Golfprofi Bernhard Langer: „Gott steht an erster Stelle“

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Bernhard Langer spielt Golf
Bernhard Langer (Foto: dpa / picture-alliance)
In der Welt des Golfsports ist Bernhard Langer eine Legende. Selbst im Alter von 61 Jahren zählt er immer noch zu den Besten seiner Zunft. An erster Stelle in seinem Leben steht jedoch nicht Golf, sondern Gott. Der Glaube sei in seinem Leben immer entscheidend gewesen, sagt er jetzt in einem Interview mit der WELT am Sonntag.

1985 war ein großes Sportjahr für Deutschland: Boris Becker gewann zum ersten Mal in Wimbledon, Bernhard Langer siegte beim Masters in Augusta/Georgia, dem weltweit bedeutendsten Golfturnier. Im Jahr darauf kletterte der gebürtige Anhausener auf Platz eins der Weltrangliste, 1993 holte er seinen zweiten Masterstitel.

Bernhard Langer feiert seinen Sieg beim Masters 1993
Bernhard Langer (Foto: dpa / picture-alliance)

Mit 50 wechselte Langer auf die Seniorentour der PGA (Professional Golfers Association) und stellte dort etliche Rekorde auf. So gewann er als bislang einziger Spieler alle Majortitel. 2014 belegte er im Alter von 56 Jahren beim Masters in Augasta, wo er als ehemaliger Sieger lebenslanges Startrecht genießt, sensationell den 8. Platz. Sensationell? Vielleicht auch nicht, denn Langer ist so fit wie kaum ein anderer Spieler in seinem Alter – und fitter als zahlreiche jüngere Konkurrenten. Noch immer kann er sich mit den Besten messen. Das unterstrich er zuletzt 2018 bei den British Open im schottischen Carnoustie, wo er als 60-Jähriger Rang 24 belegte. In diesem Frühjahr sagte Tiger Woods, selbst längst eine Golf-Legende: „Das beste Beispiel, dass man auch noch in hohem Alter Spitzengolf spielen kann, ist Berni [Bernhard Langer].“

„Niemand, der ihn nicht bewundert“

Aber Langer hat sich nicht nur für seine Leistungen als Golfer Respekt und Bewunderung erworben, sondern auch als Mensch. Es gebe niemanden auf der Tour, der ihn nicht dafür bewundere, was für ein Mensch er sei – „auf und neben dem Platz“, schrieb der vierfache Major-Sieger Ernie Els (Südafrika) zu Langers 60. Geburtstag in einem Beitrag für die „Rheinische Post“. Eine wichtige Rolle für die Art und Weise, wie sich Langer gibt, spielt sein christlicher Glaube – vielleicht das einzige Thema, über das er noch lieber spricht als über Golf.

Der Glaube ist und war in meinem Leben und speziell in den letzten 35 Jahren meiner Karriere sehr entscheidend“, sagte er nun in einem Interview mit der WELT am Sonntag. Er schenke ihm innere Ruhe. Vor dem Altern oder Sterben habe er keine Angst, denn er wisse, dass er in den Himmel komme.

Gott an erster Stelle

Das war nicht immer so. Im Alter von 28 Jahren hatte er als Golfer alles erreicht, doch glücklich sei er nicht gewesen, erzählte Langer einmal in einem Interview mit dem Magazin Golftime. Dann habe ihn ein Mitspieler auf der PGA-Tour zur Bibelstunde mitgenommen. Dort habe er Gott sein Leben anvertraut. Seitdem sieht sich Langer nicht in erster Linie als Golfspieler, sondern als Botschafter Jesu Christi. Erst Gott, dann die Familie, dann der Beruf. In dieser Reihenfolge nennt er die Prioritäten in seinem Leben. Die Bibel bezeichnete er einmal als „Gebrauchsanweisung“ für das Leben. Da stehe alles drin, was man brauche. Und so lädt er die Kollegen auf der Tour auch heute noch am Abend vor dem ersten Abschlag zur Bibelstunde ein.

Langer, der selbst aus einfachen Verhältnissen stammt, hat beim Golfsport viele Millionen Dollar Preisgeld gewonnen. Trotzdem ist er „geerdet“ geblieben und gilt nicht als Luxusmensch. Als ihn ein britischer Geschäftsmann einmal als Redner für eine evangelistische Veranstaltung gewinnen wollte, stellte Langer drei Bedingungen: Kein Eintritt und keine Kollekte. Und es musste sichergestellt sein, dass am Glauben Interessierte über die Veranstaltung hinaus weiter betreut würden.

„Ich bin nur ein Christ“

Langer lebt seit vielen Jahren in Florida, besucht aber regelmäßig seine Geburtsstadt Anhausen bei Augsburg. Heimat sei für ihn, wo seine Familie ist, sagte er im vergangenen Sommer in einem Interview der Augsburger Allgemeinen. „Heimat ist aber auch ein gemeinsamer Bibelkreis mit Freunden, die ähnlich denken und handeln.“ Von sich selbst sagt er: „Ich bin nur ein Christ.“ Aber zweifellos einer, der viele beeindruckt.

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