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Die Deutsche Evangelische Allianz ruft Christen dazu auf, zu Weihnachten Flüchtlinge in ihre Familien einzuladen. Unter dem Motto „Willkommen zu Weihnachten“ hat der Hauptvorstand des evangelikalen Dachverbands eine viersprachige Medienbox mit einem Begrüßungsmagazin, Infoblättern, Einladungskarten, Smartphone-App und einen Jesus-Film zusammengestellt.

Diese sollen Christen und Flüchtlinge beim Kaffeetrinken oder Abendessen „zu einem Gespräch und Austausch in gastfreundlicher, respektvoller Atmosphäre“ ermuntern. In den Gesprächen mit muslimischen Flüchtlingen, „wollen wir den christlichen Glauben nicht verschweigen“, sagte der Generalsekretär der Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, zum Evangelischen Pressedienst und verwies auf den „Missionsauftrag, den die Kirche von Jesus bekommen hat“. Die Treffen sollten aber auch „keine Missionsversammlung“ sein. Die Evangelische Allianz ist der Dachverband von rund 1,2 Millionen evangelikalen Christen aus Landes- und Freikirchen.

Die Frage, ob muslimische Flüchtlinge missioniert werden sollen, beschäftigt derzeit einige Landeskirchen. So hatte sich die Evangelische Kirche im Rheinland im Oktober mit ihrer Arbeitshilfe „Weggemeinschaft und Zeugnis im Dialog mit Muslimen“ gegen eine strategische Mission von Muslimen ausgesprochen – ohne jedoch den eigenen Glauben verschweigen. Eine offensive Mission unter Muslimen lehnt auch die Evangelische Kirche der Pfalz ab: Die freundliche Aufnahme und Begleitung der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge sei für die Landeskirche gegenwärtig die „zentrale christliche Mission der Nächstenliebe“ hieß es Anfang November.

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In der Medienbox, die für sieben Euro bestellt werden kann, bietet der evangelikale Dachverband mehrsprachige Einladungskarten, einen Jesus-Film, ein Begrüßungsmagazin und Informationsblätter in mehreren Sprachen, eine App, ein Bastelset für eine Karte sowie einen Gastgeber-Leitfaden an. Sie empfehlen „vier G-Aktivitäten“: gemeinsames Kaffeetrinken oder Abendessen, ein Gespräch in gastfreundlicher, respektvoller Atmosphäre, den geistlichen Impuls auf der DVD anschauen und einen gemeinsamen Weihnachtsgottesdienst besuchen.

Generell sieht Steeb die Aktion als ein „kleines Zeichen der Annäherung“, mit dem die Deutschen ihre „Türen und Herzen aufmachen“ können. Die Terroranschläge in Paris dürften „nicht den Blick vernebeln“ auf das ganze Ausmaß und Elend der Flüchtlingskrise, heißt es in einem Brief an die Vorsitzenden der örtlichen Allianz-Verbände: „Unsere Herausforderung, unsere Aufgaben und damit auch unsere erste Verantwortung liegt gewiss darin, wie wir den zu uns geströmten und strömenden Menschen begegnen.“