Siegfried Winkler, Ekkehart Vetter, Dr. Reinhardt Schink von der Evangelischen Allianz
Von links: Siegfried Winkler, Ekkehart Vetter, Dr. Reinhardt Schink (Foto: Evangelische Allianz / Christian Hoenig)
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Die Deutsche Evangelische Allianz hat sich in einer Stellungnahme von einem mittlerweise gelöschten Video distanziert, das Hauptvorstandsmitglied Gaby Wentland auf Facebook veröffentlicht hatte. Darin hatten sie und die Autorin Inka Hammond mit dem Anspruch eines „prophetischen Worts für Deutschland“ den Eindruck erweckt, dass Kritiker des US-Präsidenten Donald Trump den Segen Gottes verlieren würden.

Wentlant habe in dem Video nicht im Namen der Evangelischen Allianz gesprochen, heißt es in der Stellungnahme der Allianz. „Es geht uns nicht primär um die inhaltliche Bewertung des aktuellen US-Präsidenten durch die beiden Sprecherinnen, sondern darum, dass hier ein Mann, den man sachlich kritisieren kann und muss, durch den Anspruch eines „Wortes von Gott“ einer Kritik weitestgehend entzogen wird.“ Das Video lade nicht zum Prüfen des prophetischen Wortes ein, „was Menschen mit einem prophetischen Anspruch, gerade bei einem so sensiblen Thema, immer [!] tun sollten“, heißt es weiter.

Die Allianz schätze Wentlants „außerordentliches diakonisches Engagement in Bezug auf Menschenhandel“ sehr. Dennoch teile man die Art und Weise, wie in dem Video ein prophetisches Wort weitergegeben werde, sowohl methodisch als auch inhaltlich nicht.

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Die Evangelische Allianz sei keine parteipolitische Bewegung, sondern stehe in ihren politischen Äußerungen für christliche Werte und mit ihren politischen Grundüberzeugungen „klar auf dem Boden des Grundgesetzes“. Innerhalb dieses Rahmens seien politische Aussagen ihrer Mitglieder häufig heterogen.

Unterschrieben ist die Stellungnahme von Ekkehart Vetter (Vorsitzender), Siegfried Winkler (2. Vorsitzender) sowie Generalsekretär Dr. Reinhardt Schink.

Link: Stellungnahme der Ev. Allianz

16 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Natürlich ist berechtigte Kritik an Politikern legitim. Sie sollte aber sachlich sein, gerade wenn sie von Christen kommt, und nicht verleumderisch. Und hier liegt genau das Problem. Weder die Kritik an Präsident Donald Trump, noch die Kritik von so genannten „Christen im Widerstand“ an den Corona-Maßnahmen, findet auf einer sachlichen Ebene statt. Die derzeitige Kritikkultur kann man durchaus kritisch sehen, von daher ist die Mahnung von Gaby Wentland und Inka Hammond nicht ganz unbegründet…

      • Das mag ja sein. Wir sollten aber nicht mit den gleichen Waffen zurückschlagen. Es wäre weise, trotzdem auf der sachlichen Ebene zu bleiben und dem Gegenüber mit Respekt zu begegnen 😉

        • Ja, d’accord – ich habe allerdings unsachliche, respektlose Kritik von Christen AN Trump irgendwie verpaßt. Mit Sicherheit gibt es die, aber was die christliche Kritik auf Trump betrifft, dominiert doch ganz überwiegend die Sachlichkeit. Daher frage ich mich, was dieser Hinweis soll … irgendwie ist mir unwohl dabei. Schließlich ist unser menschliches Handeln immer nur relativ gut oder schlecht. Daher sollte man neben den absoluten Werten auch immer die Relationen im Auge behalten.

          Und genau das macht Trump nicht. Er stellt gerne Fehler in der Berichterstattung über ihn groß hinaus und schon schließen seine Fans, daß alle Kritik an ihm unsachlich, verleumderisch oder fake news sind. Hinweise, wie Deine sind da Wasser auf Mühlen, die Du doch gar nicht antreiben willst – nicht wahr?

          Um das vielleicht an einem anderen Beispiel noch klarer zu machen. Wir lügen alle regelmäßig und immer wieder. Wenn ich also z.B. eine Politikerin danach beurteilen soll, wie ehrlich sie ist, muß ich ihren Umgang mit der Wahrheit relativ beurteilen. Von Trump-Fans hört man immer gerne: „Aber andere Politiker lügen doch auch …“. Ja, das ist wahr, und wie gesagt, nicht nur Politiker! Aber wie oft lügt er, wie dreist und skrupellos lügt er, hat er schon mal Reue gezeigt weil er gelogen hat, oder rechtfertigt er regelmäßig seine Lügen im Nachhinein. Und dann wäre da noch der ganz pervertierte Umgang mit der Wahrheit: Man bringt eine Lüge so in Umlauf, daß einem selbst gar nicht nachgewiesen werden kann, daß man gelogen hätte … achte mal darauf!

  2. Mit welchem Recht wurde das Video gelöscht? Wer hat die Löschung in Auftrag gegeben?
    Sicher ist es legitim, Trump zu kritisieren. Zu einer fairen Kritik gehört es allerdings auch, die positiven Denkansätze des kritisierten Menschen zu würdigen. Trump setzt sich ein gegen Menschenhandel, Kindesmissbrauch, gegen die Tötung Ungeborener, für religiöse Minderheiten fällt mir da ein.

    • Hmmmm – auch so Sachen, die ich irgendwie verpaßt habe:
      Trump setzt sich ein gegen
      a) Menschenhandel – in wie fern? Er dichtet die Grenze nach Mexiko noch stärker ab, versucht Einwanderung von Flüchtlingen möglichst zu unterbinden und erhöht den Druck auf Menschen, die formal „illegal“ im Land sind – alles Maß-nahmen, die den Menschhandel fördern!
      b) Kindesmissbrauch – auch da wüßte ich jetzt nicht an was Du da konkret denkst? Das Klima der Angst und des Has-ses, das er schürt, dürfte da kaum hilfreich sein. Und jemand der seine minderjährige Nichte sexuell anmacht – wenn auch „nur“ mit nicht justiziablen Worten …
      c) die Tötung Ungeborener – ja sicher, da wo es ihn nicht betrifft. Sein ausschweifendes Sexualleben läßt mich aber eher befürchten, daß er selbst für die ein oder andere Abtreibung verantwortlich sein könnte.
      d) für religiöse Minderheiten – welche? Die Mitglieder einer Gemeinde, die gegen den Missbrauch Ihrer Kirche für Pro-pagandazwecke protestieren, läßt er schon mal wegprügeln…

  3. Jesus.de sollte wenigstens schreiben um was es in dem mittlerweile gelöschtem Video überhaupt ging, damit man sich selbst ein Bild machen kann!

  4. Sehr gute Reaktion. In den Video wurden allen Christen bewusst ein schlechtes Gewissen gemacht, die die Politik von Trump kritisch sehen. Denn der Präsident sei ja von Gott eingesetzt. Also würde man direkt damit Gott kritisieren. Und das dann noch als prophetisches Wort verkaufen. Sehr erschreckend!

  5. Kritik an Donald Trump berechttigt

    Christinnen und Christen leben nicht in einem luftleeren Raum, sondern in einer Demokratie. Sie dürfen daher grundsätzlich auch politische Positionen und Handlungen – auch vom dem Hintergrund des Evangeliums – in diesem Sinne „sachlich“ kritisieren. Ein christlicher Zusammenschluss wie die Evangelische Allianz wird allerdings stillschweigende oder auch verschriftlichte Regeln haben, sich direkt zu (parteil-)politischen Ereignissen nicht als Funktionsträger zu äußern. Ich glaube allerdings fest daran, dass auch heute einzelne Christen prophetische Äußerungen (nicht nur machen dürfen, sondern) machen müssen – insofern der oder die Prophetin hierzu einen höheren Auftrag hätte. Da wird es dann aber kompliziert, weil eine solche Prophetie geprüft werden müsste. Da niemand in den Kopf eines anderen Menschen sehen kann und schon gar nicht dessen Gedanken zu lesen vermag, kann dies nur auf geistliche Weise geschehen. Nun scheint es, wenn ich die Angelegenheit richtig verstehe, ja um ein prophetisches Wort zu gehen, dass den derzeitigen amerikanischen Präsidenten einer sachlichen Kritik weitgehend entzieht. Bei einem Menschen, der so mit Lügen und Halbwahrheiten bzw,. alternativen Wahrheiten arbeitet, Populist ist, mit Häme und in einer unanständigen Sprache arbeitet und offensichtlich sehr kräftig in Rassenkonflikte oder andere Probleme Öl ins Feuer schüttet, kann es nicht um echte Prophetie gehen. Die Sache vor einem biblischen Hintergrund beleuchtet stellt zwar klar, dass die großen Gestalten des Alten und Neuen Testamentes immer sehr fehlerhafte Menschen waren, weil Gott für diese Gestalten interessanterweise eine große Vorliebe besitzt. Sollte ein Herr Trump eine Wandlung von einem Saulus zu einem Saulus erleben, was ein sehr großes Wunder wäre, sollte man ihm ernst nehmen. Jetzt fördert er die Spaltung der USA und der Welt, gibt Rassisten Auftrieb und ist offensichtlich eher krank als gesund, jedenfalls wenn er ein Soziopath ist. Da in Amerika hinter dem Präsidenten immer noch ein Untergebener hergeht mit dem roten Knopf für die Atomraketen, selbst wenn er im Weissen Haus nur die Porzellanausstellung besucht, muss man um seiner Willen und um der Bewahrung willen lieber ständig für ihn beten. Eigentlich sollte man dies auch hinsichtlich dem Ausgang der Wahl. Hier ist mir bewusst, dass das amerikanische 2-Parteien-System expliziet Unfreundlichkeiten und Tritte unter die Gürtelliinie fördert. Politiker/innen, zumal in Wahlkampf, sind keine Engel. Aber Trump strengt hier alle Grenzen.
    Mein Kommentar ist nicht weichgespült, sondern konkret. Das darf gerne sachlich kritisiert werden. Aber leider werden Populisten oder Extremisten meist in der gleichen Sprache verbal verteidigt, die sie auch als alltagstauglich betrachten.

    • Jemanden als krank oder gar als Soziopath zu bezeichnen, adressiert die persönliche Ebene und nicht die sachliche. Mal ganz davon abgesehen, dass Sie Donald Trump wahrscheinlich nicht persönlich kennen und eine Ferndiagnose daher schwierig ist. Eine sachliche Kritik würde sich auf konkrete politische Entscheidungen beziehen.
      Sie schreiben außerdem: „Aber leider werden Populisten oder Extremisten meist in der gleichen Sprache verbal verteidigt, die sie auch als alltagstauglich betrachten.“

      Dieses Argument hätte ich mit meinem Post wohl eindeutig widerlegt 😉

      Im Übrigen verteidige ich hier nicht Donald Trump (Dafür habe ich von ihm kein Mandat bekommen), sondern möchte dazu anregen, auf der sachlichen Ebene zu diskutieren. Das ist uns in Deutschland etwas verloren gegangen…

      • Lieber Dirk Grote,

        jemand zumindestens zu verdächtigen, er sei ein Soziopath, wenn es dafür ganz viele Indizien gibt, halte ich für keinesfalls unsachlich. Im übrigen spricht und handelt Donald Trump zumeist von einer persönlichen Ebene aus, denn seine absolute Vermischung sachlicher und persönlicher Ebene ist ja gerade das Problem. Wenn ich nicht sehr irre, ist ein Soziopath in gewisser Weise krank, weil sein ganzes Denken und Trachten alleine darin besteht, sich selbst zu sein, sich selbst als den Mittelpunkt und das Zeil allen Handelns zu sehen. Einer solchen Persönlichkeit ist weder am richtigen Platz im Präsidentenamt, noch beherrscht er die Sprache und schon garnicht die Feinheiten der Diplomatie. Das alles könnte ich endlos fortsetzen. Ich halte das auch nicht für respektlos und falsch, sondern es gibt Situationen, wo man – wie es Jesus selbst vorschlägt – ja ja oder nein nein zu sagen. Was bedeutet: Eine eindeutige Meinung und Kritik gegenüber einem Menschen mit vielen alternativen Wahrheiten kann nur sein, dass dies das gezielte Praktizieren von Unwahrheit darstellt. Das widerum ist leider auch sachlich. Warum gerade Christen, die ihren Glauben ganz ernstnehmen, gerade so verliebt in Trump sind – damit meine ich hier uns nicht – kann ich nun gar nicht verstehen.

        • Das Bild, das wir von Donald Trump haben, ist geprägt von unseren Medien und alles andere als objektiv. Aus zweiter Hand per Stille Post, wenn ich diesen Vergleich mal bemühen darf. Kein seriöser Psychologe würde auf Grund von Fernsehberichten eine Diagnose Stellen. Aber wir Laien können das natürlich 😉 Welch eine Arroganz…
          Und nochmal: Ich bin nicht verliebt in Trump, mir geht es um Sachlichkeit und Respekt vor der Person. Die Berichterstattung in den USA ist übrigens wesentlich differenzierter, was den POTUS angeht…

    • „ist offensichtlich eher krank als gesund“
      Da habe ich kürzlich einen sehr witzigen Kommentar eines Arztes (Psychotherapeut oder so) gelesen. Trump als psyschich krank zu bezeichnen, wäre eine Beleidigung für all seine liebenswerten Patienten, die sich ernsthaft bemühen – oder so, sinngemäß …

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