Haubold, Karcher, Niekler: Jugendarbeit zwischen Tradition und Innovation

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Jugendarbeit kommt an ihre Grenzen, fanden die Herausgeber Katharina Haubold, Projektreferentin für Fresh X an der CVJM-Hochschule, Florian Karcher, Professor an der CVJM Hochschule Kassel und Lena Niekler, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Bundessekretärin im CVJM-Westbund. Diese Grenzen sollen mit dem Wissen und den Erfahrungen der Autoren neu gedacht und bestenfalls neu definiert werden.

Die Beiträge zur Missionarischen Jugendarbeit basieren auf Ideen der Frexh X Bewegung. Herausgekommen ist ein fundiertes Werk, das praktische Jugendarbeit vor Ort, in der Stadt wie auf dem Land, aufpeppen kann, nach Corona. Oder konnte, vor Corona. Während der Beschränkungen, zu denen die Pandemie regional die Kirchengemeinden zwingt, wirken die Beispiele stückweise etwas fremd. Gemeinsame Aktivitäten können zwar neu gedacht, aktuell in der Praxis aber schwer umgesetzt werden. Das ist sehr bedauerlich, denn das 215-Seiten-Werk hätte reichlich Potenzial, um in den Gemeinden ausprobiert zu werden.

Die Empfehlungen, hörend, diakonisch, gemeinschaftlich, gläubig und missionarisch wachsend unterwegs zu sein, wären Sprengstoff genug, um aus alten Strukturen neu aufzubrechen. Einleitend wird in der Lektüre die Fresh X Bewegung erklärt. Die Beiträge folgen einem Schema erst Beispiele zu nennen, diese neu zu denken und dann praktisch umzusetzen. Mitarbeitende in der Fresh-X Jugendarbeit verstehen sich als Talentsucher und Chancengeber, die gefundenen Talente einzusetzen. Aktionen und Möglichkeiten der Teilhabe und Teilnahme gründen in Jesus Christus. Fresh X Mitarbeitende leben in einer Glaubenswirklichkeit, die Jesus Christus und die Botschaft der transformierenden Liebe Gottes zu den Menschen und zur Welt zum Zentrum hat. Gottes Liebe wirkt als Kraft in Beziehung und Gesellschaft.

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„Jugendarbeit zwischen Tradition und Innovation“ ist in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung. Hinterfragt wird die eigene Vorstellung von Glaube, Gemeinschaft und Jugendarbeit. Auf den Prüfstand kommt, je nach Ortsgemeinde des Lesers, die gängige Praxis vor Ort. Das Buch ist während Corona lesenswert und eine gute Diskussionsgrundlage, wenn mit regionalen Unterschieden wieder Begegnungen von Gremien und Gruppenleitern möglich sind.

Von Silke Meier

Leseprobe (PDF)

Verlag: Neukirchener Verlag
ISBN: 978-3-7615-6655-8
Seitenzahl: 224
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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