Zwei Menschen stehen mit einem Blumenstrauß vor mehreren Menschen.
Ulf Schlüter, Theologischer Vizepräsident der EKvW, gratulierte Annette Kurschus als Erster. Foto: EKvW
Bis heute tagt die Landessynode der Evangelischen Kirche von Westfalen in Bielefeld. Abgesehen vom Haushalt sind dies die spannendsten Beschlüsse:

1. Ehe für alle auch in Westfalen

Nach aktuellem Entschluss können in der Westfälischen Landeskirche nun auch gleichgeschlechtliche Paare kirchlich getraut werden. Außerdem auch Paare, bei denen nur eine Partnerin bzw. ein Partner einer christlichen Kirche angehört. Bisher gab es dafür nur den öffentlichen Segen. Für diese Entscheidung gab es eine große Mehrheit.

2. Abendmahl für alle Getaufte und Traubensaft statt Wein

In Westfalen dürfen zukünftig auch Kinder am Abendmahl teilnehmen, wenn sie getauft sind. „Durch den gemeinsamen Gang zum Abendmahl können nun alle getauften Kinder erfahren, dass sie genauso zu Christus gehören wie die Älteren“, sagte Landeskirchenrat Dr. Vicco von Bülow. Das Presbyterium soll die Kinder zu der Tradition hinführen. Bisher war eine Teilnahme am Abendmahl offiziell erst nach der Konfirmation möglich.

Auch wird nun eine Praxis offiziell erlaubt, die in vielen Gemeinden bereits seit Jahren Usus ist: Das Abendmahl darf auch mit Traubensaft gefeiert werden. Zukünftig können also Wein, Wein und Traubensaft oder auch nur Traubensaft gereicht werden. Hier kommt die Kirche nun offiziell auch Kindern und alkoholkranken Menschen entgegen.

3. Klimaneutral bis 2040

Bis 2040 will die Evangelische Kirche von Westfalen klimaneutral handeln. Dafür sollen unter anderem kirchliche Umwelt- und Energiemanagementsysteme ein- und weitergeführt werden. Außerdem wollen die Kirchensynodalen auf erneuerbare Energien setzen und entsprechende Anlagen auf Kirchengebäuden und Kirchenland platzieren. Die Kirche will ihre Mobilität umstellen und für das Thema Umweltschutz sensibilisieren. Nicht zuletzt soll die Arbeitsstelle Klimaschutz weiterhin bestehen. Jährlich will die Synode für diese 135.000 Euro zurücklegen.

4. Annette Kurschus bleibt

Mit 149 von 160 Stimmen wurde Annette Kurschus als Präses in ihrem Amt bestätigt. Sieben Synodale enthielten sich nach Angaben der Pressestelle, vier stimmten gegen die Theologin. Gegenkandidaten gab es nicht. Sie will sich auch zukünftig mit wachen Sinnen und offenem Gesicht in die Welt wenden. Für ihre Kirche melde sie sich in gesellschaftlichen Debatten dann zu Wort, „wenn es aus christlicher Perspektive Eigenes und Entscheidendes zu sagen gibt. Dann allerdings bemühe ich mich, es erkennbar christlich gegründet zur Sprache zu bringen“, sagte sie. Ihr Amt als Präses hat sie seit 2012 inne. Seit 2015 ist sie zudem Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und dessen stellvertretende Vorsitzende.

15 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Es ist mal wieder öffentlich, wie weit sich eine Landeskirche von biblischen Aussagen entfernen kann. Dies ist Teil des großen Abfalls vor der Wiederkunft Jeu Christi. Aber selbige wird ja auch immer häufiger ignoriert oder dementiert.
    Arme Amtskirche!

      • Jörg, es ist aber sehr drastisch, weil von einem wahren Glauben an Jesus nicht ausgegangen wird.
        Eine Handlung, wie Taufe, Beschneidung, Mitgliedschaft…usw. dürfen nie Voraussetzungen sein für Abendmahl oder Errettung. Es geht um Glauben an Jesus Christus und Bekehrung.

  2. Macht Euch „Bitte“ nicht dieser Welt gleich.
    Ein mehr an Kirchensteuer durch Zugang von Weltchristen, bringt nicht unbedingt mehr „FRUCHT“.

  3. Ich finde es immer wieder schade, wenn man dem Zeitgeist mehr Gehör gibt als Gottes Wort. Ehe für alle ist nicht Gottes Plan. Wir sollten uns an seinem Wort orientieren, auch wenn es schwierige Zeiten gibt für die Kirche. So wie Gott eine Konstante in jedem einzelnen Leben sein sollte, so sollte es auch in der Institution Kirche sein. Siehe
    Apg 4,19 Petrus aber und Johannes antworteten und sprachen zu ihnen: Urteilt selbst, ob es vor Gott recht ist, dass wir euch mehr gehorchen als Gott.
    Apg 5,29 Petrus aber und die Apostel antworteten und sprachen: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
    Gesegnete Grüße

    Steffen Klein

    • Bin voll einverstanden!Sehe das genau so. Christus ist alles und in allen! Es geht ja nur um Jesus Christus und um das was wir für gut oder richtig oder zeitgemäß achten.

  4. „Christlich gegründet“, das ist inzwischen ein schillernder, ja beliebiger Begriff geworden. Entleert, weil „biblisch gegründet“ hat man „überwunden“.

  5. Die EKD beweist besonders mit Punkt 1.) „Ehe für alle“ + 2,) „Abendmahl für Kinder“, wie weit sie sich inzwischen von biblischen und christlichen Grundwerten abgekoppelt hat. Die Verantwortlichen müssen sich vor Gott-Jahwe dafür verantworten. Aber auch den haben sie ja inzwischen weitgehend relativiert. Selbst Gott lacht über diese Einstellung, um es gelinde auszudrücken.

    • Das Abendmahl war mit hoher Wahrschenlichkeit das Pessachfest. Und da sind Kinder selbstverständlich.

      Konfirmation oder Firmung kannte man zu Jsus Zeiten eh nicht sondern nur die Taufe.

      Mit welcher theologischen Begründung willst Du also (getaufte) Kinder ausschießen?

      • Das Abendmahl hat beim Pessachfest angefangen, hat aber eine neue Bedeutung bekommen. Das macht Jesus Christus uns ganz klar, wenn er sagt Lukas 22,19 Und er nahm Brot, dankte, brach und gab es ihnen und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch gegeben wird. Dies tut zu meinem Gedächtnis!
        Und in 1 Kor 11,24 und, als er gedankt hatte, es brach und sprach: Dies ist mein Leib, der für euch ist; dies tut zu meinem Gedächtnis! Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, dies tut, sooft ihr trinkt, zu meinem Gedächtnis!
        Es geht hier also um eines Bündnis des Glaubens! Ist etwas total anderes als Pessach feiern für die Juden. Man muss Christus erkennen und dann erst darf man teilnehmen. Deswegen sagt Paulus im 1. Kor 11 auch noch: 27 Wer also unwürdig das Brot ißt oder den Kelch des Herrn trinkt, wird des Leibes und Blutes des Herrn schuldig sein. 28 Der Mensch aber prüfe sich selbst, und so esse er von dem Brot und trinke von dem Kelch.29 Denn wer ißt und trinkt, ißt und trinkt sich selbst Gericht, wenn er den Leib des Herrn nicht richtig beurteilt.

        • Ob das christliche Abendmahl auf das jüdische Pessachfest zurück geht, gilt als sehr wahrscheinlich, allerdings nicht als absolut gesichert. Das nur als Vorbemerkung.

          Und ja, das christliche Abendmahl ist nicht Pessach. Aber ich kann bei Dir nicht erkennen, warum Kinder davon ausgeschlossen sein sollten.

          Gerade Knder nennt Jesus doch sogar als Vorbild des Glaubens (werdet wie die Kinder).

  6. Sehr geehrte Frau Kurschus!
    Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Wiederwahl!
    Eben lese ich den Bericht der Synode in Bielefeld. Eine „große Mehrheit „beschließt die „Ehe für Alle“.
    Damit widerspricht sie dem eindeutigen Willen Gottes! Mein großes Problem ist die Unglaubwürdigkeit. Ja, meine Evangelische Kirche macht sich zum Gott und verdreht die gute Schöpfungsordnung Gottes.
    Sie hat sich vom Wort Gottes verabschiedet und das schmerzt!
    Damit gibt sie das Fundament auf und nun müssen andere Kriterien her.
    Da gibt es die Bibel in gerechter Sprache, veränderte Lieder, die Genderagenda macht Furore. Der Kirche laufen die Leute weg und trotzdem gibt es ein weiter so!
    Der Zeitgeist hat unsere Kirche fest im Griff und viele finden es toll.
    Ich denke, alle wissen, dass „die Ehe für Alle“ , 60 oder 4000 Geschlechter eine große Lüge ist und in den Strudel wird die nächste Generation gezogen.
    Ich wünsche mir ein Aufwachen in unserer Kirche. Auf jeden Fall wird Gott nicht segnen, was ihm ein Gräul ist.
    Es braucht bestimmt viel Kraft, sich dem Mainstream entgegegenzustellen.
    Möge unser Herr das schenken.
    Ich freue mich, dass Sie aus Rotenburg/ Fulda stammen. Vor 50 Jahren habe ich dort meine Schwesternausbildung gemacht, bevor ich Pfarrfrau wurde.
    Gott behüte Sie und segne Sie zum Wohl unserer Kirche.
    Herzlichst, Anne Delventhal

    • Die meisten Austritte in der EKD erfolgen allerdings nicht, weil die Kirche nicht mehr fundamentalistisch genug ist. Das dürfte ein sehr geringer Prozentteil sein (Hauptgründe sind Kirchensteuer und Glaubensabkehr), der sich dann ja eigentlich in den Freikirchen wiederfinden müsste. Und deren Anzahl ist bei hohen Austritten bei der EKD immer noch sehr gering.

      Dem wäre dann auch gegen zu rechnen, wie viele austreten, wenn sie zu fundamentalistisch bleibt.

      Ich bin mir auch nicht sicher, ob Kirche hier wirklich homosexuelle Ehen auch kirchlich trauen sollte. Ich finde es richtig, dass es das staatlicherseits gibt, denn dort kann Glaube kein Maßstab sein.
      Ich kenne auch die Bibelstellen, allerdings auch die Gründe der anderen Seite, die hier lebenslange Bindung einer Beziehung und gegenseitige Verantwortung als positiv und unterstützenswert ansehen. Ich denke schon, dass man auch theologisch zu beiden Entscheidungen kommen kann, sehe aber durchaus, dass das bei konservativen Christen zu Irritation und Ablehnung führt. Allerdings frage ich mich manchmal, ob das wirklich immer nur theologische Gründe sind.

  7. Gratulieren kann ich zu diesen Neuigkeiten aus der westfälischen Synode nicht. Der Abfall von der biblischen Wahrheit beschleunigt sich, da hilft auch ein freundliches Lächeln nicht.

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