Hillsong UNITED
Hillsong ist zweifellos Australiens bekanntester kirchlicher „Export-Schlager“. Jesus.de hat Ben, Reuben und Eric während ihrer „God is able“-Tour in Deutschland zum Interview getroffen.
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Eigentlich sollte ja Gott der Mittelpunkt des Konzertes sein. Aber oft sind alle Augen auf euch als die Band gerichtet und ihr steht im Fokus. Wie geht ihr damit um?

Eric: Das ist eine gute Frage. Zuallererst sind wir eine Kirche und keine Band. Was wir heute Abend machen ist ziemlich genau das, was wir jeden Sonntag Woche für Woche im Gottesdienst tun. Es geht immer um die Kirche und um die Menschen. Das ist unser Herzensanliege – auch heute Abend. Für mich ist die Kirche eine große Familie. Nicht etwas, wo man nur hingeht, sondern etwas was man ‚ist‘. Unsere Deutschland-Tour ist so etwas wie ein Familienausflug.

Darum geht es uns: den Menschen zu helfen, dass sie etwas von Gott empfangen können.

Reuben: Das ganze Leben als Musiker – Singen, Musikproduktion und was sonst noch dazu gehört – kann gute oder schlechte Auswirkungen haben. Wir können es für das Gute nutzen, denn wir sind hier, um Menschen in den Lobpreis zu führen. Wir wollen ihnen helfen, den lebendigen und wahrhaftigen Gott zu erleben. Seine Gegenwart. Dafür nutzen wir viele Dinge. Ich denke, dass wir alle aufwachen müssen. Gott ist hier, er spricht zu uns und möchte durch unsere Konzerte bestimmte Dinge zu dir und mir sagen. Darum geht es uns: den Menschen zu helfen, dass sie etwas von Gott empfangen können.

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Ihr habt gesagt, die Kirche ist wie eine Familie. Wem schenkt ihr mehr Zeit? Eurer richtigen Familie, der Ehefrau, den Kindern, oder der Kirche? Gott ist selbstverständlich die Nummer Eins, aber was ist für euch die Nummer Zwei?

Eric: Das ist eine schwierige Frage. Ich glaube aber, das hängt davon ab, wie du Kirche definierst. Denn wenn die Gemeinde etwas für dich ist, wo du ’nur‘ hingehst und für die du arbeitest, dann wird sich früher oder später tatsächlich die Frage stellen, was dir wichtiger ist: Kirche, Gott oder Familie. Wem schenkst du deine Zeit? Aber wenn die Gemeinde Gottes etwas ist, der du dein Leben hingibst, dann ist es viel mehr. Im Epheserbrief schreibt Paulus, dass Gemeinde der Köper Christi ist, durch den er handelt und spricht, den er völlig mit seiner Gegenwart ausfüllt. Also wenn ich Kirche ‚bin‘, dann hab ich Christus in mir und handle und spreche durch ihn, der mich erfüllt. Es geht also nicht darum, zur Kirche zu gehen, sondern Kirche zu sein. Das kommt für mich an erster Stelle. Aber ich schaue immer, dass meine Familie zuhause stark ist. Man muss eine gesunde Balance wahren.

 

Die Gemeinde ist ein spannender Ort! Das Letzte, was meine Kinder brauchen, ist ein langweiliger Vater, der nichts aus seinem Leben macht.

Reuben: Ich habe drei Kinder und bin jetzt seit elf Jahren verheiratet. Als Familie gehen wir denselben Weg, haben eine gemeinsame Mission. Ich habe Menschen erlebt, die schlecht über die Kirche geredet haben. Ihre Kinder haben deshalb eine negative Einstellung gegenüber der Kirche entwickelt. Wir können zeigen, dass wir die Gemeinde und Gott lieben, und dass wir das als Familie zusammen tun. Die Gemeinde ist ein spannender Ort! Das Letzte, was meine Kinder brauchen ist ein langweiliger Vater, der nichts aus seinem Leben macht und ihnen kein Beispiel vorlebt, dem sie folgen können. Hoffentlich werden wir als Familie immer einen gemeinsamen Weg finden. Das ist eine große Herausforderung. Jeder der irgendetwas tut, wird irgendwann vor dieser Herausforderung stehen. Wir leben unseren Glauben als Familie gemeinsam. Damals habe ich mich für eine Familie entschieden. Ich hätte keine haben müssen, aber ich wollte eine gründen. Und das bedeutet, dass ich es all dies hier nicht für mich allein tue, sondern dass wir es gemeinsam tun.

Was würdet ihr sagen, wenn jemand euch nach eurem Beruf fragt? Seid ihr Prediger oder Sänger?

Ben: Was mich betrifft würde ich sagen, dass meine Rolle die eines Pfarrers oder Pastors ist. Das beinhaltet mit den Menschen zu sprechen, die zu unserem Team gehören. Manchmal durch das Musikschreiben, manchmal durch das Leiten des Lobpreises. Der Punkt ist aber immer, Gott in den Vordergrund zu rücken und ihn den Menschen vorzustellen und Menschen auf ihn aufmerksam zu machen. Ob durch Lobpreis, durch Reden oder durch das Leiten eines Teams. Sie alle haben das gleiche Ziel.

Was war das Verrückteste, was ihr je auf einem eurer Konzerte erlebt habt, sowohl im positiven als auch negativen Sinne?

Reuben: Die Sache, die wir am wenigsten erwartet hatten, an die ich mich erinnern kann, war als wir für ein Joyce-Meyer-Event in Thailand waren. Wir sollten den Lobpreis für sie leiten. Freitagabend vor dem Event war der Soundcheck. Als wir dann nichtsahnend zum Üben die Bühne betraten, waren da tausende Leute! Wir haben dann herausgefunden, dass von den Veranstaltern für diesen Abend Tickets verkauft worden waren – und zwar als offizielles Hillsong-Event. Ein „Soundcheck-Event“ sozusagen. [Allgemeines Gelächter] Das war schon ziemlich abgedreht.

Ben: Das verrückteste für mich ist die Tatsache, dass an diesen Abenden tausende Menschen mit verschiedenen gemeindlichen Hintergründen, unterschiedlicher religiöser Erziehung und Vorstellungen von Lobpreis zusammenkommen, um eine Einheit um Jesus herum zu bilden. Ich finde das bemerkenswert und bin immer wieder völlig fasziniert, dass Gott in all diesen Ländern seine Kirche baut. Und dort überall derselbe Geist wirkt, wo man zusammenkommt.

 

Fakt ist, dass wir als Musiker nicht das Leben eines Menschen, der unser Konzert besucht, verändern können. Aber Gott kann das, davon sind wir überzeugt.

Wie erlebt ihr als die Band die Atmosphäre vor, während und nach den Konzerten unter den Menschen? Wie entwickelt sie sich?

Ben: Jeder Abend ist anders. Und das ist eine der schönen Dinge daran, durch Europa zu reisen, denn hier ist Wachstum in den Gemeinden. Man liest zwar, dass die Kirchen schrumpfen und nur noch alte Menschen dort hingehen, aber wenn man dann hierhin kommt, begegnet man so vielen Christen die eine echte Leidenschaft für Christus haben, eine Leidenschaft Kirche zu bauen. Die Kirche lebt, sie wächst, sie bewegt sich vorwärts. Auch in den Ländern Osteuropas, in Kroatien und der Slowakei zum Beispiel. Dort sind die Menschen anfangs immer etwas reserviert, aber das ändert sich während der Konzerte. Sie öffnen sich, die Ausdrucksformen ihres Lobpreises wandeln sich. Das zu beobachten, Teil dieser Entwicklung zu sein, das ist toll. In Deutschland ist es anders, da sind die Besucher schon zu Beginn der Veranstaltung mehr dabei.

Reuben: Ein Konzert ist wie eine Reise, es ist aufregend. Wie Menschen von der Gegenwart Gottes gefangen werden, das ist unglaublich. Jeder Abend ist anders, aber es ist jedes Mal wieder spannend zu sehen, wie das ganze sich entwickelt.

Ben: Das ist etwas was dann geschieht, wenn man die Wahrheit bezeugt. Die Wahrheit macht frei. Und diese Wahrheit liegt in Gottes Wort. Seine Worte sind Teil unserer Lieder. Dadurch bezeugen wir seine Wahrheit und Menschen werden in der Gegenwart Gotte frei.

Reuben: Wir arbeiten hart und tun was wir können, damit es gute Abende für die Menschen werden. Fakt ist, dass wir als Musiker nicht das Leben eines Menschen, der unser Konzert besucht, verändern können. Aber Gott kann das, davon sind wir überzeugt. Er kann Menschen helfen, egal wie zerbrochen sie innendrin sind, egal aus welcher Situation und mit welchem Hintergrund sie kommen. Wir als Musiker sind jeden Abend abhängig von Gottes Wirken. Wenn die Menschen während des Lobpreises erleben, dann werden sie verändert von der Wahrhaftigkeit und der Macht Gottes. Es ist aufregend ein Teil davon zu sein, aber das kommt nicht von uns, das kommt von ihm.

Was inspiriert den Stil eurer Musik?

Ben: Es gibt ganz klar eine musikalische Tradition, einen bestimmten Sound, den man mit unserer Kirche verbindet – und mit der Gruppe von Menschen, die die Musik macht. Aber tatsächlich ist das ein sehr dynamischer Prozess. Leute kommen ins Team, andere Leute verlassen das Team. Die Musik entwickelt sich. Unser letztes Album „God is able“ ist meiner Meinung nach das beste Album, das wir bislang gemacht haben. Die Lieder darauf sind großartig, es ist ein sehr [Pause] glaubenschaffendes Album. Das Lied „God is able“ selbst ist abgeleitet von Epheser 3,20 und diese Botschaft umfasst das ganze Album: Gott ist fähig weit mehr zu tun, als wir hoffen oder uns vorstellen können. Das ist das Leitmotiv unserer Kirche, dieses Albums und auch das Leitmotiv unserer Tour.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg mit eurer Musik!

 

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