Uwe Heimowski (Foto: privat)
Die SPD stößt mit ihrem Gesetzentwurf der „Ehe für alle“ auf Ablehnung bei der Deutschen Evangelischen Allianz. „Eine Keimzelle unserer Tradition und Gesellschaft in Frage zu stellen, ist absurd“, sagt Uwe Heimowski, Beauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz im Bundestag, gegenüber dem Christlichen Medienmagazin Pro.

Heimowski bekennt sich zum klassischen Ehe-Bild aus Mann und Frau. Dennoch: „Wir sind – und das sage ich ausdrücklich – gegen die Diskrimierung von Homosexuellen. In vielen Lebenspartnerschaften werden klassische Werte wie Treue und Verantwortung praktiziert. Aber wegen einer Minderheit eine Keimzelle unserer Tradition und Gesellschaft in Frage zu stellen, ist absurd.“

Er könne sich durchaus vorstellen, dass sich das Thema „im Wahlkampf besonders bei jungen Menschen gut verkaufen“ ließe. Gleichzeitig sehe er die Tendenz in der gesellschaftlichen Diskussion zu schnell bei konträren Meinungen abgestempelt zu werden. „Wer sich konservativ äußert, wird mitunter sehr schnell als ‚homophob‘ abgekanzelt.“

Die Ablehnung der „Ehe für alle“ durch die katholische Bischofskonferenz begrüßte Heimowski: „Wir freuen uns über die deutliche Stellungnahme unserer katholischen Geschwister.“

9 DIREKT-KOMMENTARE

  1. So erfreulich die Praktizierung klassischer Werte wie Treue und Verantwortung für die jeweils Betroffenen auch ist, aus der Perspektive der Schrift ist das für das Heil völlig irrelevant.

    • Aber hier geht es nicht ums Heil sondern um eine gerechte(!) weltliche(!!) Gesetzgebung für alle(!!!) Bürger.

      Im übrigen wenn ich mir z.B. Math. 25:31ff oder noch besser 7:22+23 ansehe, frage ich mich ob das, was hier gerne als heilsrelevant verkauft wird, es wirklich ist?

      And last not least: Warum hacken eigentlich alle immer nur auf den Schwulen rum? Komischerweise hört man aus christlichen Kreisen nie Forderungen wie: „Keine Hinterbliebenenrente für Lieblose“ – „Höhere Steuern für Geizige“ – „Keine Familienhilfe in der Krankenversicherung für Diener des Mammon“ … :-))

  2. Die klassische Ehe ist nach dem NT der klare Wille des HERRN … Alle anderen Formen, ernsthafter Lebensgemeinschaft sind zu respektieren, aber haben nichts mit wirklicher Ehe, d.h. Mann und Frau.
    Sie sind Sonderformen die unsere Gesellschaft langfristig aushöhlen …

  3. Es gibt immer Menschen, die sich innerhalb eines Statements widersprechen können. Zuerst sagt man, dass man gegen Diskriminierung ist und 2 Sätze fordert man genau die Diskriminierung. Echt stark!

  4. Herr Heimowski hat die Begründung dieser Gesetzes-Änderung nicht verstanden.
    Absurd ist sein Vorwurf, das klassische Verständnis der Ehe würde in Frage gestellt.
    Ehe ist der Ort und die Grundlage der Familie, mit Treue und Verantwortung.
    Aber Ehe ist nicht mehr, wie früher, Voraussetzung für ein sexuelles Leben.
    Die Einwände von Herrn Heimowski und anderen Konservativen lässt sich verstehen, wenn man die Ehe speziell und hauptsächlich als Basis für Sex versteht. Dann heißt eine Öffnung der Ehe eben auch eine Bejahung anderer sexueller Beziehungen.
    Aber Ehe ist heute in erster Hinsicht Treue und Fürsorge und Verbindlichkeit. (BGB § 1353 Abs. 1). Und da sollte man erst mal aufhören, stattdessen immer nur an das Eine zu denken. Die SPD denkt – Gott sei Dank – endlich mal an die positive gesellschaftliche Funktion der Ehe und will die stärken, und will dabei endlich auf die unselige sexuelle Schlüssellochperspektive verzichten. Warum sollen nicht z.B. zwei Schwestern eine Ehe mit allen Rechten (gegenseitige Hinterbliebenenrente, Erbschaft,… ) und allen Pflichten (gegenseitige Pflege) eingehen dürfen? Muss man da immer an den Sex denken und denen das nicht gestatten, aus Angst, damit eine mögliche sexuelle Beziehung zwischen denen zu bejahen?

    Ich finde es gut, dass sich der Staat, im Gegensatz zu früheren Zeiten, nicht mehr um die Sexualität schert. Das geht ihn auch nichts an. Aber es bleibt das staatliche Interesse an festen Partnerschaften und gegenseitiger Verantwortung bei den Themenfeldern: Altersversorgung, Pflege, Betreuung bei Hilfsbedürftigkeit u.v.a.m.
    Daher ist auch der Schutz und die Privilegierung der Ehe aus staatlicher Sicht gerechtfertigt.
    Aber eben ohne sexuelle Bevormundung und daher für alle Partnerschaften.
    Wenn Herr Heimowski und die anderen Konservativen mal auch die sexuellen Überlegungen ausblenden könnten, würde man besser gemeinsam darüber diskutieren können, wie man heute die Ehe stärken könnte.

    Und noch eines: Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften genau so wie verschiedengeschlechtliche zu behandeln sind.
    Da kann man sich jetzt auf ideologische Positionen zurückziehen und deswegen das ganze als bürokratisches Monster organisieren. In hunderten Gesetzen und Tausenden Formularen muss das Wort „Ehepartner“ durch „Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner“ ersetzt werden.
    Oh heiliger Bürokratius ! Eine kleine Änderung im BGB, die die Ehe für alle erlaubt, ergibt faktisch genau das Selbe. Ist es denn so wichtig, die Fahne des „klassischen Ehe-Bildes“ zwecklos aber demonstrativ hochgehalten zu haben? Wenn es denn wenigstens biblisch wäre, aber im jüdischen Volk gab es die Vielehe.

    • Danke Gert! Ich bin ja immer gleich so emotional bei meinem Kommentare. Schön das du mal so sachlich auf den Punkt gebracht hast.

  5. Christen und andere esoterische Staatsgeldempfänger!

    Haltet euch vom Leben anderer fern. Es geht euch nix an, wer wen heiratet!

    Ramen.

  6. Ich stimme Heimowski in dieser Angelegenheit zu. Für mich ist eine Ehe eine auf Dauer angelegte Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau.

  7. „Eine Keimzelle unserer Tradition und Gesellschaft in Frage zu stellen, ist absurd“, sagt Uwe Heimowski …
    Jo – wirklich? Ich meine Jesus hat seinerzeit ziemlich viele Traditionen der Gesellschaft in Frage gestellt.

    Und wir sollten zwischen Glauben und weltlichem Recht unterscheiden. Die Bibel ist die Grundlage für meinen Leben als Christ. Aber sie zum Maßstab für weltliche Gesetzgebung zu machen funktioniert nicht. Alle Versuche auf dieser Welt „Gottes-Staaten“ aufzurichten sind übel geendet. Nicht umsonst sagt Jesus: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“.

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