Dienstenthobener Pastor Latzel darf wieder predigen

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Porträt von Pastor Olaf Latzel
Pastor Olaf Latzel 2015 in der Kirche St. Martini, Foto: epd / Alasdair Jardine

Der vorläufig vom Dienst enthobene Bremer Pastor Olaf Latzel darf wieder predigen. Zuvor hatten sich die beteiligten Parteien auf einen Vergleich geeinigt.

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Aus einer gemeinsamen Erklärung vom Donnerstagabend geht hervor, dass der Theologe, die Bremer St.-Martini-Gemeinde und die Bremischen Evangelische Kirche eine Einigung gefunden haben. Laut Website der Martini-Gemeinde soll Latzel schon am kommenden Sonntag wieder den Gottesdienst halten: „Wir sind sehr dankbar, dass Gott unsere Gebete erhört hat und wir zu einer Einigung mit der Bremischen Evangelischen Kirche kommen konnten.“ Latzel war im November des vergangenen Jahres vom Amtsgericht der Hansestadt wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt worden, die unterhalb der Grenze einer Vorstrafe liegt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Latzel hat Berufung eingelegt. Bis zu einer endgültigen Entscheidung hatte ihn die Kirchenleitung vorläufig des Dienstes enthoben, ein schon Monate zuvor eingeleitetes kirchliches Disziplinarverfahren ruht. Vor der Disziplinarkammer der bremischen Kirche beantragte Latzel, die Freistellung auszusetzen – mit Erfolg.

In einem nichtöffentlichen Erörterungstermin am 22. März habe die Kammer Bedenken gegen die vorläufige Dienstenthebung geäußert und den Beteiligten „dringend“ einen Vergleich empfohlen, hieß es dazu. Zum Vergleich gehöre die Bitte um Entschuldigung für die Äußerungen durch Latzel. Außerdem habe der Pastor zugesichert, sich künftig in seinen Worten zu mäßigen, ergänzte Kirchensprecher Matthias Dembski.

Nach Auffassung des Amtsgerichts hatte der Theologe in einem sogenannten „Eheseminar“ im Oktober 2019 zum Hass gegen Homosexuelle aufgestachelt. Im Verlauf des Seminars warnte er unter anderem, Homosexualität sei eine „Degenerationsform von Gesellschaft“ und „Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day“.
Der Konvent der St.-Martini-Gemeinde hatte sich im März uneingeschränkt hinter den Pastor gestellt. Latzel habe in „seinen Äußerungen zur praktizierten Homosexualität auf dem Eheseminar in keiner Weise gegen die aus seiner Ordination bestehenden Pflichten verstoßen“. Der Konvent beauftragte den Gemeindevorstand, alle juristischen Möglichkeiten auszuschöpfen, um die vollständige Wiedereinsetzung des Pastors zu erreichen.

17 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Preis den Herrn ! Ja, ich habe auch gebetet und freue mich, daß Olaf Latzel wieder predigen darf, denn er ist ein treuer Zeuge Jesu Christi und ein wahrer und klarer Wortverkündiger. Mit dem Profil des „Lauwarmen“ lassen sich keine Menschen in die Ewigkeit bringen und es gibt nur den einen, an Christus gebundenen Glauben. Jesus Christus wird ständig ins Angesicht beleidigt, da regt sich auch niemand auf.
    Gott segne Sie und Ihre Botschaft, Herr Latzel !

  2. Ich freue mich sehr, darüber zu lesen, dass Olaf Latzel wieder predigen darf.
    Nun wird auch seine Kirchengemeinde hoffentlich immer weiter hinter ihm stehen.
    Alles Gute und Gottes Segen für Herrn Latzel.

  3. Ich begrüße es sehr, dass Pastor Olaf Latzel wieder predigen wird, und ich bin mir sicher, dass seine Verkündigung genauso klar und biblisch begründet sein wird, wie vor diesem, für die evangelische Landeskirche so entlarvendem, hochstilisiertem Eklat. Ich wünsche Olaf Latzel Mut und Kraft und die Gewissheit, dass der Heilige Geist immer mit ihm sein wird.

    • ich schließe mich Herrn Höflich an.
      Herr Latzel hat gestern zweimal
      das Eigenschaftswort bibeltreu
      in seiner Predigt gesagt.
      Vielen Dank dafür.

  4. Mich freut es, dass Olaf Latzel wieder predigen darf! Er hat wirklich die Fähigkeit, das Wort Gottes in der Predigt lebendig werden zu lassen und seine Zuhörer so zu erreichen. Viele seiner Predigten im Netz waren mir ein großer Gewinn.

    Ich sehe aber auch die problematischen Seiten bezüglich seiner Person im Stolz und bezüglich seiner Art zu lehren in der Lieblosigkeit gegenüber Sündern. Beides sind Aspekte, die Korrektur und Kontrolle bedürfen – in erster Linie Selbstkontrolle – und da wünsche ich Olaf Latzel frischen Mut, viel Kraft und göttlichen Beistand mit gutem Gelingen.

    Herzlich willkommen zurück auf der Kanzel!

  5. Der Hassprediger von Bremen:
    Es wäre schön, wenn irgendwann auch die letzten gestrigen aussterben und dann kann man sich einer friedlichen Zukunft widmen, ohne Hetze und Diffamierung Andersdenkender. Aber leider wuchsen immer wieder [Beleidigung durch die Redaktion gestrichen] nach, siehe AfD, Reichsbürger, Verschwörungstheoretikern usw.
    Die veralteten Lebensentwürfe und Gesellschaftsmodelle aus Bibel und Co müssen aus tiefstem Herzen abgelehnt werden. Auf Religionsfreiheit kann sich niemand berufen, der gegen die verfasste Ordnung agitiert. Und wer Gedanken hegt, die Menschen diskriminieren, sollte sich einer Nachschulung in Sachen Menschlichkeit unterziehen.

    • Hinweis: Wir dulden hier keine Beleidigungen von Menschengruppen oder Einzelpersonen. Daher haben wir einen entsprechenden Teil des Kommentars gestrichen. MfG, die Jesus.de-Redaktion.

      • Hinweis: Sie sollten mehr Demokratie wagen, denn bei Tragödien von solchem Ausmaß, und die Lobhudeleien der Kommentatoren hier, ist [gestrichen / MfG, die Redaktion] das richtige Wort.
        Mit freundlichen Grüßen

        [Kritik – gerne. Aber das geht auch ohne gewisse Worte / MfG, die Redaktion]

        • Hallo Dieter,

          Ihr Kommentar zeigt, dass Hass und Diffamierung nie aussterben werden, denn es ist zutiefst in unserer sündigen menschlichen Natur verankert. Und ohne Jesus haben wir noch nicht einmal den Hauch einer Chance eine andere Natur anzulegen.

          • > Ihr Kommentar zeigt, dass Hass und Diffamierung nie aussterben werden

            Das allerdings zeigen auch Latzels Äußerungen. Was vielen hier offensichtlich keine Probleme bereitet, sie diesen Äußerungen sogar zustimmen lassen.

      • Hinweis: Nächste Woche werde ich vielleicht die wunderbare Margot Käßmann treffen.
        Ihr werde ich erzählen, dass Jesus.de, hier ständig das Wort Dummheit unterdrückt.
        Dann wird sehr wahrscheinlich aufgeräumt in der Redaktion, haha.

    • Jede und jeder darf sich auf Jesus berufen, was er sagte, wie er lebte, starb und auferstand. Also auf seine Liebe und Barmherzigkeit. Leider muss jeder selbst entscheiden, ob er diesem Maßstab entspricht bzw. wenigstens ihm nacheifert. Daher halte ich den Lobgesang hier für einigermaßen fragwürdig. Ich jedenfalls bin immer ein Sünder, ich bin aber gleichzeitig auch ein Gerechter. Und wenn ich mich über andere überhebe, auch im Ton und vor allem im Inhalt, ist das fatal.

  6. Ich hoffe, dass bei ihm und seinen Fans irgendwann die Einsicht kommt, dass Hasspredigten, in diesem Fall sogar strafbewährt, für einen Pastor (und eigentlich für überaupt niemanden) gehen.

    Wenn ich hier so die Kommentare lese, befürchte ich, dass meine Hoffnung zumindest bei vielen vergebens ist.

    • Hallo Jörg,

      Die Hasspredigten islamistischer Imame, die dieses Wort geprägt haben, haben nichts mit Latzels Aussage in seinem Seminar gemeinsam.

      Waren Sie bei Latzels Seminar dabei, oder kennen Sie den Wortlaut nur aus den Medien? Wie sooft wird der Kontext nicht ganz deutlich gemacht, sondern gerne, und mit Absicht, außen vor gelassen.

      • Der Wortlaut war hier auf jesus.de schon zitiert.

        Und die Verurteilung durch das Gericht kam sicher auch nicht aus dem Nichts. Also bitte nicht so tun, als wenn das nur ungerechtfertigtes Medienblabla ist, die im Böses wollen.

        Hast Du keine Probleme mit diesen Aussagen, die ich schlicht menschenverachtend und eines Pastors völlig unwürdig finde?

  7. Echte Kirche ist dort, wo bibeltreue
    Pastoren predigen: Latzel, Dr. Nestvogel,
    Tscharntke …
    Für mich ist die BEK eine
    Institution, vor der ich mich
    fürchte, u. a.deshalb habe ich die
    EKD verlassen.

    • Lieber Ruheständler,

      so einfach kann man sich das auch nicht machen. Es gibt überall Schatten und Licht und alles über einen Leisten zu scheren ist nicht richtig. Außerdem bin ich auch bibeltreu, aber das hat nichts damit zu tun, dass man dann ein Fundamentalist sein muss. Das Gegenteil ist richtig. Die Urgemeinde hat nach dem Motto getickt „Glaube, Hoffnung und Liebe, aber die Liebe ist die Größte unter ihnen“! Liebe auch in der Art der Wortwahl muss nicht schönigen, aber sie darf Menschen mit einer unterschiedlicher sexuellen Orientierung nicht in ihrer Menschenwürde verletzen. Wer die Menschenwürde schädigt, beleidigt Gott selbst, denn er hat uns mit unserer Unterschiedlichkeit so gewollt mit der Absicht, es soll was gut daraus entstehen. Wir Christ*innen sind nicht der Heilige Rest, sondern Jesus ist für alle Menschen ans Kreuz gegangen und die ganze Schöpfung wird erlöst. In Latzels Himmel möchte ich nicht leben und da wird Jesus erst noch ein paar Erledigungen durchführen – mit Liebe.

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