Die Christliche Medieninitiative pro hat den christlichen Medienpreis „Goldener Kompass“ vergeben. Den Glauben an Jesus finden die Initiatoren an den unterschiedlichsten Stellen.

Seit 18 Jahren prämiert die christliche Medieninitiative pro mit dem „Goldenen Kompass“ Menschen, die den christlichen Glauben in die Medien tragen. In diesem Jahr ging er an zehn Medienschaffende. Er ist mit bis zu 2.500 Euro dotiert.

Eine Pfingstgemeinde im Krimi

Fünf der Medienpreise gingen an die Macher des ZDF-Spielfilms „Ein Kind wird gesucht“. Neben dem Schauspieler Heino Ferch zeichnete die Jury den Produzenten Nils Dünker, den Regisseur Urs Egger und die Drehbuchautoren Katja Röder und Fred Breinersdorfers aus. Der Film basiert auf dem Mordfall von Mirco aus dem Jahr 2010. Damals kam der zehnjährige Junge ums Leben. Der Kommissar Ingo Thiel, gespielt von Ferch, trifft auf die Eltern des verschwundenen Jungen, die eine Pfingstgemeinde besuchen. Thiel mache eine bemerkenswerte Wandlung durch, sagte Matthias Huff, Redaktionsleiter Nonfiktion beim Sender Kika, in seiner Laudatio. Anfangs könne er mit den „Glaubensjunkies“ nichts anfangen, setze sich am Ende aber zumindest teilweise mit dem christlichen Glauben auseinander. Die Frage der Mutter, wo Mirco sei, beantworte er schließlich mit „bei Gott“.

Der Film zeige darüber hinaus, dass der Glaube nicht vor Trauer und Verzweiflung schütze und keine allgemeingültige Antworten auf die Frage nach dem Leid liefern könne. „Ein starkes Stück öffentlich-rechtlichen Fernsehens“, sagte Huff.

Mit 50 Euro zum Glauben

Zwei weitere Preise behandelten das Buch „Mit 50 Euro um die Welt. Wie ich mit wenig in der Tasche loszog und als reicher Mensch zurückkam“ von Christopher Schacht. Er wurde zusammen mit dem NDR-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt geehrt. Schacht vereine in seinem Roman Abenteuer, Biografie und Christentum, sagte Daniel Böcking, der stellvertretende Chefredakteur Bild Digital: „Du missionierst nicht mit dem Vorschlaghammer. Nur im Untertitel könnte man erahnen, dass ziemlich viel Gott drinsteckt“. Meyer-Burckhardt ließ den jungen Weltenbummler in seiner Talkshow über den Glauben reden – obwohl das bei der Vielzahl spannender Geschichten gar nicht nötig gewesen wäre. Die „vorurteilsfreie Offenheit und Neugier“ des Moderators sei beeindruckend, deshalb erhielt er den Preis.

Pfarrer auf YouTube

Gunnar Engel vlogt auf YouTube über sein Pfarrleben. Auf der Videoplattform nimmt er Menschen mit durch den Gemeindealltag – von der vollgeschriebenen Beerdigungskladde bis zum Riesenpaket voller Bibeln. Als Vorreiter einer digitalen Kirche wurde er dafür nun mit dem Goldenen Kompass ausgezeichnet. „Sie erreichen junge Menschen auf der Suche und Menschen, die sich vielleicht erstmals mit Kirche, der Bibel und der Gemeinde beschäftigen möchten“, lobte Christian Sterzik, der Leiter der Stabstelle Digitalisierung der Evangelischen Kirche in Deutschland. Im Gegensatz zu Kanälen wie „Jana glaubt“ sei es ihm im Alleingang gelungen, „ein relevantes christliches YouTube-Angebot für eine ganz wichtige Zielgruppe zu schaffen“.

Nächstenliebe ganz praktisch

„Wem geht es schlechter, wenn er Flüchtlingen hilft?“ heißt der Artikel, für den Melanie Mühl von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ausgezeichnet wurde. Sie erzählt die Geschichte von Linda Schulz, die Sachsen verlässt, um Flüchtlingen im Camp „Home for the Needy“ zu helfen. Dort finden in Nigeria Menschen Zuflucht, die vor der Terrorgruppe Boko Haram geflüchtet sind. Mühls Text stelle glaubwürdig dar, dass „Glück am leichtesten der findet, der sich dem Anderen zuwendet, statt sich nur um sich selbst zu drehen“, sagte Benjamin Piel, Chefredakteur des Mindener Tageblatts. Die Protagonistin des Artikels ist Christin. Der Artikel zeige, dass christliche Nächstenliebe nicht da ende, wo die Freundlichkeit des Gegenübers erschöpft sei. Sowohl in Deutschland, in dem ihr Unzufriedenheit und Fremdenhass begegneten, als auch in dem Lager lebe Schulz dank ihres Glaubens die Nächstenliebe. Der Text sei damit ein „Ausdruck von Menschlichkeit und Hoffnung“.

Ostern in Berlin

Berlin gilt gemeinhin als säkular. Trotzdem hat Selina Bettendorf es in ihrem Artikel „Was glaubt Berlin?“ in der Osterausgabe des Berliner Tagesspiegels es gewagt, christliche Töne anzustoßen. Eine Jüdin, eine Muslima und ein Humanist äußern sich wertschätzend zum christlichen Osterfest. Ein katholischer Student bringt das Evangelium in eigenen Worten auf den Punkt und berichtet über seine Bekehrung. Und sogar der Berliner Erzbischof kommt zu Wort und macht Werbung für den Glauben: „Leben Sie so, als wenn der christliche Glaube Recht hätte, und sammeln Sie Ihre Erfahrungen damit.“ Das alles schildere die junge Journalistin unaufdringlich, ausgewogen und ohne „frommen Jargon“, sagte Stefanie Ramsperger, die Redaktionsleiterin des christlichen Medienmagazins pro. Dafür erhielt Selina Bettendorf den Nachwuchsjournalistenpreis des „Goldenen Kompass“.

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