Georg Schützler: „Glückhochacht“

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In diesem Büchlein entfaltet Georg Schützler die Thesen der Bergpredigt und legt sie für die heutige Zeit aus. Der Leser hat immer wieder neu den Eindruck, mit Jesus auf dem Berg zu sein und seinen Ausführungen zu lauschen.

Georg Schützler ist es dann auch noch gelungen, die Reaktionen in den Gesichtern der Lauschenden festzuhalten: „Die Zuhörer, Frauen und Männer auf dem Berg der Predigt Jesu, schauten etwas irritiert. Lang war der Weg, den sie hinter sich hatten, mitunter von Zweifeln besetzt, ob sich die Strapazen […] auch lohnten. Und da setzte er sich vor ihren Augen und sprach den ersten Satz: ‚Glücklich zu preisen sind die, die arm sind […].‘ […] Erst langsam, sehr langsam ent­stand ein Bild vor ihnen, was dieses Wort alles bedeuten könnte.“

So liest sich der Einstieg in die erste Seligpreisung Jesus „Glücklich zu preisen sind die, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“. Und dann kommen erste Gedanken aus unserer Zeit dazu: Glücklich sind die Menschen, die nicht mehr ständig um Anerkennung buhlen müssen, die den Kampf gegen die innere Armut aufgeben können. Glücklich dürfen die sein, die sich mit ihren Schwächen, ihrer Unvollkommenheit und ihren Schatten als von Gott wertgeschätzt und angenommen verstehen. Die beglückt und ent­spannt für sich feststellen: So bin ich, das bin ich und das ist gut so.

So wird die Bergpredigt mit der Glücksthese für das Mangelwesen Mensch eröffnet. Es handelt sich um ein Leitmotiv für das Folgende: „Da waren sie nun doch überrascht. […] die Rede handelte von einem Gott, der einen trotz aller Mängel, Fehler und Armseligkeit liebt.“

Genau nach diesem Schema entfaltet Georg Schützler alle acht Thesen der Bergpredigt in diesem kleinen Büchlein. Zunächst wird eine Momentaufnahme aus der Zeit Jesus auf dem Berg der Seligpreisung zur Einleitung in das Thema gegeben. Daran schließen sich zeitgemäße Gedanken und Ausführungen an. Abgeschlossen wird jede These mit der Beschreibung von vor Ort, wie die Menschen damals darauf reagierten und welche Lehre sie für sich selbst daraus schließen konnten.

Laut Georg Schützler enthalten seine Ausführungen zur Bergpredigt Aufwertungen, die der Mensch zu einem erfüllten Leben braucht. Das niedergedrückte Dasein wird wie­der aufgerichtet, um Auswege aus alten Mustern zu erschließen.

Hier ist ein kostbares Kleinod entstanden, welches man in Ruhe rezipieren sollte. Ich habe es mit Freude gelesen. Einige Gedanken haben mich überrascht, andere herausgefordert. Insgesamt hat mich diese Interpretation beschenkt. Deshalb eignet es sich gut als kleines Geschenk, und das nicht nur für Christen, son­dern auch für fragende Menschen, die sich mit den vielen Herausforderun­gen unserer Zeit quälen und nach Antworten suchen.

Von Ingrid Bendel

Verlag: Neukirchener Aussaat
ISBN: 978-3-7615-6605-3
Seitenzahl: 128
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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