Unter dem Passauer Dom St. Stephan liegen die Grundrisse einer früheren Kirche. Für den früheren Bau fehlten bisher die materiellen Beweise. Dank Bodenradarverfahren konnte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) jetzt eindeutig zeigen, dass es dort einen karolingischen Dom gegeben hat und wie er ausgesehen hat.

Bei dem Verfahren werden elektromagnetische Wellen in den Boden geschickt, wie das Landesamt in einer Pressemitteilung schreibt. Mauern, die sich im Boden befinden, reflektieren diese Wellen. So ergibt sich ein Grundriss des alten Sakralbaus. Die frühere Kirche liegt etwa einen bis anderthalb Meter unter dem Boden des heutigen Doms. Das Langhaus hatte eine Länge von 46 Metern und besaß drei Schiffe. Außerdem gab es einen Chor. Ein Gewölbe hatte die frühere Kirche jedoch nicht. Dafür waren die Stützen nicht groß genug.

Der erste sichere Nachweis für eine Kirche auf dem Domberg stammt aus dem Jahr 754. Die jetzt entdeckte Kirche muss also davor gebaut worden sein. In den Jahren 976/977 wurde der Kirchebau zerstört. Danach wurde das Kirchengebäude mehrmals wieder aufgebaut und niedergebrannt. Der heutige, barocke Dom stammt aus den Jahren 1667-1698.

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