Werbung

Die Hälfte der erwachsenen Israelis hat eine andere Muttersprache als Hebräisch. Mit dem Ausfüllen von Formularen tut sich ein Viertel der Bevölkerung schwer. Dies geht aus einer aktuellen Studie des Zentralen Statistikamtes (CBS) hervor.

Der Untersuchung zufolge ist Hebräisch die Muttersprache von 49 Prozent der Israelis ab 20 Jahren. An zweiter Stelle liegt Arabisch mit 18 Prozent, gefolgt von Russisch (15). Je 2 Prozent haben als erste Sprache Jiddisch, Französisch oder Englisch. Spanisch nannten 1,6 Prozent der Teilnehmer. Dies berichtet die Tageszeitung "Yediot Aharonot" unter Berufung auf die am Montag veröffentlichte Studie.

Unter den jüdischen Bürgern beherrschen 80 bis 90 Prozent die hebräische Sprache, über 70 sind darin nach eigenen Angaben sehr gut. Von den arabischen Israelis sind mehr als 60 Prozent firm oder sehr firm. 12 Prozent verstehen die Sprache nicht, 8 Prozent nur ein wenig.

Werbung

Zu Hause kommunizieren 98 Prozent der israelischen Araber normalerweise auf Arabisch. Gegenüber Freunden ist bei 99 Prozent das Arabische die gängige Umgangssprache, bei 67 Prozent die einzige. Hingegen verwenden 32 Prozent bei solchen Gesprächen auch Hebräisch.

Von den jüdischen Einwanderern aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion sprechen 51 Prozent gut oder sehr gut Hebräisch. 26 Prozent beherrschen die Sprache kaum oder überhaupt nicht, 39 Prozent können sie nur wenig oder gar nicht lesen. Zu Hause verständigen sich 88 Prozent auf Russisch, 48 Prozent tun dies ausschließlich. Mit Freunden unterhalten sich 87 Prozent in ihrer Herkunftssprache, 38 verwenden dabei nur Russisch. Fast die Hälfte (48 Prozent) kommuniziert zu Hause auf Hebräisch, 8 Prozent benutzen dort nur die offizielle israelische Amtssprache. Die meisten Berufstätigen (93 Prozent) sprechen am Arbeitsplatz Hebräisch, 32 Prozent keine weitere Sprache. 57 Prozent verständigen sich im Berufsleben auch auf Russisch, 6 Prozent ausschließlich.

Für 27 Prozent der Israelis ist es anstrengend, auf Hebräisch Formulare auszufüllen oder formelle Briefe zu schreiben. Unter den Arabern liegt der Anteil bei 45 Prozent, unter den Juden bei 21 Prozent. Von den jüdischen Einwanderern aus der ehemaligen Sowjetunion gaben 58 Prozent an, sie hätten hier Probleme. Bei den in Israel geborenen Juden beträgt die Quote 14 Prozent. Mit steigendem Alter nehmen auch die sprachlichen Schwierigkeiten zu: 53 Prozent der Befragten ab 65 Jahren haben Mühe mit den offiziellen Dokumenten.

Die Daten basieren nach Angaben des CBS auf der persönlichen Einschätzung der Teilnehmer zum eigenen Hebräischniveau. Gefragt wurde nach den Fähigkeiten im Schreiben, Lesen, Verstehen und Sprechen. Mögliche Antworten bei der Einstufung waren: sehr gut, gut, mittelmäßig, schwach oder "ich kann es überhaupt nicht".

(Quelle: Israelnetz.com)