Diese These stammt von Ralf Peter Reimann, Pfarrer, Diplom-Informatiker und Internetbeauftragter der Rheinischen Kirche. Die EKD sieht hier aktuell noch Klärungsbedarf (Stellungnahme). Dies wundert Reimann, denn „sie stand schon seit langem im Raum“. Er selbst habe diese Frage bereits 2007 (!) in einer EKD-Veröfffentlichung gestellt  (Liturgie per Mausklick). Die erhoffte Diskussion sei jedoch ausgeblieben. Es gebe jedoch gute Argumente für eine solche Feier.

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4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Online-Abendmahl ?????

    Mein Verständnis von Abendmahl besteht darin, daß – von aussergewöhnlichen Ausnahmen abgesehen – Menschen Gemeinschaft miteinander haben, gemeinsam das Brot brechen und den Wein trinken. Liebe ist eine Form zwischen-menschlicher Kommunikation, die persönliche Anwesenheit und Nähe erforderlch macht. Treten widrige Umstände ein, kann man natürlich auch das Bild eines Menschen aufstellen, sich im Internet schreiben oder bildgebend sprechen. Unter christlicher -Gemeinschaft verstehe ich die wenigstens zwei oder drei, die im Namen Jesu Christi zusammen sind. Der Leib Christi wird durch körperlich anwesende Menschen abgebildet und kann im weltweiten Netz nur einen Schatten werfen, aber keine Wärme spenden. Das Abendmahl ist ein Liebes- und Vergebungsmahl. Selbstverständlich ergänzen Fernseh- und Onlinegottesdienste und dergleichen die Möglichkeiten, am Gemeindelieben teilzunehmen, vorallem aber auch in Krisen- und Coronazeiten. Die Zusprache der Vergebung ist sicherlich auch durch Radio, Fernsehen oder Internet möglich. Menschliches Miteinander hat insbesondere unter uns Christen und in unserer Verbindung zu anderen Menschen eine übergröße Bedeutung. Das letzte Mahl Jesu mit seinen Jüngern, und die im Glauben Wirklichkeit werdende besondere Verbindung im evangelischen Abendmahl und in der katholischen Messe, darf nicht ersetzt werden durch virtuelle Realtität, genauso wie wir auch keine künstliche Intelligenz predigen oder wunderschöne Kirchenmusik vom Computer generieren lassen, weil der Gottesdienst nicht der geistlichen Unterhaltung und Belehrung von uns Menschen dient, sondern das Werk unseres Lobpreises Gott gegenübe ist.: Ein Werk für Gott. Vielleicht ist es nicht so schlimm, auch Wochen oder Monate auf das Heilige Mahl zu verzichten und es daher eher noch mehr schätzen zu lernen, als es in falscher Weise zu feiern. ‚Ganz am Schluß sei noch darauf hingewiesen, daß das Bemühen um eine zukünftige Abendmahlsgemeinschaft möglichst aller Konfessionen gravierend gestört wird, wenn man es verwässert. Daß man im Krieg (den es leider immer noch gibt) vielleicht im Schützengraben Wasser statt Abendmahlswein trank, um miteinander der Herrenmahl zu begehen, kann schlechterdings keine Anleitung sein, das Abendmahl beim Fernsehgottesdienst mitzufeiern und stattdessen Tee oder Kaffee zu konsumieren. Damit sage ich nichts gegen die oft wunderbaren Fernsehgottesdienste. Die harte Kirchenbank tut der Seele aber noch mehr gut.

    • Mir fällt dazu ein Satz meines alten Pfarrers ein: „Gottesdienst bedeutet: Wir dienen Gott und er dient uns.“ Schließlich, lieber Bernd, sagt einer der Schlüsselsätze des Protestantismus, dass „der Glaube aus der Predigt kommt“. Und wo zwei oder drei in seinem namen versammelt sind, da ist er mitten unter ihnen. Was die harten Kirchenbänle betrifft… auf denen fühle ich mich höchst unwohl. Nicht nur wegen meiner Rückenprobleme. Dem menschen tut es gut, wenn zumindest Polster angeschafft werden 😉 Liebe Grüße, Daniel

      • Lieber Daniel: Die harte Kirchenbank tut auch meinem Rücken nicht gut, aber der weiche Fernsehsessel beim -Fernsehgottesdienst bringt mich – selbstkritisch besehen – öfters in die Rolle eines konsumierenden Zuschauers und zumindest ich kann dabei auch einschlafen. In Stiftskirche in Kaiserslautern gibt es schwere Stühle aus Metall, die verhindern den Kirchenschlaf. Das Kissen ist dabei völlig unwirksam. .Der Schmerz kann nur bei einer guten Predigt ausgeschaltet werden.

  2. Ein entsetzlicher Gedanke! Das jetzt der Verlust eines Gespürs für den Unterschied von Virtualität und Wirklichkeit das Abendmahl zu einem virtuelen Nichts zerstört ist zeigt den Abgrund einer vor Zeitgeist kriechenden Frömmigkeit. Lieber warten und dann dankbar sein für die wirkliche Gegenwart Jesus Christi in, mit und unter Brot und Wein – statt in Pixeln.

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