Gericht spricht Arzt von Vincent Lambert frei

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Vincent Lambert liegt im Bett. Seine Mutter zeigt ihm das Bild eines Vogels.
Vincent Lambert (r.) mit seiner Mutter im Jahr 2013. Foto: picture alliance / dpa / Photopqr/L'union De Reims
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Der Arzt Vincent Sanchez hat nicht widerrechtlich gehandelt, als er die lebensnotwendigen Geräte des Komapatienten Vincent Lambert abstellte. Das entschied ein Gericht, wie mehrere französische Medien berichten.

Dem Fall war ein jahrelanger Rechtsstreit vorausgegangen. Zehn Jahre lang hatte Lambert im Wachkoma gelegen. Seit einem Motorradunfall hielt er die Augen zwar geöffnet, reagierte jedoch nicht auf Anwesende. Die Familie war sich uneins, ob die Versorgung des Patienten eingestellt werden sollte. Das Streit ging schlussendlich sogar vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Schlussendlich stellten die zuständigen Ärzte die Maschinen ab. Die streng katholischen Eltern verklagten daraufhin Vincent Sanchez wegen unterlassener Hilfeleistung.

Nun urteilte der Strafgerichtshof in Reims, dass dieser nichts falsch gemacht habe. Seine gesetzlichen Verpflichtungen habe er voll eingehalten. Viel mehr sieht das Gericht in der Anklage einen Mittel zum Zweck, um ein Gesetz von 2006 anzuprangern, dass die Einstellung von Behandlungen unter bestimmten Umständen zulässt. Die Eltern kündigten über ihren Anwalt indes an, Berufung einzulegen. (nate)

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