Gericht: Apotheker darf Verkauf der „Pille danach“ verweigern

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Ein Mann steht vor der Undine-Apotheke.
Foto: ADF International
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Die Berliner Apothekerkammer hat den Apotheker und gläubigen Katholiken Andreas K. verklagt, weil dieser sich weigerte, die „Pille danach“ zu verkaufen. Nun hat das Verwaltungsgericht entschieden, dass diese Weigerung aus Gewissensgründen rechtens war. Das berichtet die christliche Menschenrechtsorganisation ADF International auf ihrer Webseite.

Andreas K., der mittlerweile pensioniert ist, warb in seiner Apotheke auf vielerlei Weise für das Leben. Beispielsweise steckte er Zettel in Kondompackungen, in denen er die Käuferinnen und Käufer dazu anhielt, sich für eine „grundsätzliche Offenheit und Bereitschaft, Kinder zu bekommen“ einzusetzen. Einmal soll er die auf dem Rezept aufgedruckte Adresse einer Patientin gebraucht haben, um ihr ein Schreiben nach Hause zu schicken. Außerdem lagerte und verkaufte er keine „Pille danach“. Das alles warf im die Apothekerkammer in der Anklage vor, wie die Deutsche Apotheker Zeitung auf ihrer Internetseite schreibt.

Das Gericht gab Andreas K. nun recht. Nach Angaben von ADF International stellte es fest, dass der Apotheker seine Berufspflicht nicht vernachlässigt und ein Recht auf Gewissensfreiheit habe. Es ist das erste Mal, dass ein Gericht Apothekern bestätigt, nach ihrem Gewissen handeln zu dürfen. (nate)

5 DIREKT-KOMMENTARE

    • „Die Zulassung entziehen“ – Wäre das nicht etwas arg überreagiert? Die Zulassung zur Berufsausübung hat ja nun nichts mit mutmaßlichem Datenmissbrauch zu tun. Zumal der Brief ja nur an die betreffende Person ging und nicht an andere verkauft wurde oder ähnliches. Wir bekommen wöchentlich Unmengen an ungebetener Post.
      Ich sehe hier nicht annähernd Gründe, die einen Entzug der Zulassung gerechtfertigt hätten.

      Schlimm genug, dass er für seine eigene Entscheidung der Sortimentsgestaltung einen Gerichtsprozess durchzustehen hatte.

      Unglaublich, dass bei der Apothekendichte in Deutschland überhaupt jemand auf die Idee mit der Klage kam.

  1. So lange in der Nähe es genug Apotheken gibt, die diese verkaufen, woran in Berlin wohl ken Zweifel besteht, soll er es tun.

    Was nicht geht, ist die Adressen seiner Kunden zu missbrauchen. Dafür hätte man ihm die Zulassung entziehen sollen. Nunja, nun ist er in Ruhestand. Gut so.

    Übrigens: Die Pille danach ist keine Abtreibung, nur mal so as Hinweis. Halleluja.

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