Gebet gehört zur Vorbereitung, sagt Gleitschirmflieger Michael Maurer. Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht – mit Gottes Hilfe.

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Als Michael Maurer 2006 als 16-Jähriger mit dem Gleitschirmfliegen beginnt, ahnt er noch nicht, dass er dieses Hobby sieben Jahre später zu seinem Beruf machen wird. Nach Ausbildungen zum Hochbauzeichner und Maurer kommt er mehr oder weniger zufällig zu seinem jetzigen Job bei einem der größten Gleitschirmhersteller weltweit. Maßgeblich daran beteiligt ist auch sein acht Jahre älterer Bruder Christian, der damals bereits für dasselbe Unternehmen arbeitet. Er ist es auch, der Michael schon früh zu Gleitschirmflügen mitnimmt und ihn so bereits in jungen Jahren für diesen Sport begeistern kann. Die Faszination fürs Gleitschirmfliegen entsteht in der Familie Maurer aber schon eine Generation vorher, Michaels Vater absolvierte seine ersten Flüge 1988.

An der Weltspitze

Nur ein Jahr nach seinem „Jungfernflug“ bestreitet Michael seine ersten nationalen Wettkämpfe, ist ab 2011 auch im internationalen Geschäft dabei und mittlerweile definitiv in der Weltspitze angelangt. Er wird unter anderem 2012 Schweizer Meister im Akrobatik-Gleitschirmfliegen und 2013 im Alter von 23 Jahren Gesamtweltcup-Zweiter, er belegt den zweiten Platz bei der WM 2015 in Kolumbien und gewinnt 2019 die Swiss Open. Trotz dieser beachtlichen Erfolge fällt es Michael nie schwer, auf dem Boden zu bleiben. „Einerseits war mir mein Bruder darin immer ein großes Vorbild und andererseits stehe ich auch einfach nicht gerne im Rampenlicht.“

Wunsch nach Freiheit und Herausforderung

Das Gleitschirmfliegen ist für Michael mehr als nur ein Sport. Er empfindet es als wunderschönes Erlebnis und ist fasziniert von der Freiheit, die er beim Fliegen verspürt. Doch selbst einem leidenschaftlichen Gleitschirmpiloten wie Michael wird das Fliegen manchmal zu viel. Seit er als Testpilot arbeitet, ist er oft weniger motiviert, in seiner Freizeit auch noch fliegen zu gehen. Stattdessen widmet er seine Zeit anderen Hobbys wie Biken oder Kitesurfen. Michael mag es, neue Dinge zu lernen und Herausforderungen anzupacken. Was ihn seit einigen Jahren zusätzlich auf Trab hält, sind seine beiden Söhne, die er mit seiner Frau hat. Der ältere Sohn durfte auch schon mit Papa mitfliegen. Zu oft will Michael seine Söhne aber nicht mitnehmen, denn ihm ist es wichtig, dass das Fliegen für sie etwas Besonderes bleibt. „Ich will sie nicht zum Fliegen pushen oder dazu überreden«, sagt er, »aber wenn sie Freude daran haben, bin ich sicher nicht dagegen.“

Bewahrung vor Verletzungen

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In den 14 Jahren, in denen Michael den Gleitschirmsport nun ausübt, blieb er stets vor schlimmeren Verletzungen verschont. Die schlimmste Verletzung, die er erleiden musste, ist ein gerissenes Band im Sprunggelenk. „Es gab immer wieder Situationen, die mir vor Augen führten, dass es ohne Gottes Hilfe nicht gehen würde. Ich habe schon oft Bewahrung erlebt und ich weiß, dass ich in guten Händen bin.“

Gebet gehört zur Vorbereitung

Michael betet oft vor und während der Flüge, wenn die Bedingungen beispielsweise nicht optimal sind oder er sich in einer gefährlichen Situation befindet. Häufig dankt er Gott aber auch, dass er solch schöne Momente erleben darf. „Ich bin mir bewusst, dass es ein großes Privileg ist, das tun zu dürfen, was ich tue. Gott hat mir diese Begabung geschenkt und er unterstützt mich, diese auszuleben.“

Da Michael in der Luft weniger abgelenkt ist, hat er viel Zeit, um nachzudenken und zu beten. Vor Wettkämpfen bittet er Gott um gutes Gelingen, betet aber auch für die Sicherheit der anderen Piloten. Oft betet er einfach dafür, dass es so kommen soll, wie Gott es will. Bei der Weltmeisterschaft 2015 in Kolumbien beispielsweise schafft er es nicht ganz bis ins Ziel und landet auf dem Gelände einer Zuckerrohrfabrik. Als der Chef der Fabrik ihn bemerkt und sie ins Gespräch kommen, lädt ihn dieser kurzerhand zu einem Rundgang ein und beschenkt ihn mit Zuckerrohr, einer kolumbianischen Spezialität. „Zuerst war ich wegen der ungeplanten Landung frustriert. Kurze Zeit später wusste ich, dass es einfach so sein sollte. Solche Erlebnisse zählen mehr als gute Ergebnisse.“


Dieses Porträt schrieb Raphael Willen zuerst für die Zeitschrift Teensmag (Ausgabe 06/2020). Teensmag erscheint sechsmal im Jahr im SCM Bundes-Verlag, zu dem auch Jesus.de gehört.

 

 

2 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Gebet macht leicht wie ein Vogel

    Dass man beim Gleitschirmfliegen gut beten kann, vermag ich nachzuempfinden. Denn dies funktioniert genauso beim Autofahren auf langweiligen Autobahnen. Oder bei einem einsamen Waldspaziergang. Es entspricht meiner Erfahrung, Gott in einem solchen Zwiegespräch, unabgelenkt von störender Aussenwelt, mit seiner Präsenz auch deutlich zu spüren. Vielleicht sind auch die biblischen Berichte, dass Jesus in der Wüste fastet, auch die Schilderung der Gottbegegnung ohne die Ablenkung der Aussenwelt. Ich denke da an Abraham, dem Gott verspricht, seine Nachkommen wären so zahlreich wie die Sterne über dem Wüstenhimmel. In dem Film Contact lässt der Drehbruchschreiber einen Priester sagen, wir alle seien Teil eines unendlich Großen. In der Stille, der Einsamkeit der Wüste und überall dort wo wir auf uns selbst zurück geworfen sind, kann jeder gut empfinden: Wir, du und ich, sind ein Teil eines fast unendlichen Universums und in allem ist Gott. Die Internetverbindung zu ihm ist die Schnellste. Gott ist der Schatten über unserer rechten Hand. Das Wunderschöne nicht nur eines solchen Fürwahrhaltens, sondern dieses festen Vertrauens ist: Ich und jeder andere Mensch darf Gott alles sagen, der zwar alles bereits weiss, es aber nicht gegen mich verwendet, sondern bei dem wir alle Lasten abladen dürfen. Das Geheimnis des Betens ist, dass Beten nicht wirklich etwas geheimnisvolles ist. Es ist die Ich-Du-Beziehung zu Gott. Viele Menschen erleben, dass intime Gespräche mit Gott die Seele frei machen. Manche/r fühlt sich danach leicht wie ein Vogel.Ein enthusiastisches Christentum wird hierzulande kaum praktiziert. Aber ich kann nachempfinden, dass Gläubige mit einer anderen Mentalität dies mit tanzen und singen ausdrücken: Weil der Heilige Geist beschwingt. Nach der Pfingstpredigt des Petrus hielt man die Menschen, die sich nun alle verstanden haben, dann auch für betrunken , die man (also jugend-gemäß ausgedrückt) „für gagga“ hielt. Wir dürfen in Gott verliebt sein, Teenies sind es öfters, und es fühlt sich auch so an.

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