Eckhard Hagedorn: „Fette Beute. Warum die Bibel so dick ist“

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Zugegeben: Meine Generation und die etwas Jüngeren gehören wohl eher nicht zu den eifrigsten Bibellesern, das war sicher schon mal besser. Insofern hat Eckhard Hagedorn ein sehr wichtiges Anliegen, wieder mehr Lust an der Bibel zu wecken. Positiv auch, dass er es ohne erhobenen Zeigefinger tut, sondern mit profundem Hintergrundwissen aus Bibel- und Kirchengeschichte eine Art Coaching für Bibelleser und solche, die es noch werden wollen, anbietet. In dieser Hinsicht besteht in der Tat eine Marktlücke.

Irgendwie vermag bei mir aber der Funke nicht so richtig überzuspringen. Freilich kann der Autor keine vollständige Inhaltsangabe zur Bibel bringen. Mehr oder weniger wissenschaftliche Einführungen sind zudem auch schon einige auf dem Markt. Es geht ihm auch nicht um einen heilsgeschichtlichen roten Faden, sondern um eine praktische Anleitung zum Bibel entdecken. Hagedorns große Schwäche ist allerdings seine Vorliebe für fiktive Beispiele und Personen, die zwar an persönliche oder fremde Erfahrungen mit der Bibel anknüpfen, aber eben doch nie zu 100 Prozent authentisch sein können. Beispiele von „Glaubensvätern“ oder – anonymisiert – aus der eigenen Gemeindepraxis wären da sicher besser geeignet.

Was der von mir im Übrigen sehr geschätzte Uwe Rechberger auf der Rückseite des Buchs als „Sprachwitz und durchdrungen von geistlichem Tiefgang“ anpreist, hätte er selbst vermutlich sogar besser hinbekommen. Trotzdem möchte ich mir vornehmen, in der Bibellese wieder mehr auf Entdeckungsreise zu gehen und mehr von Gottes Reden zu erwarten.

Inspirierend war für mich da aber deutlich mehr das im gleichen Verlag erschienene (und doppelt so dicke!) „Buch der Mitte“ des indischen Autors Vishal Mangalwadi, das zwar weniger die Bibellesepraxis als die gesellschaftliche Bedeutung der Bibel als Herzstück westlicher Kultur zum Inhalt hat, das ich trotz einiger historischer Fehler aber ausdrücklich als Ergänzung zu Hagedorn empfehle.

Leseprobe (PDF)

Verlag: fontis - Brunnen Basel
ISBN: 978-3-03848-128-7
Seitenzahl: 276
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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