161 Gemeinden haben sich in diesem Jahr um den Preis „Chrismon Gemeinde 2019“ beworben. Nun hat die Jury ihre Entscheidung bekanntgegeben.

Die Evangelisch-lutherische Gartenkirche St. Marien aus Hannover darf sich über 3.000 Euro Preisgeld freuen. Sie hat den ersten Preis des Chrismon-Gemeindewettbewerbs gewonnen. Ihr Projekt „Kein Mensch ist fremd“ wendet sich an neu ins Land gekommene Menschen. Mit ihnen wollen die deutschen Gemeindeglieder eine gleichwertige Gemeinschaft bilden. „Die Angesprochenen engagieren sich ehrenamtlich, haben das Gesicht der Gemeinde verjüngt und vielfältig gemacht“, heißt es in der Pressemitteilung von Chrismon. So wurde 2018 eine Iranerin in den Kirchenvorstand berufen. Das Kirchencafé wird maßgeblich von iranischen Frauen organisiert. Und ein Iraner begleitet die Konfirmanden- und Framilienfreizeiten seit Jahren als Teamer. „Die Gartenkirche St. Marien leistet Großartiges, weil sie Menschen, egal welcher Herkunft, als gleichwertige Geschwister und nicht als Objekte von Seelsorge und Betreuung wahrnimmt“, sagt Chrismon-Herausgeber und Jurymitglied Arnd Brummer.

Der zweite Preis mit 2.500 Euro ging an die Evangelische Kirchengemeinde Auferstehung in Berlin und ihr Projekt „Kinder brauchen Matsch“. Kinder mit oder ohne Beeinträchtigung und aus schwierigen Lebenslagen erleben hier gemeinsam Abenteuer in der Natur. Der Posaunenchor der Kirchengemeinde St. Nicolai Holdenstedt erhielt den dritten Preis und damit 2.000 Euro Preisgeld. Auf den vierten und fünften Platz kamen der Pfarrbereich Brück mit einer Pferdeglockenfriedensfahrt und die Evangelische Kreuz-Kirchengemeinde Herne Dortmund mit einem Laut-und-Leise-Gottesdienst. Sie bekommen 1.000 Euro. Zusätzlich dazu gab es sieben Kategorienpreise, jeweils mit 1.000 Euro dotiert.

Sonderpreis für ein Lastenrad

Erstmals war zudem ein Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro ausgeschrieben. Dieser ging an die Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Quern-Neukirchen. Die Gemeinde legt besonderen Wert auf die Bewahrung der Schöpfung. Von dem Preisgeld will sie sich ein E-Schwerlastenrad kaufen. „Wir wollen zeigen, dass auch auf dem Land nicht alles mit dem Auto gefahren werden muss“, schreibt die Gemeinde in ihrer Bewerbung. Das Rad soll Ausstattung transportieren, aber auch eine Reisemöglichkeit für Senioren darstellen, die nicht mehr selbst mit dem Rad fahren können. Außerdem plant die Gemeinde, das Rad zu verleihen.

Die Publikumspreise gab Chrismon bereits im April bekannt. Insgesamt wurden bei der Publikumswahl über 180.000 Stimmen abgegeben. Das Preisgeld wird von der Bank für Kirche und Diakonie und dem Gustav-Adolf-Werk bereit gestellt. Den Sonderpreis stellt das Hilfswerk „Brot für die Welt“ zur Verfügung. Der Gemeindeförderwettbewerb wurde bereits zum fünften Mal ausgeschrieben.