Francine Rivers: „Das Meisterwerk“

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Zwei ganz unterschiedliche Personen, die doch sehr viel gemeinsam haben, lernen sich immer besser kennen. Grace ist eine alleinerziehende Mutter, die dringend Arbeit sucht. Von ihrem Mann ausgenutzt und schließlich verlassen, dazu ungewollt schwanger, will sie das Baby einer Adoptivfamilie überlassen. Als ihr Sohn jedoch geboren wird, will sie ihn doch um jeden Preis behalten. Obwohl sie noch bei der Familie lebt, die ihren Sohn adoptieren wollte, sollen eine Arbeitsstelle und eine eigene Wohnung ihr helfen selbstständig für ihren kleinen Sohn zu sorgen.

Roman Velasco ist ein erfolgreicher Maler. Über seine Vergangenheit schweigt er lieber. Wenn er die Erinnerungen nicht mehr aushalten kann, flüchtet er in sein heimliches Schattendasein als Graffiti-Künstler. Damit er mehr Zeit hat sich seiner Kunst zu widmen, sucht er eine persönliche Assistentin. Er hat schon viele gefeuert, aber schon bald ist Grace unentbehrlich für ihn. Sie kocht den besten Kaffee und erledigt auch alle anderen Arbeiten genau nach seinen Wünschen. Aber nicht nur das, sie hat etwas an sich, das er noch nie bei einer Frau gefunden hat. Einerseits sehnt er sich nach einer Beziehung mit ihr, andererseits hat er gelernt, dass es sicherer ist keine ernsthaften Bindungen einzugehen, denn zu oft verschwinden Menschen, die man liebt, und das schmerzt.

Grace und Roman haben beide tiefe Verletzungen in ihrer Kindheit erlebt. Beide haben ihre Eltern verloren, und sind weitgehend in einer lieblosen Umgebung aufgewachsen. Während Grace im Glauben Trost gefunden hat, kann Roman nichts mit dem Glauben anfangen. Er ist aber davon beeindruckt, wie natürlich Grace von ihrem Glauben spricht. Ein außergewöhnliches Erlebnis verändert sein gesamtes Weltbild.

Grace und Roman, so unterschiedlich sie sind, wachsen dem Leser schnell ans Herz. Beide leiden unter ihrer Kindheit, und beide haben Mauern um ihre verletzten Seelen aufgebaut. Indem die Autorin beide Lebenswege gegenüberstellt, die mit und ohne Gott begangen werden, zeigt sie, dass die Vergangenheit einen Menschen nicht definieren muss. Gott kann aus den Bruchstücken jedes Lebens ein Meisterwerk machen.

Das Cover dieses dicken Buchs ist sehr schön, und das Lesebändchen hilfreich. Die fast 600 Seiten sind schnell gelesen, denn bis zum Schluss gibt es immer wieder Überraschungen, sodass das Lesen spannend bleibt, auch wenn einige Teile der Geschichte vorhersehbar sind.

Von Marianne Müller

Leseprobe (PDF)

Verlag: Gerth Medien
ISBN: 978-3-9573423-3-1
Seitenzahl: 576
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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