Pfarrerin Anne-Kathrin Kapp-Kleineidam will Stadträtin in Augsburg werden. Wenn sie allerdings tatsächlich gewählt wird, muss sie ihr Pfarramt abgeben. Grund dafür ist eine spezielle Bestimmung der bayerischen evangelischen Landeskirche (ELKB). Darüber berichtet das Sonntagsblatt.

Bundesweit müssen Pfarrerinnen und Pfarrer ihr Amt niederlegen, wenn sie für das Europäische Parlament, den Bundestag oder ein Landesparlament kandidieren. In Bayern ist diese Regel noch verschärft und gilt auch in der Kommunalpolitik. Kandidiert Kapp-Kleineidam, muss sie drei Monate vor der Wahl ihr Pfarramt ruhen lassen. Kommt sie in den Stadtrat, tritt sie in den sogenannten Wartestand, wie das Sonntagsblatt erklärt. Sie würde dann ihre Stelle verlieren, dürfte keine Gottesdienste abhalten und ihre Bezüge würden gestrichen.

Die Regelung empfindet die Pfarrerin nicht nur als ungerecht: „Sie schränkt auch die Bürgerrechte von Pfarrerinnen und Pfarrern ein.“ Die Kirche hält jedoch dagegen: „Pfarrerinnen und Pfarrer sollen sich politisch möglichst neutral verhalten“, fasst das Sonntagsblatt deren Meinung zusammen.

LINK: Gleichzeitig Gemeindepfarrerin und Stadträtin? In Bayern geht das nicht 

4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Jesus hat politische Neutralität gefordert, da sollte es für eine Pfarrerin doch selbstverständlich sein sich daran zu halten.

    • Jesus lebte allerdings auch nicht in einer Demokratie.

      Zu seiner Zeit war politischer Widerspruch ein Aufstand gegen die Herrschenden und den hat er in der Tat untersagt.

      In unserer Zeit ist politische Meinung, Engagement und auch Widerspruch eine Stütze unseres Staates und der Herrschenden, nämlich des Volkes.. Und wo Jesus untersagt hat, den Staat im guten Sinne zu stützen, die Bibelstelle hätte ich dann doch gern mal genannt.

      Und was ist politische Neutralität? Politik ist eine Stellungnahme und ein Engagement zu Sachthemen. Nehmen wir mal die Flüchtlingspolitik. Da sehe ich keine Neutralität bei Jesus Aussagen sondern die klare Stellungnahme, Hilfsbedürftigen zu helfen. Sozialpolitik: Genau das gleiche. Wehrpolitik: Klare Aussagen, wie Soldaten sich verhalten sollen.

      Also so politisch neutral empfinde ich das Evangelium nicht.

  2. Im Gegensatz zu den anderen genannten Parlamenten ist der Stadtrat von Augsburg nur ein Ehrenamt, für den es ausschließlich eine Aufwandsentschädigung gibt.

    Gewählte Pfarrerinnen und Pfarrer würden deshalb (im Gegensatz zu den anderen Parlamenten) ihre finanzielle Lebensgrundlage verlieren, was eine Kandidatur faktisch wohl oft verhindern wird.

  3. Jeder Mensch hat seine ganz individuellen Gaben und Grenzen. Jeder Tag hat 24 Stunden. Wenn ich so über diesen Artikel nachdenke, fällt mir folgendes ein.
    Seelsorger, die eine segensreiche Arbeit taten, scheinen alle e i n e n Schwetpunkt in ihrem Leben gehabt zu haben. E i n e Wichtigkeit.
    Dem ordnete sich alles andere unter. Dafür lebten sie.

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