Larissa Bauer hat einen großen Traum: Sie will mit einer Detektivserie für Kinder und Jugendliche den christlichen Glauben vermitteln. Was ihr noch fehlt, sind 40.000 Euro. Doch ihr Ziel gibt sie nicht auf.

Von Nathanael Ullmann

Der Beginn der Geschichte rund um die Serie „Die Käpsele“ (eine schwäbische Bezeichnung für einen gewitzten Menschen) klingt zu schön, um wahr zu sein: Lee Heinemann und Larissa Bauer lernen sich bei der Produktion eines 30-minütigen, christlichen Kurzfilms kennen. Heinemann studiert Drehbuch an der Filmakademie Ludwigsburg, Larissa interessiert sich seit ihrem Studium der Kultur- und Medienbildung für die Arbeit als Regisseurin. Bei den Dreharbeiten zu einem weiteren Film entscheiden sie, zusammen ein größeres Projekt zu realisieren: „Es war unser Anliegen, etwas für Kinder und junge Teenager zu machen. In diesem Alter ist man ganz besonders auf Sinnsuche“, sagt die 27-Jährige.

Just im richtigen Moment erhält Bauer ein Erbe, mit dem die frisch gegründete „Geistreich GbR“ zwei erste Trailer produziert. „Den haben wir mit einem kleinen, professionellen Team gemacht“, so die Regisseurin. Unter anderem können die beiden Filmemacher den ERF-Kameramann Andreas Lehmann für das Projekt begeistern.

Doch nach der Trailerveröffentlichung 2017 verlässt die Jungkünstler das Glück. Für eine Pilotfolge bräuchte die Geistreich GbR eigenen Angaben zufolge 50.000 Euro. Bisher sind davon gerade einmal 10.000 Euro zusammengekommen.

Christliche Pfefferkörner

Dabei klingt die Idee vielversprechend. Am leichtesten lässt sich das Konzept als eine christliche Version der NDR-Fernsehserie „Die Pfefferkörner“ beschreiben. Vier Teenager und ein jüngerer Bruder lösen verschiedene Fälle. In der im Trailer angedeuteten Folge geht es beispielsweise um einen Chip, der durch einen Zufall in die Hände der Jugendbande fällt. Besonders ist, dass Religion in den Filmen immer wieder eine Rolle spielen soll. „Allerdings sollen auch nichtchristlich sozialisierte Zuschauer etwas mitnehmen können“, so Bauer. Der Glaube soll also nicht aufgesetzt missionierend daherkommen, sondern ganz natürlich einfließen. Ein Beispiel weiß die Produzentin zu nennen: In der geplanten Pilotfolge werden die Jugendlichen eingesperrt. Eines der Kinder setzt sich hin und betet. Im Folgenden reden die anderen Kinder darüber, was Gebet ist und dass man zu Gott eine persönliche Beziehung haben kann.

Die Käpsele
Vier der fünf Käpsele: Sammy (Silas Modrow), Junia (Amelie Kristek), Tom (Benjamin Wolf), Luke (Tom Grözinger) und Debbie (Luisa Weber). Foto: Privat

Bewusst haben die Filmemacher sich entschieden, die Kinder aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen kommen zu lassen: „Es gibt also nicht nur christliche Jugendliche.“ Auch soll keine christliche Konfession besonders hervorgehoben werden. Ihnen sei es wichtig, zu zeigen, dass alle Christen denselben Gott haben, betont Bauer. Für zehn Folgen existiert bereits die Handlung, für die Pilotfolge sogar das Drehbuch.

Einen Markt für „Die Käpsele“ sehen die Macher durchaus: „Für junge Teenager gibt es nicht mehr so viele Angebote, die aus deren Lebenswelt stammen“, sagt Bauer. Viele Produktionen kämen aus der USA. Diese seien durchaus sehenswert, aber unterschieden sich sehr von der hiesigen Art zu leben. Dass auch wirklich die Probleme der jungen Zuschauer thematisiert werden, dafür sorgt die Regisseurin unter anderem mit eigenen Erfahrungen. So arbeitet sie in Teilzeit in einem Schülerhaus. Auch werden Rücksprachen mit den Jungdarstellern getroffen.

Professioneller Anspruch

Auch in der angestrebten Professionalität liegt ein Alleinstellungsmerkmal der Produktion. Schon beim Trailer arbeiteten die Initiatoren beispielsweise mit professionellen Schauspielern zusammen und veranstalteten ein Casting. Doch hier liegt auch die Krux der Serie. Denn eine professionelle Ausstattung mit hauptberuflichen Filmemachern verschlingt einiges an Geld. Alleine die Produktion der beiden Trailer (anderthalb und knapp vier Minuten lang) kostete die Geistreich GbR 10.000 Euro. Die 25-minütige Pilotfolge wäre noch kostenintensiver: „Wir bräuchten circa 50.000 Euro“, schätzt Bauer. 35.000 Euro davon gingen alleine für Personalkosten ab. Schließlich braucht es neben Schauspielern auch jede Menge Menschen hinter der Kamera, die für Licht, Ton und Maske sorgen. Und das sei schon der reduzierte Plan. Die Beteiligten würden deutlich weniger erhalten, als marktüblich. Auch zu teure Szenen seien gestrichen worden, betont die Initiatorin.

Regisseurin Larissa Bauer (l.) und Kameraassistenz Johanna Rath bei den Dreharbeiten für den Trailer. Foto: Privat

Von den 50.000 Euro ist nach ihren Angaben gerade einmal ein Fünftel beisammen – inklusive Eigenleistungen. Benötigt werden also noch 40.000 Euro. Und die zu bekommen, ist schwer. Viele Stiftungen wären erst dann bereit, etwas dazuzugeben, wenn bereits ein Großteil der Summe beisammen wäre. Auch für Filmförderungen sind die Neueinsteiger nicht prädestiniert: „Da kriegen vor allem Produktionsfirmen den Zuschlag, die schon lange auf dem Markt sind.“ Für Crowdfunding wiederum sei die benötigte Summe zu groß.

Sender zeigen Interesse

Zwei christliche Sender haben bereits eine Absichtserklärung abgegeben, dass sie „Die Käpsele“ ausstrahlen wollen. Allerdings würde das gezahlte Geld für die Ausstrahlung nicht die Produktionssumme decken. „Christliche Sender sind eben selbst auf Spenden angewiesen“, erklärt die Regisseurin. Mittlerweile hat sich auch Lee Heinemann vorerst aus dem Projekt zurückgezogen. Für „Die Käpsele“ sieht es aktuell also nicht gut aus.

Trotz allem bleibt Larissa Bauer zuversichtlich: „Ich habe von Gott die Berufung bekommen, mich für christliche Filme einzusetzen“, ist sie überzeugt. Sie sei niemand, der auf die Straße gehen und fremden Menschen erzählen könne, dass Jesu sie liebe. Deswegen wolle sie über Filme von Gott reden. Und tatsächlich erhält sie regelmäßig Ermutigungen: „Immer dann, wenn ich denke, es wird nicht klappen, kommt von irgendwoher eine kleine Spende. Letztlich lässt Gott mich da nicht los.“ Doch die große Spende fehlt noch. „Das ist etwas, das sehr viel Kraft und Tränen kostet.“ Sie bekäme viele positive Rückmeldungen, aber davon könne sie sich leider auch nichts kaufen.

Und so bleibt Larissa Bauer nichts als abzuwarten – auf die Spender und Kooperationspartner, die ihr die Mission möglich machen.

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Ich finde diese Idee große Klasse! Es gibt so viel Müll im Fernsehen, da wäre es eine absolute Bereicherung für das Kinderfernsehen wenn so eine Serie produziert werden könnte. Und Filme sind nun mal in der digitalisierte Welt ein ganz wichtiges Medium um das Evangelium zu verkünden. Hey ich bete für diese Idee, dass Gott die Türen öffnet und genug Geld zusammenkommt. Unsere Kids brauchen genau das!!!

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