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Ist der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, zu weit gegangen, als er es ausdrücklich begrüßte, „dass die Koalitionsverhandlungen (zwischen SPD und CDU) zu einem Ergebnis geführt haben, auf das sich alle beteiligten Parteien einigen konnten“? Hat er mit seinem Facebookpost vom 7. Februar indirekt Werbung für eine Große Koalition gemacht? Zumindest werfen ihm Kritiker aus dem linken Lager genau das vor. Der Theologe Theologe Niklas Schleicher aus München sieht eine bedenkliche Vermischung  zwischen privater politischer Stellungnahmen, geistlichem Wort und kirchenamtliche Verlautbarung. Bedford-Strohm selbst begrüßt diese Diskussion. „Denn sie gibt die Gelegenheit, mehr Klarheit darüber zu gewinnen, ob, wann und wie die Kirche sich zu politischen Vorgängen äußern sollte“, schreibt er auf Facebook.

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4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Da sehen wir doch was für ein Demokratie Verständnis viele Leute auch in der SPD haben, kommt ein pro „No GROKO“ jubeln sie, kommt eine Zustimmung für „GROKO“ dann werden die Befürworter dieser Meinung angegangen.
    Es sollten sich einige Leute mal iihr Gehirn einschalten, damit das Recht auf freie Meinungsäußerung für
    „alle gelten muß“. Ohne Diffamiert zu werden.

  2. Die Rolle der Kirche in der heutigen Zeit ist für mich nicht nachvollziehbar. Sollen sich parteipolitisch nicht beteiligen. Überflüssig der Kommentar zu den GroKo .Verhandlungen. Angebracht wäre Stellung zu beziehen wenn es um Gottes Schöpfung, die Plünderung unseres Planeten geht. Um die Kriege und Elend in der Welt und die Ursachen und deren Verursacher zu benennen.
    Dass in Deutschland, angeblich eines der reichsten Länder der Welt, die Armut immer größer wird, die Kommunen und die Kirchen finanziell am Stock gehen und nicht mehr ihre notwendigsten Aufgaben erfüllen können, könnte der Ratsvorsitzende Stellung beziehen und Ross und Reiter nennen.

    Die einzige Ursache ist das weltweite Schneeballsystem des immerwährenden progressivem Wachstums, immer in Prozent, bei Einkommen, Produktion und Verbrauch, zur Verdoppelungen in wenigen Jahren führt.
    Unsere Politiker, Gewerkschaftsbossen, Spitzenverdiener und selbst Kirchenfürsten können mit diesem System gut leben. Abgeordnete nehmen sich jährlich 200 bis 300 Euro aus der Schatulle. Bei der Rentnerin sind es 20 – 30 Euro. 7 Euro bleibt für Hartz IV Empfänger übrig. Das ist die Schere und sonst nichts.
    Die Kirchen schweigen wie sie immer geschwiegen haben wenn der Satan regiert. .

  3. Von den Linken nicht anders zu erwarten: moergeln und staenkern und selbst nichts zur Verbesserung beitragen … Viel Leid und Elend seit 1917 von ganz LINKS …

  4. ETHISCHE VERANTWORTUNG HAT MAN IMMER

    Natürlich kann man eine andere Meinung haben, ob die derzeit (sinnvollste und schnellste) Möglichkeit einer Regierungsbildung – durch eine große Koalition – richtig ist. Wenn der Landesbischof und EKD-Vorsitzende mit seiner Äußerung eine weitere Diskussion auslöst, ist das sicherlich keine Katastrophe. Er sagt es ja nicht in einer Predigt, sondern als seine Auffassung. Sprach- und Denkverbote für Kirchen-beamte auch in höheren Ämtern kann und darf es nicht geben. Andererseits müssen sie sich Kritik an dem Inhalt solcher Meinungen aber gefallen lassen.Wir leben in einer Demokratie, wo niemand auf einem Sockel steht.

    Ich selbst bin der Überzeugung, dass die Lage in unserer Welt teilweise dramatisch ist und wir es uns nicht leisten können, weiter auf eine Regierungsbildung zu warten. Das ansich berechtigte Interesse der SPD, sich in der Opposition zu erneuern, rangiert nicht vor dem Allgemeinwohl. Dieser Zielkonflikt alleine ist schon sehr konfliktträchtig und man muss sich nicht wundern, dass es die alte Tante SPD fast zerreist.

    Das Ergebnis einer eventuellen Neuwahl dürfte die AfD stärken und damit ihre Möglichkeit, noch mehr Sitze für den Bundestag zu ernten, deutlich erhöhen. Ich habe starke Zweifel, ob man als Christ in einer populistischen Partei sein kann, ohne seine eigenen Werte ad absurdum zu führen. Das eventuelle Argument, eine Minderheitsregierung oder eine Neuwahl würde die Demokratie stärken, ist nur grenzwertig richtig. Leider neigen Populisten genauso wie in anderen Zusammenhängen Fundamentalisten dazu, ganz einfache, bisweilen holzkschnitzartige Vereinfachungen und insbesondere populistische Parteien teilweise auch bösartige Verdrehungen und Vorurteile, zu propagieren. Ich wünsche mir keinen Bundestag, wo die PolitikerInnen, die sich wenigstens noch einer zivilisierten Sprache bedienen, diese dann situativ ablegen mit dem Argument, auf einen groben Klotz passt nur ein grober Keil. Nur der friedliche und produktive Streit nützt der Demokratie und den Demokraten. Polemik und Populismus spaltet die Gesellschaft, tragen aber zum Unterhaltungswert und für Schlagzeilen der Medien bei. Es gibt eine schönere Freizeitbeschäftigung.

    Leider haben die Populisten europaweit aber eine andere Vorstellung von Staat, Demokratie und den Umgang mit nichtdeutschen Menschen.

    Das ganze Thema beweist, dass hier fast alles mit allem zusammenhängt – dann sollte man es unter Christen und in den Kirchen auch diskutieren. Ethik drückt sich auch in der täglichen Politik aus.

    Bernd Hehner, Kaiserslautern

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