Ed Shaw: Vertrautheit wagen!

1

Ed Shaw ist Pastor der Church of England und empfindet homosexuell. Gleichzeitig sieht er aber auch die ablehnende Haltung der Bibel gegenüber gleichgeschlechtlicher Praxis und lebt deshalb zölibatär. Wer, wenn nicht er könnte zu diesem Thema also aus der „Innensicht“ berichten?

Für Ed Shaw ist es vor allem ein „Plausibilitätsproblem“, wenn von homosexuell Empfindenden (und auch von Singles) verlangt wird, dass sie enthaltsam leben sollen. Die biblischen Aussagen über Sexualität und besonders homosexuelle Praxis sind eindeutig, heute seien sie jedoch nicht mehr für jeden nachvollziehbar: „Das, was die Bibel ganz klar lehrt, hört sich für viele von uns heute ziemlich unsinnig an.“ Genau an diesem Punkt setzt der Autor an und versucht, wieder plausibel zu machen, was die Bibel lehrt. Dabei ist es ihm ein großes Anliegen, zu betonen, dass Jesus die Menschen nicht einschränken will, sondern das Leben im Überfluss bringt.

Ed Shaw nimmt dabei die gesamte Christenheit in die Pflicht und stellt fest, dass die Gemeinde in einem gewissen Maß mitverantwortlich ist, wenn ein „Christ mit gleichgeschlechtlicher Orientierung eine schwule Identität und den dazugehörigen Lebensstil annimmt.“ Man spürt Ed Shaw ab, dass er selbst mit der Thematik ringt und sich fragt, was die Gemeinde tun kann. Wo kann sie Hilfestellung leisten? Wo ist Umkehr notwendig?

Dabei betont Shaw, dass Christen einem falschen Ideal von Familie hinterherlaufen und Alleinstehende dabei abwerten, obwohl selbst Jesus ehelos geblieben ist und die Gemeinde als seine Brüder und Schwestern, als seine Familie bezeichnet (Matthäus 12). Und ja, er hat recht: Intimität und Vertrautheit, Liebe und Annahme waren Grundwerte in der Urgemeinde – und sollten es auch heute wieder werden. Mich hat das Buch dazu bewogen, darüber nachzudenken, wie ich mit meinen Glaubensgeschwistern umgehe und wo Umkehr notwendig ist.

Von Andreas Schmierer

Leseprobe (PDF)

Verlag: fontis - Brunnen Basel
ISBN: 978-3-03848-148-5
Seitenzahl: 192
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
5

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. “Wer, wenn nicht er…“
    Mit Verlaub – dieser Rückschluss ist hanebüchen. Genau so relevant ist meine Berichterstattung über Ehe und Familie aus der Innensicht eines Heteros.
    Ich habe das Buch nicht gelesen. Mein Kommentar bezieht sich auf die Rezension.
    Shaw stellt fest, dass die Gemeinde in einem gewissen Maß mitverantwortlich ist, wenn ein „Christ mit gleichgeschlechtlicher Orientierung eine schwule Identität und den dazugehörigen Lebensstil annimmt.“
    Ich denke es gibt häufiger den Fall, dass eine Gemeinde dafür mitverantwortlich ist, wenn ein schwuler Christ an seinem Empfinden zerbricht, weil wohlmeinende Geschwister glauben, sie müssten ihm “da raus helfen“.

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen ein