. Die Frage ist doch, was ist der Markenkern einer Kirche. Ist es eine liberale Theologie? Ist es eine politische Ausrichtung? Sind es humanistische und kulturelle Lebensarten? Es gibt nur einen Kern, der die Marke einer Kirche ausmacht und das ist Jesus. Dabei ist kommt es nicht darauf an, ob die Bibel, wie inspiriert, die einzig richtige Grundlage ist, oder nicht. Denn die Botschaft von Jesus ist, dass er die Menschen in ihrem eigenen Versagen nicht hängen lässt. Auch nicht beim Versagen einer Kirche. Von der Seite ist Jesus die Basis und die einzige Säule der Kirche. Leider gibt es in der Kirche auch Vertreter, es wäre opportun. Christus zu verschweigen. Somit wird der Markenkern geleugnet.

  4. vielleicht ist die „Kirche“ als Institution ja überholt
    und die Entwicklung geht zurück zum Ursprung : und sie trafen sich in den Häusern …

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