Eric Metaxas: Luther – Der Mann, der Gott neu entdeckte

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Um es gleich zu sagen: Dieses Buch hat mich begeistert! Mit bemerkenswerter Leichtigkeit gelingt es Eric Metaxas schwierige Zusammenhänge und herausfordernde Umstände dem Leser nahe zu bringen. So nimmt er uns mit hinein in das Leben Martin Luthers und seine Zeit – das ausgehende Mittelalter. Es ist Metaxas ein Anliegen, überkommene Mythen oder Anekdoten zu durchleuchten und gegebenenfalls auch richtig zu stellen; und davon gibt es tatsächlich einige.

Ich war erstaunt darüber, dass es offensichtlich Unmengen von erhaltenen Briefen und Dokumenten gibt, die ein durchaus realistisches Bild über Luther und seine Position vermitteln. Metaxas arbeitet deutlich die damaligen Missstände in der Kirche heraus, betont aber auch zugleich, daß es am Anfang überhaupt nicht die Absicht Luthers war, den entstandenen Flächenbrand zu forcieren. Er wollte der Kirche dazu verhelfen, wieder zurück zur Quelle zu finden. Dabei hat mich neu berührt, wie uns dabei die seelsorgerliche Seite des oftmals derben Luthers gezeigt wird. Außerdem war ich erstaunt, die Entwicklung Luthers vom sich zerfleischenden Mönch zum unerschrockenen Kämpfer zu verfolgen. Luther war eine beeindruckende Persönlichkeit, der ungeheuer fleißig, kompromisslos, konsequent und mit viel Humor agierte. Eine bis zuletzt spannend geschriebene Biografie über einen Mann, der die Welt verändert hat. Aber auch seine Wegbegleiter – egal ob Freund oder Feind – werden da, wo es nötig ist, etwas ausführlicher vorgestellt und es gibt erstaunlicherweise sogar einige Bilder, die zum größten Teil auf Lukas Cranach zurückgehen.

Von Ingrid Bendel

Leseprobe (PDF)

Verlag: SCM Hänssler
ISBN: 978-3-7751-5825-1
Seitenzahl: 640
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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