Elke Ottensmann: „Aus Opas Federhalter und Omas Handtasche“

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Diese Familienchronik deckt 80 Jahre des vorherigen Jahrhunderts ab: Großvater Arthur wurde mit Beginn des letzten Jahrhunderts in Schlesien geboren. Allein schon die Beschreibung seiner Geburt, seiner Familie und den damaligen Lebensumständen im heutigen Polen ist interessant und informativ. Wie haben deutsche Familien damals in Schlesien gelebt, wie sah der Schulunterricht aus, wie wurde gearbeitet, eingekauft, gewirtschaftet? Wie sah Familienleben ohne viel Technik aus, ohne Radio oder Fernseher, Handy oder Waschmaschine? Welche Werte waren wichtig? Wie war das damals mit Selbstverwirklichung und Berufswünschen, dem Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, bzw. Chef und Lehrling, Ehemann und Ehefrau?

Die Zeit des ersten Weltkrieges wird beleuchtet, die Zeit zwischen den Kriegen und des zweiten Weltkriegs, der Nachkriegsjahre mit Flucht und Vertreibung und die Jahre als Fremde unter Deutschen. Es gibt keine Schuldzuweisungen, sondern eine durchweg humorvolle Schilderung der Umstände, unter denen Arthur und seine Familie gelebt haben – mit einigen überraschenden und ungewöhnlichen Fakten.

Der Leser zieht automatisch immer wieder Vergleiche zur heutigen Lebensweise und den heutigen Verhältnissen. Besonders interessant ist die Schilderung der Flüchtlingssituation der damals aus ihrer Heimat Vertriebenen.

Es ist ein spannendes Buch, durchweg gut geschrieben, überzeugend und ehrlich. Sehr beeindruckt hat mich das unumstößliche Vertrauen von Arthur und seiner Frau Johanna in Gott. Oberste Priorität in ihrem Leben hatte die Prämisse, sich von Gott leiten zu lassen und auf seine Führung zu vertrauen. Und obwohl sie einige Schicksalsschläge erlitten haben und durch sehr schwere Zeiten gingen – das Vertrauen in Gottes Liebe hat sie nie verlassen.

Von Brigitte Keune

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM Hänssler
ISBN: 978-3-7751-5845-9
Seitenzahl: 280
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