Der Staat darf Eltern zumindest teilweise das Sorgerecht entziehen, wenn sie ihren Kindern den Schulbesuch verweigern. Dies hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg entschieden.

Er lehnte damit die Klage eines Elternpaars aus Deutschland ab, das seine vier Kinder aus inhaltlichen und religiösen Gründen nicht in eine öffentliche Schule hatte schicken wollen.

Die Behörden hatten die Kinder der Familie Wunderlich Ende August 2013 mit einem Großaufgebot von mehreren Dutzend Polizeibeamten und Mitarbeitern des Jugendamts aus ihrem Elternhaus abgeholt – wegen „Kindeswohlgefährdung“. Sie wurden anschließend in einem Heim untergebracht. Nach drei Wochen durften die Kinder nach Hause zurückkehren, weil sie keine gravierenden Bildungsdefizite aufwiesen. Eine Revision gegen das Urteil ist möglich.

Hausunterricht ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Es besteht nicht nur Unterrichts- sondern auch Schulpflicht. In anderen europäischen Ländern ist Hausunterricht dagegen unter mehr oder weniger strengen Auflagen erlaubt.

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4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich dachte wir leben in einem freien und Toleranten Land, etwas anderes schreibt sich dieser Staat doch nicht auf die Fahnen.

    Das führt nur dazu das selbige Familien auswandern, damit tut sich unser dämlicher Staat etwas richtig gutes, da jedes Jahr sowieso 300’000 Geburten fehlen. Zieht dieser Generation nochmal 4 ab und die kommende Generation 10-15.

    • So ganz habe ich Etienne Engel nicht verstanden. Bedeutet dies, es ist intolerant gegen die Schulpflicht zu sein ? Natürlich sollen wir uns als Christinnen und Christen ja nicht in der Gesellschaft
      einfach auflösen bzw. in ihr assimilieren. Wir sollten doch eigentlich Salz der Erde und Licht der Welt sein. Es ist auch erlaubt, christlicher Querdenker zu sein und man muss die Inhalte von Bildung an öffentlichen Schulen auch nicht für immer gut, optimal oder als besonders christlich betrachten. Ich warne aber auch, den Pharaisäer in uns – auch manchmal in mir – zu aktivieren. Es gibt auch unter anderen Menschen gute Menschen, die keine Christen sind und es gibt Christen, die nicht immer gute Menschen sind. Wenn sich – wie ich vermute – der zweite Satz auf das Probelm der Schwangerschaftsabbrüche bezieht, dürfte daran nicht die Sexualaufklärung beispielsweise an Schulen schuld sein und diese ist auch kein Teufelswerk. Mein Verständnis des christlichen Glaubens ist, dass mein Nächster mein Nächster ist, auch wenn das kein Christ ist. Damit will ich nicht unterstellen, dass Etienne all dies meinte; ich habe nur über das Thema etwas reflektiert.

  2. Liebe Redaktion, bei Presseartikeln mit juristischem Inhalt hat sich die fixe Gewohnheit etabliert, Symbolfotos mit Holzhämmern zur Illustration zu verwenden. Dieses von Richtern in den USA verwendete Werkzeug scheint sich durch amerikanische Filme in deutsche Köpfe als Symbol der Gerichtsbarkeit so tief eingeprägt zu haben, daß es nicht mehr anders zu gehen scheint – oder?

    • Hallo Liberatus, da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen – vermutlich mit einem… Hammer 😉 Uns ist das durchaus bewusst. Inzwischen bieten selbst die deutschen Agenturen fast nur noch entsprechende Bilder an. Gelegentlich verwenden wir auch ein Bild der Iustitia. Aber, um das zu betonen, dein Hinweis ist völlig richtig. Einen Hammer gibt es nur in us-amerikanischen Gerichten.

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