Francis Chan: „Eine vollkommen verrückte Liebe“

1

Gott, der das ganze Universum geschaffen hat, und irgendwo dazwischen eine winzig kleine Erde, auf der wir leben, liebt uns mit einer außergewöhnlichen, unendlichen Liebe. Daran glauben wir als Christen. Und wir kennen sein Gebot: Du sollst Gott lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele, ganzem Verstand. Aber lieben wir Gott auf diese Art? Wie können wir ihn lieben und wie sieht unsere Liebe zu ihm tatsächlich aus – leidenschaftlich, ungeteilt oder lau und halbherzig?

Francis Chan hält uns in seinem Buch „Eine vollkommen verrückte Liebe“ einen Spiegel vor. Christen in der westlichen Welt gehen regelmäßig in den Gottesdienst, engagieren sich in der Gemeinde, halten Stille Zeit, meiden Alkohol, Drogen, Fluchen und unehelichen Sex und die meisten von ihnen leben ansonsten ein ziemlich bequemes, ruhiges, ausgeglichenes und abgesichertes Leben. Ist das ein Leben von Liebe getrieben? Wenn wir einen Menschen lieben, wirklich lieben, tun wir dann nicht alles für ihn, um ihm zu gefallen? Um ihm wohl zu tun? Wollen wir nicht ständig in der Nähe dieses Menschen sein, ihn besser kennenlernen? Francis Chan möchte uns begeistern für ein Leben, das von der Liebe zu Gott geprägt ist, ein Leben, das Auswirkungen hat.

Dieses Buch weckt Sehnsucht

Dieses Buch provoziert und fordert heraus. Es rüttelt auf und regt den Leser dazu an, genauer über seine Beziehung und sein Verhältnis zu Gott nachzudenken. Es weckt die Sehnsucht nach einem Aufbruch, nach mehr Leben mit Jesus, nach einem Leben in echter Nachfolge und in einer echten Beziehung zu Gottes Sohn. Es weckt den Wunsch nach ganzer Hingabe und nach einem ungeteilten Leben mit Jesus. Nicht nur das, was wir übrig haben, soll ihm gehören, sondern alles – unsere Fähigkeiten, unsere Zeit, unser Geld.

Francis Chan hat kein Patentrezept, wie Christen ihre Liebe zu Gott zeigen sollen. So unterschiedlich und einzigartig die Menschen sind, so unterschiedlich und einzigartig sind auch die Wege, die Gott mit seinen Kindern geht. Aber hinhören, zuhören, Gott suchen und sich immer mehr von seiner Liebe erfüllen lassen – das ist unsere gemeinsame Aufgabe.

Ich fand dieses Buch sehr inspirierend und anregend. Von einer Liebe zu Gott, die nicht nur gefühlt wird, sondern Taten zur Folge hat, höre ich ansonsten nicht sehr viel in Gemeinden. Dieses Buch ist sehr zu empfehlen, denn es führt den Leser eindeutig wieder zum zentralen Punkt des Glaubens – Jesus nach zu folgen und ihn wirklich Herr sein lassen.

Von Brigitte Keune

Verlag: Francke Buchhandlung GmbH
ISBN: 978-3-86827-551-3
Seitenzahl: 176
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
5

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Mein Erleben in unseren Kirchengemeinden (katholisch) führt mich ebenso zu der Auffassung, dass unser Miteinander nicht der Sehnsucht Jesu – und auch nicht unserer eigenen, verborgenen Sehnsucht – entspricht.
    Für viele Christen scheint Gott nicht mehr in der Mitte ihres Lebens zu stehen und sie entwickeln kaum Engagement um nach Gott zu suchen, ihn kennenzulernen, ihn mit ganzem Herzen zu lieben und ihm auf die ihnen mögliche Weise zu dienen (siehe auch Katechismus).
    Ich versuche, meine Geschwistern im Glauben zu ermutigen, kleine Schritte des Suchens nach unserem guten Gott zu gehen. So wollen wir (und tun das teilweise schon) einander von unserem Lebens- und Glaubensweg erzählen, die Bibel lesen, den Katechismus kennenlernen (Glaube der Kirche), das Allerheiligste anbeten und versuchen, mehr füreinander im alltäglichen Leben da zu sein.
    Ich weiß, die Erfahrung der persönlichen Berufung in die Nachfolge Jesu schenkt uns Gott wie und wann er das will, aber den Boden zu bereiten, dass wir den Ruf hören und ihm auch freudig folgen wollen, das ist unsere Aufgabe.
    Unser guter Gott segne alle seine Kinder,
    Euer Stefan Bopp

HINTERLASSE EINEN KOMMENTAR

Please enter your comment!
Bitte gib deinen Namen ein