Ob Smartphone, Alkohol oder Süßigkeiten – viele Menschen verzichten in der Fastenzeit vom 6. März bis zum 18. April auf lieb gewonnenen Luxus. Ein paar zusätzliche Anregungen, wie sich die Fastenzeit gestalten lässt, geben die verschiedenen Kirchen.

Die meisten Menschen kommen in der Zeit zwischen Karneval und Ostern ohne Alkohol und Süßigkeiten aus. Das hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Hilfswerks Misereor herausgefunden. Jeweils 47 Prozent der Teilnehmer haben angegeben, dass sie darauf am ehesten eine Zeit lang verzichten könnten. 23 Prozent der Befragten wollen auf das Rauchen verzichten, 17 Prozent keinen Kaffee trinken. Am schlechtesten können sich die 2.000 Teilnehmer von Handy, Computer und Auto trennen. Nur sieben Prozent wollen es der Umfrage nach versuchen. Für den, der finanziell in der Fastenzeit etwas Gutes tun will, bietet Misereor eine Fastenaktion an. In diesem Jahr steht El Salvador im Mittelpunkt.

Einen ganz anderen Weg geht die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche. Hier heißt das Motto in der Passionszeit „7 Wochen mit“: „Wir wollen Gelegenheit geben, das ‚Mehr‘ Gottes wieder neu und bewusst in den Blick zu nehmen: Die vermeintliche Niederlage Christi wandelt sich in Gewinn: Nicht der Tod behält die Oberhand“, heißt es auf der Webseite. Während der Fastenzeit findet an jedem Tag in einer der beteiligten Gemeinden ein Gottesdienst oder eine Andacht statt. Zusätzlich dazu gibt es auf der Internetseite Bibelworte, Auslegungen und Meditationen. Man lade ein, für kürzere oder auch längere Momente aus dem Alltagsgetriebe auszusteigen und einzukehren bei dem dreieinigen Gott, so die Initiatoren.

7 Wochen ohne Lüge

Die evangelische Kirche ruft traditionsgemäß an diesen Tagen zur Aktion „7 Wochen ohne“ auf. In diesem Jahr steht die Lüge im Fokus. Fast zwei Drittel der Deutschen glaubten, auf Fragen wie „Hat es geschmeckt?“ oder „Wie sehe ich aus?“ dürfe man mit Lügen antworten, schreibt Arnd Brummer, der Geschäftsführer der Aktion, und stellt die Frage: „Gilt das achte Gebot unbedingt? Auch dann, wenn ich anderen mit der Wahrheit vielleicht wehtue oder gar schade?“ Die sieben Wochen rund um das Thema Lüge sollen helfen, die Komfortzone zu verlassen. Die evangelische Kirche macht sich mit den Teilnehmern auf die Suche nach der Wahrheit und Wahrhaftigkeit. Um mitzumachen, gibt es mehrere Möglichkeiten: Online geht das mit einem Fastenkalender als App. Zusätzlich können auch ein Themenmagazin und ein Fastenkalender als Printversion auf der Aktionsseite bestellt werden.

Gleich mehrere Aktionen zur Fastenzeit bietet der ökumenische Verein „Andere Zeiten“ an. Hier ist beispielsweise ein Fasten-Wegweiser als Heft mit zahlreichen Anregungen zu erwerben, es gibt ein Fastenforum und Aktionskarten. Ungewöhnlich ist die Aktion „7 Wochen anders leben“. Einmal in der Woche erhalten Teilnehmer einen Brief mit Erfahrungsberichten, Anregungen und biblischen Geschichten. Die Briefe sollen das individuelle Fastenvorhaben unterstützen. Die Postsendungen inklusive Versand und einer Fastenbroschüre gibt es für 10,50 Euro auf der Webseite des Vereins zu bestellen.

7 Wochen für das Klima

Das Klimafasten steht unter dem Motto „So viel du brauchst …“ (2. Mose 16). „Die biblische Geschichte mit dem Manna ist die Urgeschichte des Genug. Es reicht für alle, doch was zu viel gesammelt wird, verdirbt“, schreiben Dr. Irmgard Schaetzer, Präses der Synode der Evangelischen Kirche, und Katrin Kortmann, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, im Grußwort zur Aktion. Organisiert wird das Klimafasten von elf evangelischen Landeskirchen und drei katholischen Bistümern. Die sieben Aktionswochen behandeln jeweils ein Thema wie „fairer Konsum“ oder „plastikfrei“. Dazu gibt es Anregungen oder praktische Tipps, beispielsweise: „In dieser Woche informiere ich mich, ob es in meiner Nähe direktvermarktende Bauernhöfe gibt“. Zusätzlich zu den Informationen auf der Internetseite bieten die Initiatoren auch eine Fastenbroschüre an. In eine ganz ähnliche Kerbe schlägt das Autofasten, bei dem sich mehrere Kirchen beteiligen.

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Vor allem Politiker sollten ab sofort, statt ständig gestelzt um den heißen Brei herumzureden, endlich mal dauerhaft auf Labern fasten und anfangen, die eigentlichen Probleme zu lösen ( z. B. ungebremste Zuwanderung trotz Wohnungsnot und übervölkerungsbedingtem, bereits jetzt schon unverantwortlich hohem Landschafts- und Ressourcenverbrauch – das hat nichts mit Rassismus zu tun !!! – , Entchristlichung, Kriminalität, Plastikmüll u. v m. ), ehe ihnen der kochende Kessel um die Ohren fliegt…

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