Porträtfoto von Thomas Gottschalk
Thomas Gottschalk (picture alliance / Sven Simon)
Der Entertainer Thomas Gottschalk (69) wird zu Ostern als Erzähler durch das RTL-Live-Event „Die Passion“ führen. Für die Inszenierung der letzten Tage im Leben von Jesus Christus dient das Zentrum der Stadt Essen als Bühne, wie der Privatsender RTL am Montag in Köln mitteilte.
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In der Ruhrmetropole sollen bekannte Schauspieler und Sänger mit Hilfe deutscher Popsongs die über 2.000 Jahre alte Geschichte zum Leben erwecken und die dramatischen Ereignisse in unsere heutige Zeit transportieren, heißt es. Geplant ist auch eine Passions-Prozession, bei der ein großes leuchtendes Kreuz durch die Straßen Essens zur Hauptbühne getragen wird.

In den Niederlanden hat „Die Passion“ als Live-Musik-Event bereits seit zehn Jahren Tradition im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. In Deutschland beauftragte RTL Television die Firma Mediawater in Kooperation mit Kimmig Entertainment mit der Produktion. Musikalischer Direktor ist Michael Herberger, der unter anderem auch für Musik und Ton der Vox-Sendung“Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ verantwortlich ist und mit den Söhnen Mannheims Erfolge feierte.

„Mit dieser Geschichte zeigen wir Haltung und dass es sich lohnt, gemeinsam füreinander einzustehen. Hier geht es um Respekt und Liebe für den Nächsten – unabhängig von Herkunft und Religion“, erklärte RTL-Unterhaltungschef Kai Sturm. Auf der Hauptbühne im Stadtzentrum Essens erlebten die Zuschauer „die Geschichte von Verrat, Leiden und Sterben, aber auch von Hoffnung, Liebe und Vergebung in einer modernen noch nie dagewesenen Art“. Bekannte Sänger treten zudem an verschiedenen Schauplätzen der Stadt auf.

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Link: RTL – Die Passion

5 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Auch das Wort Gottes wird damit immer gewöhnlicher gemacht.
    Die Kirchen und die Welt, versuchen aus der Kreuzigung Jesu, nur noch einen Akt der Nächstenliebe zu machen – das entspricht dem Zeitgeist.
    Jesus ist für die Sünden der Menschen gestorben.
    „Und er ist die Sühnung für unsere Sünden, nicht allein aber für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt“ (1.Joh. 2,2)

    • RTL hat die Planung… das hat jetzt weniger mit den Kirchen zu tun. Aber es scheint, egal was es auch ist, gegen die Kirchen gehetzt wird…

    • Wir sind kein „Heiliger Rest“
      Warum, lieber Martin, direkt diese Kritik bevor die Passionserzählung überhaupt stattfand ? Das Wort Gottes wird nicht gewöhnlicher, wenn das Kreuz Jesu durch die Straßen von Essen getragen wird und seine Leidensgeschichte nacherzählt wird. Wenn wir Christinnen und Christen Salz der Erde und Licht der Welt sein möchten, dann können wir uns nicht ins fromme Ghetto zurückziehen. Gott ist mit der Sendung Jesu geradezu in die damalige Welt und Gesellschaft eingetaucht. Selbst wenn manche eine solche Veranstaltung möglicherweise negativ als Show empfinden könnten, was aber erst abzuwarten wäre, böte sie doch die Möglichkeit einer öffentlichen Auseinandersetzung. Dazu dürfen und sollen wir alle unseren Beitrag leisten und könnten sie gemäß unserer christlichen Prägung ggfls.(auch unterschiedlich) einbringen. Da Gott aber jeden Menschen liebt, der je über diese Erde geht, wird es eben immer um die von uns gelebte Liebe gehen. Wir als Christen sind nicht der „Heilige Rest“, sondern es geht beim Heil und die Erlösung immer um die ganze Schöpfung. Es wäre daher geradezu absurd, Menschen einer anderen Religilon davon auszuschließen. Etwas zugespitzt könnte man – wie das Jesus gerne tat – ein zeitgemäßes Gleichnis erzählen. Selbiges beruht auf einer wahren Geschichte, die mir ein Pfarrer aus seinem Spezialpraktikum in den USA erzählte: „Die fromme Gemeinde hatte einen langen Gottesdienst gefeiert, sich die Sünden vergeben lassen und sich ihres Heils vergewissert. Als man in feinster Sonntagskleidung die große Kirchentreppe herunter ging, lag im Rinnstein der Vorstadtstraße ein Mensch, recht verwahrlost und nur weil er atmete war deutlich, daß er noch am leben war. Alle machten einen großen Schritt über ihn. Einer sagte, so ganz beiläufig: „So ist das, wenn man nicht im Licht Gottes, sondern in der Dunkelheit lebt“. Den deutschen Theologen hatte dies ins Mark getroffen. Das hatte nun nichts damit zu tun, daß man Alkoholismus guheißen würde. Aber es wurde ihm glasklar deutlich, daß im negativen Fall jeder in seiner Seele ein angeblich frommes Leben praktiziert, aber Jesus nicht wirklich verstanden hat. Er würde dann sagen:“ Ich habe in der großen Stadt im Schmutz gelegen und ihr seid nach dem Gottesdienst einfach über mich hinweg gestiegen. Ich bin im Mittelmeer ertrunken, aber ihr habt die Rettungsaktionen eingestellt. Ich war in Essen, um mein Leben von Schauspielern erzählen zu lassen, aber ihr seid zu fromm gewesen, euch die Gedanken eurer Mitbürger dazu anzuhören.“ Zum Schluß: Ist es uns denn lieber, daß religiöse Aufführungen in einer profanen Gesellschaft überhaupt nicht mehr vorkommen? Ich bin zutiefst davon überzeugt, Gott arbeitet unten. Hoffentlich tut er das auch in uns. Übrigens war Zeitgeist schon immer Zeitgeist. Auch in der Zeit Jesu. Er ist mit ihm in einen Dialog getreten. Allerdings könnte dies auch drastischer ausgedrückt werden.

      • Lieber Bernd Hehner, ich bin der Meinung, dass unserem Land nichts besseres geschehen könnte, als Kinder Gottes, die sich in der „Heiligenschule“, vom Geist Gottes zubereiten lassen würden. Viele Kirchen in Deutschland reden zwar noch von Gottes Wort, leugnen aber seine Kraft.

        • Lieber Martin, da bin ich ganz deiner Meinung. Allerdings widerspricht das nicht dem, was ich geschrieben habe. Kirche/n bestehen aus (vielen) Menschen. Ich bin daher ein Gegner von Verallgemeinerungen. Vielmehr ist mir wichtig (auch wenn ich wie jeder andere Mensch darin unvollkommen bin), mir den Balken zuerst aus meinem Auge zu ziehen. Im übrigen bin ich davon überzeugt, daß der Heilige Geist oftmals auch an Stellen, Orten und bei Menschen weht, wo wir das für nicht möglich halten. Zudem sind wir allzuoft in der Rolle der verlorenen Söhne und Töchter Gottes. Die Liebe Gottes kann sich niemand verdienen, weder durch gute Werke noch durch eine perfektionistische Vorstellung von der eigenen Frömmigkeit. Die Liebe Gottes als unverdientes Geschenk macht mich dankbar. Alle Menschen und nicht nur wir Christen stehen immer mit leeren Händen vor Gott. Das meine ich wenn ich schreibe, daß wir nicht der „Heilige Rest“ sind.

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