Handelsverband will Sonntagsöffnungen einklagen (WELT)

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Rolltreppen in einem Kaufhaus.
Symbolfoto: Pixabay / Andreas Lischka
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Der Handelsverband Deutschland will für die Möglichkeit zur Sonntagsöffnung seiner Geschäfte bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, wie die „WELT“ berichtet. Auch den Rahmen einer Großveranstaltung als Bedingung für die zusätzlichen Verkaufstage lehne der Verband ab. Gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Lage seien laut Handelsverband viele Händler auf die zusätzlichen Umsätze an den Verkaufstagen angewiesen.

Hintergrund ist der aktuelle Wegfall einiger geplanter verkaufsoffener Sonntage in Berlin. Die Sonderöffnungen waren in Kombination mit städtischen Veranstaltungen bewilligt worden, nun durch den Ausfall ebendieser aber nach Einspruch durch die Gewerkschaft Verdi wieder untersagt worden.

Link: Verkaufsoffene Sonntag im Oktober und November untersagt (WELT)

6 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Eigentlich sollte die Erfahrung lehren, dass längere Öffnungszeiten nicht mehr Umsatz bedeuten: Die Menschen haben schließlich nicht mehr Geld zum Ausgeben, nur weil Geschäfte länger offen sind.

    Es findet höchstens eine Verschiebung statt,der „Kuchen“ wird nur anders verteilt. Das bedeutet aber: für jedes Geschäft, das wg. längeren Öffnungszeiten vor der Pleite gerettet ist, gibt es eins, dass nun deswegen ganz schließen muss.

  2. Ich glaube nicht, dass eine Sonntagsöffnug wirklich signifikate Auswirkungen auf den Umsatz hat. Das funktioniert bestenfalls in kleinen inhabergeführten Läden, bei denen die ganze Familie mit ran muss – manchmal wochenlang ohne freien Tag. Oder bei den großen Ketten in zentraler Citylage. Für alle dazwischen kann der Mehreinsatz von Personal, Heiz- und Stromkosten ganz schnell zum Verlustgeschäft werden.

  3. Hier zeigt der Mammon seine widerliche Fratze. Er will den Sonntag, der der Tag des HERRN ist einfach für seine Zwecke nutzen. Die Leute sollen nicht in die Kirche gehen, sie sollen schön brav in die Einkaufstempel gehen und möglichst viel Geld ausgeben.
    Zugegeben viele unserer Zeitgenossen stehen darauf, denn Shopping ist des Deutschen liebstes Hobby. Da ist es egal ob es am Sonntag, an Heiligabend oder an Ostern geschieht. Dennoch sollten wir Christen, die sonntägliche Ruhe und dIe Musse über das Leben nachzudenken und im Gebet oder in der Gemeinschaft der Gläubigen zusammen danken und feiern, dass Gott uns das Geschenk des Aufatmens und Pausierens geschenkt hat. Darum müssen wir standhaft dagegen halten.

    • In welcher Welt lebst Du eigentlich? Ich habe in den letzten dreißig Jahren immer mehr erlebt, dass der Sonntag von vielen wie ein ganz gewöhnlicher Werktag genutzt wird. Da, wo man früher bestenfalls verstohlen hinter verschlossenen Türen arbeitete, werden heute ganz offen Wohnungen renoviert, Fassaden gestrichen, Garagen gebaut, Hecken geschnitten, Bäume gefällt und vieles mehr. Auch ohne verkaufsoffenen Sonntag, der vielerorts übrigens erst nachmittags beginnt, gehen die Leute nicht mehr zur Kirche. Für diese wäre eine generelle Freigabe der Öffnungszeiten nur ein letzter konsequenter Schritt.
      Shopping findet onehin zumeist online statt. Jeden Tag, rund um die Uhr Dort werden dem Mammon dann auch noch die letzten Einzelhandelsgeschäfte geopfert.

  4. Ich glaube auch nicht, dass Menschen plötzlich sonntags zum Einkaufen strömen, so dass es sich wirklich für die Läden lohnt. Es ist nicht nur, weil für mich der Sonntag heilig bleiben sollte, es geht auch um die Angestellten, die dringend auch mal Zeit zum Ausspannen und für die Familie brauchen. Dazu kommt ja, dass diese sonntags mehr Lohn bekommen würden. Ich sehe nicht, wie das die Läden vor der Pleite retten könnte.

    • Es wird sicher welche geben, die dann den Sonntag nutzen statt den Samstag oder die Tage unter der Woche.

      Aber egal wie viele das sind: Was die am Sonntag kaufen, werden sie an den anderen Tagen _n_i_c_h_t_ kaufen.

      War doch bei den bisherigen Verlängerungen der Öffnungszeiten so, wieso sollte das ausgerechnet beim Sonntag anders sein?

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