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Das Bundeskabinett hat das Verbot von sogenannten Konversionstherapien beschlossen, wie die Tagesschau mitteilt. Künftig sollen Therapien, welche die sexuelle Orientierung Homosexueller ändern sollen, bei Minderjährigen verboten sein. Nach Angaben des Senders hatte Gesundheitsminister Jens Spahn den Gesetzesentwurf vorab noch einmal verschärft. Bisher gab es eine Ausnahmeregelung für 16- bis 18-Jährige, die der Minister mittlerweile streichen ließ. „Diese angebliche Therapie ist viel zu gefährlich für Leib und Seele, als dass man Graubereiche zulassen dürfte“, zitiert die Tagesschau Spahn. Auch bei Volljährigen wird zukünftig die öffentliche Reklame, das Anbieten und das Vermitteln der Therapien verboten.

Mit bis zu einem Jahr Gefängnisstrafe müssen Menschen rechnen, die homosexuelle oder transidentitäre Personen demnächst einer Konversionstherapie unterziehen wollen. Die Bewerbung solcher Therapien kann mit 30.000 Euro Strafe geahndet werden. Nun muss das Gesetz noch vom Bundestag beschlossen werden. Voraussichtlich tritt es Mitte 2020 inkraft.

Vor wenigen Wochen hatte die Deutsche Evangelische Allianz noch Nachbesserungen beim Gesetz gefordert. So seien manche Begriffe unklar definiert.

14 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Jetzt hat die rosa Diktatur doch zugeschlagen. Was ist mit den Homosexuellen, die eine Therapie wollen? Werden die dann verteufelt und bestraft? DAS ist diskriminierend und un-demokratisch. Die H-Lobby möchte doch nur, dass keine „Mitglieder“ abgeworben werden, damit ihre Lebenspraxis von allen ja als natürlich angesehen wird, denn die Masse machts. Keine andere gesellschaftliche Minderheit führt sich so auf.

    • Nein, alle homosexuellen Erwachsenen, die eine Therapie wollen, dürfen diese auch weiterhin bekommen.

      Und man kann niemand abwerben mit der unveränderlichen sexuellen Ausrichtung. Es wird jetzt allerdings dem Missbrauch von Jugendlichen oder gar Kindern ein gesetzlicher Schutz vorgebaut und man darf mit diesen falschen Heilungsversprechen nicht mehr straffrei werben (auch nicht bei Erwachsenen).

      Mithin wird dieser psychischen Menschenquälerei, die auf keinerlei wissenschaftlicher Grundlage basiert, ja diesen sogar explizit widerspricht, die aber zu Folgen bis hin zum Suizid führen kann, endlich ein Riegel vorgeschoben.

      Spahn fängt langsam an, mir zu gefallen. Macht vieles richtig als Minister, wer hätte das vorher gedacht.

      Zum Rest: Informieren würde helfen (vielleicht mal außerhalb des evangelikalen Spektrums, vielleicht bei richtigen Medizinern und richtigen Wissenschaftlern)

    • Liebe Angela Ochner: wo steht das in der Bibel. Was Jesus zu sexuellem Fehl-Verhalten sagt, kann man in Johannes 8 nachlesen.

      • Aber wo in der Bibel hat er zu unwirksamen Methoden aufgerufen, die zu seelischen Zerstörungen bis hin zum Suizid führen?

        Da bin ich mit Angela völlig einer Meinung: Derartiges zu machen ist daher Sünde, da Menschen vorsätzlich oder fahrlässig zu verletzen eben Sünde ist.

    • Konversionstherapie, nicht Konversatiostherapie – was ich aber auch nicht kenne – meinen Sie vielleicht Gesprächstherapie, also von Konversation abgeleitet?
      https://de.wikipedia.org/wiki/Konversionstherapie
      Recht gut beschrieben, um was hier geht.
      Homosexualität an sich ist nicht die Sünde, sondern das Ausleben dieser Sexualität. Genauso wie unverheiratete Hetero keinen Sex haben sollen, weil es sonst Unzucht ist, auch hier gut erklärt https://www.erf.de/glaubens-faq/die-bibel-und-die-sache-mit-dem-sex/33618-43
      Auch wenn Homosexuelle inzwischen „heiraten“ können, ist es in Gottes Augen keine Ehe, da er diese zwischen Mann und Frau gestiftet hat.
      Wer die Bibel gerne auslegen möchte, wie es ihm oder ihr passt, hat nicht verstanden, dass er oder sie es mit einem heiligen Gott zu tun hat.
      Gott lässt sich nicht spotten –
      Galater 6 Der aber unterrichtet wird mit dem Wort, der teile mit allerlei Gutes dem, der ihn unterrichtet. 7 Irrt euch nicht! Gott läßt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. 8Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten.

  2. Das ist für mich persönlich ein weiterer Grund, diese sogenannte christliche Partei nicht mehr zu wählen. Sie hat damit einen weiteren Schritt getan, die christlichen Werte zu demontieren und eine notwendige Seelsorge an Homosexuellen als Straftat einzuordnen.

    • Der Weltärzterat, dem auch die Bundesärztekammer angehört, bezeichnet diese ’notwendige Seelsorge‘ als „ernste Gefährdung für die Gesundheit und die Menschenrechte“
      https://www.tagesschau.de/inland/faq-konversionstherapien-101.html

      Es ist eine Straftat, zumindest ab demnächst. Übrigens wird es auch strafbar, bei Erwachsenen diese mit Heilungsversprechen zu verbinden.

      Und da Homosexualität weder unnormal noch eine Krankheit ist, ist da auch nicht mehr Seelsorge notwendig als bei Heterosexualität.

      Und Deine Stimme wird durch meine ausgeglichen, denn ich kann mir inzwischen durchaus vorstellen, derartige Politiker zu wählen (was ich bis vor einem Jahr mir bei Spahn nicht vorstellen konnte)

  3. Mir scheint, dass die möglichen Folgen dieses hochgradig ideologisch motivierten Gesetzes in der Öffentlichkeit noch gar nicht wirklich erkannt werden. Der vom Kabinett verabschiedete Gesetzentwurf richtet sich gegen „Behandlungen, auf die Veränderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität gerichtet sind.“ Im westlichen Kulturkreis konnte in den vergangenen ca. 10 Jahren, insbesondere bei Mädchen, ein exorbitanter Anstieg von Behandlungen wegen Geschlechtsdysphorie festgestellt werden (für Großbritannien wird z.B. eine ca. Verdreißig- bis über Verfünfzigfachung der entsprechenden Zahlen berichtet, s. Link unten). Es ist bekannt, dass die Mehrheit der Kinder, die Anzeichen von Geschlechtsdysphorie zeigen, im Laufe der weiteren Entwicklung sich wieder mit ihrem biologischen Geschlecht versöhnen. Wie es scheint, sollen nun auch Therapieformen, die helfen sollen, geschlechtsdysphore Kinder mit ihrem biologischen Geschlecht auszusöhnen, verboten werden. Ein Passus im Referentenentwurf, der nur Behandlungen, die „nicht medizinisch anerkannt“ sind, verbieten wollte, wurde jetzt gestrichen, ich vermute mal auf Wunsch der entsprechenden Lobbyisten während der Verbändeanhörung vor einigen Wochen. Was könnte das Gesetz bedeuten? Angenommen, ein 13-jähriges Mädchen, das sich als Junge fühlt, kommt zum Arzt und möchte eine Hormonbehandlung bekommen. Darf der Arzt die „selbstempfundene geschlechtliche Identität“ des Mädchens jetzt noch in Frage stellen und versuchen, herauszufinden, ob möglicherweise ganz andere psychische Motive und Probleme dahinter stehen und diese bearbeiten, auch wenn der Teenager stattdessen unbedingt eine Hormontherapie möchte? Wir verwehren Kindern und Jugendlichen – zu Recht – den Zugang zu Alkohol, Zigaretten, Glücksspiel etc. aber wir trauen Ihnen ausreichend Urteilsfähigkeit zu, während kritischer Entwicklungsphasen Entscheidungen über massive körperliche Eingriffe mit noch unzureichend erforschten Langzeitfolgen treffen zu können? Ist das der Ernst der Bundesregierung? Auch in der LGBT-Community (zumindest im englischen Sprachraum) mehren sich inzwischen die kritischen Stimmen gegenüber dem heute immer weiter verbreiteten „gender-affirmativen“ Umgang mit dem scheinbar explosionsartig angestiegenen Auftreten von Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen. Auch Kritik am Zusammenwerfen von Behandlungen gegen Homosexualität einerseits und Transsexualität andererseits in der „Anti-Konversionstherapie-Gesetzgebung“ westlicher Staaten sind aus diesem Lager zu vernehmen.
    Dieser Bericht gibt einen Vorgeschmack darauf, was uns mit einem derartigen Gesetz möglicherweise vermehrt blühen wird: https://www.youtube.com/watch?v=7FRUDwDmkm0
    Dieses Gesetz ist ein Sieg von Ideologie über Wissenschaft und Vernunft. Gratulation an alle Aktivisten und Lobbyisten, das war eine Leistung! Man kann nur hoffen und beten, dass diesem Wahnsinn im Rahmen des nun folgenden parlamentarischen Verfahrens doch noch Einhalt geboten wird.

    • Ein interessanter Aspekt.

      Kannst Du die Befürchtung auch mit einer seriösen Quelle belegen? Denn ich lese da bisher nur eine reine Vermutung raus.

      • Eine Fundgrube ist die Website von Gender Health Query, die sich sehr ausgiebig mit der Thematik befasst: https://www.genderhq.org/
        Es finden sich dort auch viele weiterführende Links sowie Fallbeispiele, wie durch den entsprechenden Aktivismus ein Klima von Zensur, Diffamierung und Einschüchterung geschaffen wurde. Gender Health Query ist insbesondere deswegen interessant, weil die Personen, die hinter der Seite stehen, sich selbst als LGBT identifizieren.
        Insbesondere empfehle ich, diesen Text zu lesen, der beleuchtet, wie sich bereits umgesetzte Gesetze dieser Art (z.B. in Kanada) auf die therapeutische Praxis auswirken: https://www.genderhq.org/conversion-therapy-laws-gay-lesbian-transgender

        • Mein Englisch ist leider nicht besonders gut. Gibt es dort irgendeinen Bezug auf das neue deutsche Gesetz?

          Sollte hier aber tatsächlich eine relevante Lücke sein, so gehe ich davon aus, dass diese im Gesetzgebungsprozeß noch geschlossen wird.

          Denn das Verbot dieser sogenannten Therapien ist ja relativ unstrittig völlig richtig.

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