Heute endet die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland. Das sind die drei wichtigsten Erkenntnisse.

1. Das Schiff kommt bald

Nach einer Resolution auf dem Kirchentag hatte die Evangelische Kirche beschlossen, ein Schiff zur Seenotrettung zu schicken. Auf der Synode hat sie diesbezüglich weitere Details bekannt gegeben. So soll schon am 3. Dezember ein Aufruf dazu einladen, dem Bündnis „United 4 Rescue“ (Englisch für „Gemeinsam retten“) beizutreten. Auch gibt es eine Spendenkampagne, die das Hashtag #WirschickeneinSchiff tragen soll. Schon seit September ist bekannt, dass die Kirche mit der Seenotrettungsorganisation „Sea-Watch“ zusammenarbeiten wird. Es habe viel positive Resonanz auf den Beschluss gegeben, sagte der Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm. Einige hätten darauf hingewiesen, lieber direkt in Afrika zu helfen, statt sich an der Seenotrettung zu beteiligen. Das dürfe man nicht gegeneinander ausspielen: „Die Hilfe für Menschen in Lebensgefahr im Mittelmeer ist nur ein Baustein in einer Gesamtstrategie diakonischen Handelns der Kirche.“

Kirchensteuereinnahmen sollen für das Projekt nicht verwendet werden.

2. Das Missbrauchsthema bleibt aktuell

Beim Thema Missbrauch bleibt die Evangelische Kirche in Bewegung. Beispielsweise soll demnächst ein Betroffenenbeirat eingesetzt werden. Damit können die Betroffenen besser an der Aufarbeitung mitwirken. Er soll im Frühjahr seine Arbeit aufnehmen. Außerdem plant die Synode im nächsten Jahr erneut 1,3 Millionen Euro ein, um sexuellen Missbrauch aufzuarbeiten. Das Geld soll insbesondere in die Studien zur Aufklärung und Prävention fließen. Fraglich ist, ob und wann die geplante Dunkelfeldstudie erstellt werden kann. Eine aussagekräftige Studie wäre für die Kirche zu umfangreich und teuer, um sie alleine in Auftrag geben zu können. Nun sucht sie Partner für eine Studie, die das Dunkelfeld des Missbrauchs in allen gesellschaftlichen Bereichen aufhellt. Auch, wie Missbrauchsopfer entschädigt werden, steht noch nicht fest.

3. Junge Leute bekommen mehr Rechte

Mindestens 20 von 128 Synodalen müssen zukünftig zu Beginn ihrer Amtszeit zwischen 18 und 26 Jahre alt sein. Das ist eine Quote von 16 Prozent. Bisher gab es nur Jugendsynodalen. Diese durften keine Anträge einbringen und nicht an Abstimmungen teilnehmen. Sie besaßen lediglich Rederecht. Nach dem Beschluss ändert sich das nun schon 2020 und damit vor der nächsten Amtsperiode, die 2021 beginnt.

Nachtrag:

Die Synode verabschiedete am Mittwoch außerdem einen Kundgebungstext, in dem die Bedeutung des Klimaschutzes zur Friedenssicherung und Konfliktprävention betont wird. „Für Frieden in der Welt ist Klimagerechtigkeit eine unabdingbare Voraussetzung“, heißt es wörtlich. Die Kirchenvertreter fordern die Bundesregierung dazu auf, die im Koalitionsvertrag gesetzten Klimaschutzziele entschieden umzusetzen.

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Leider kommt die evangelische Kirche nicht weiter beim Thema Missbrauch. Man sieht zu deutlich daß es am Willen fehlt es aufzuklären und man lässt die Opfer mit ihren Leid stehen.

  2. Zu die 3 wichtigsten Erkenntnisse:
    Christus und der Missionsbefehl hatten danach maximal eine untergeordnete Bedeutung.
    Ich denke, dass das immer noch der wichtigste Auftrag der Kirche ist :“Machet zu Jüngern“
    Für diese „wichtigsten Erkenntnisse“ muss ich nicht Mitglied einer christlichen Kirche sein.

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