Elisabeth Büchle: „Das Lächeln des Drachen“

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Eigentlich enthält dieses Buch zwei in sich abgeschlossene Geschichten. In der ersten Hälfte reist der Leser auf ein englisches Gut in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die junge Olivia ist ganz allein auf der Welt. Sie reist von Deutschland nach England, um den Wunsch ihres sterbenden Vaters zu erfüllen. Sie soll nach seinem Tod zu ihrer Patentante gehen, die in einem Gutshaus am Meer lebt. Völlig durchnässt und erschöpft erreicht Olivia an einem stürmischen Tag das Haus, nur um festzustellen, dass ihre Patentante schon vor Jahren gestorben ist. Dafür verwaltet nun der mittlere Sohn Simon das Gut. Der älteste Sohn gilt schon lange als verschollen, der jüngste Sohn lebt mit seiner Familie bei seinen Schwiegereltern.

Simon ist zunächst sehr unnahbar, obwohl er sich heimlich freut, Olivia zu sehen, das Mädchen, für das er immer geschwärmt hat. Der freundliche Butler der Familie weiß es geschickt so zu lenken, dass Olivia zunächst im Haus bleibt. Das führt zu einem überraschenden und überstürzten Eheantrag. Neben einer zarten Romanze erfährt der Leser einiges über die Schwierigkeiten der Pächter und der vielen verwaisten Kinder. Die historische Gestalt George Müller, der sehr viele Waisen im Vertrauen auf Gott versorgte, hat einen inspirierenden Gastauftritt.

Action in Teil zwei

Der zweite Teil spielt in unserer Zeit. Die rasante Geschichte erinnert an einen Actionfilm. Falk Jäger wird von seinen Eltern zu einer Insel vor der kanadischen Küste gerufen. Die Eltern kümmern sich um Junia, eine junge Frau, die schon zweimal einer geplanten Entführung nur knapp entkommen konnte. Falk macht sich mit seinen Freunden auf die Suche nach dem Entführer. Dabei geraten sie in Gefahr und sie stoßen auf ein großes Rätsel, das weit in die Vergangenheit zurückreicht. Von Falk und seinen Freunden gibt es bereits zwei Bücher der Autorin. Vorwissen ist aber nicht nötig, um dieses Buch zu genießen.

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Es ist interessant, dass die Autorin die zwei Geschichten nacheinander erzählt und nicht abwechselnd. Es wird erst gegen Ende klar, wie beide Erzählstränge zusammenhängen. Die Rätsel werden recht jedoch schnell und unspektakulär gelöst. Viele der Charaktere sind hingegen einfach liebenswert. Man spürt beim Lesen, wie sorgfältig die Autorin die einzelnen Persönlichkeiten geschaffen hat.

Ein Plus dieses Buchs sind die geistlichen und moralischen Themen. Da geht es beispielsweise darum, einer möglichen Affäre den Rücken zu kehren, da Liebe eine Entscheidung ist. Es geht um Selbstsucht, Unzufriedenheit und um deren zerstörerische Folgen. Und schließlich geht es um die Kraft des Gebets und um Vergebung.

Von Marianne Müller

Leseprobe (PDF)

Verlag: Gerth Medien GmbH
ISBN: 978-3-9573462-1-6
Seitenzahl: 448
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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