Goma im Osten der Demokratischen Republik Kongo (Foto: epd-Bild / Bettina Rühl)
Die politische, wirtschaftliche und humanitäre Lage in der Demokratischen Republik Kongo (Zentralafrika) ist dramatisch. Einzige Hoffnung für viele junge Kongolesen: die Kirchengemeinden vor Ort.

„Nach dem Sturz der Mobutu-Diktatur, die das Land 30 Jahre versklavt hat, haben wir uns der Illusion hingegeben, dass wir von Ausbeutung und Armut befreit würden und dass es einen Rechtsstaat geben wird“, sagt der kongolesische Pater Simon-Pierre Kakiau von der Gesellschaft für die Afrikamissionen (SMA) gegenüber dem Nachrichtendienst Fides. Stattdessen habe es lediglich einen „Regimewechsel“ gegeben. Das repressive System und die Wirtschaftsspekulation hätten Wurzeln geschlagen, dazu gebe es Milizen im Osten und im Zentrum des Landes.

Kirche ist „moralische Kraft“

„Aufgrund ihrer prophetischen Mission bleibt die Kirche die einzige Hoffnung für die Jugend“, so Kakiau. „Sie beschränkt sich nicht darauf, soziale Ungerechtigkeiten in ihren unterschiedlichen Formen zu verurteilen, sondern begleitet die jungen Kongolesen auch durch die Verkündigung des Evangeliums und den sozialen Dienst und schenkt ihnen damit Hoffnung auf eine bessere Zukunft.“ Die Kirche sei eine „moralische Kraft“ in dieser für das Land so „finsteren Zeit“.

„Schon nach dem schweren Wahlbetrug von 2011 hat nur die Kirche offen erklärt, dass diese Wahlen weder das Kriterium der Gerechtigkeit erfüllen noch mit dem Gesetz übereinstimmten“, betont der Missionar. „Von diesem Moment hörten die Kongolesen nur noch auf die Kirche.“ Die kongolesische Jugend fühle sich durch die Begleitung der Kirche verantwortlich für das Schicksal des Landes und sei bereit, selbst Opfer zu bringen. Viele seien während der friedlichen Märsche vom 31. Dezember 2017, 21. Januar und 25. Februar 2018 gestorben, etliche befänden sich immer noch im Gefängnis oder im Krankenhaus. Trotz der Unterdrückung würden die jungen Menschen weitermachen. „Das Evangelium der Hoffnung ist dabei ihr Leitfaden. Sie kämpfen weiter für eine Zukunft der Gerechtigkeit und des Friedens, für das Wohl der Nation.“

3 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Gott sei gelobt für den Mut dieser Menschen. Möge der Herr diese Opferbereitschaft belohnen und bald Frieden und Ehrlichkeit schenken.

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen ein