Abriss eines Hauses
Abriss eines Palästinenser-Hauses in Sur Baher (Foto: dpa / picture-alliance)

Israel hat wie angekündigt mehrere Häuser in dem palästinensischen Dorf Sur Bahir östlich von Jerusalem abgerissen. Dies berichtet unter anderem die Deutsche Welle. Nach einem sieben Jahre währenden Rechtsstreit hatte Israels Oberstes Gericht im Juni grünes Licht dafür gegeben. Die Häuser seien „illegal“ neben dem Sicherheitszaun gebaut worden und stellten eine potenzielle Bedrohung dar, urteilten die Richter. Dies unterstrich auch Israels Minister für öffentliche Sicherheit, Gilad Erdan.

Nach UN-Angaben ging es um 70 noch nicht fertiggestellte Wohnungen sowie drei bewohnte Gebäude, in denen 17 Palästinenser lebten. Insgesamt seien 350 Menschen betroffen, heißt es. Die Anwohner hatten vor dem Gerichtshof argumentiert, dass es „nahezu unmöglich“ sei, Baugenehmigungen in Ost‐Jerusalem zu erhalten. In den arabischen Vierteln der Stadt herrsche großer Wohnraummangel.

Die Palästinenser verurteilten den Abriss scharf. Israel gehe es darum, die Palästinenser aus der Sicherheitszone rund um die Sperranlage zu verdrängen, um dort wiederum israelische Siedlungen zu bauen. Die Autonomiebehörde befürchtet, der Abriss der Häuser könnte der israelischen Regierung als Präzedenzfall für andere Ortschaften entlang der Sperranlagen dienen. Ein Großteil der betroffenen Häuser befindet sich auf dem Gebiet des Westjordanlands, in dem formell alle zivilen Angelegenheiten unter die Jurisdiktion der Palästinenser fallen.

Auch aus EU-Kreisen gab es Kritik. Israels Siedlungspolitik sei „nach internationalem Recht illegal“, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Dienstes der EU, Maja Kocijancic. Frankreich, Spanien und Großbritannien äußerten sich in einer gemeinsamen Erklärung „tief besorgt“.

Link: Abriss von palästinenser-Häusern

4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Antisemitismus in seiner übelsten Form in Israel haben alle Menschen die dort leben die gleichen Rechte und Pflichten

    • Hallo Abraham, wir hoffen zuversichtlich, dass du nicht unseren Artikel an sich gemeint hast. Wir verurteilen jede Form von Antisemitismus. Herzliche Grüße, das Jesus.de-Team

      • Der Beitrag kommt mir aber so rüber als ob ihr die Palästinenser*innen verteidigen tut unsere Religion stammt doch von dem Judentum ab nur mit einigen Unterschiede zum Beispiel dürfen wir Schweinefleisch essen was den Juden verboten ist wir müssen unsere männlichen Kinder nicht beschneiden die Taufe hat es ersetzt ich wünsche euch einen schönen Tag und Gottes Segen

        • Hallo Abraham, danke für deine Rückmeldung und deine Segenswünsche. Wie wir bereits im ersten Kommentar geschrieben hatten, verurteilen wir jede Form von Antisemitismus. Wir bemühen uns um eine ausgewogene Berichterstattung darüber, was in Israel geschieht – was manchmal unglaublich schwierig ist, da – natürlich – beide Seiten eine politische Agenda verfolgen. Es gibt keine einfachen Lösungen für die Region, da sind sich vermutlich alle einig. Wir maßen uns nicht an, den besten Weg zu kennen. In diesem Artikel haben wir extra beide Seiten zu Wort kommen lassen.

          Noch eine ganz persönliche Anmerkung. Mein Vater hat ein Jahr in Israel gelebt. An meinem Vornamen (Daniel) kannst du sehen, dass das Eindruck auf ihn gemacht hat 😉 Ich selbst bin gerne in israel zu Gast gewesen. Die Gastfreundschaft der Israelis mir, dem Deutschen, gegenüber hat mich sehr berührt. Ich habe Projektarbeit erlebt, wo Palästinenser und Juden friedlich zusammen gelebt und gearbeitet haben. Das ist mein – wohl leider utopischer – Traum. Die Zerstörung Israels muss aus der Charta der Hamas gestrichen werden. Auf der anderen Seite ist nicht jede Kritik an einer Maßnahme der israelischen Regierung gleichbedeutend mit Antisemitismus.
          Dir auch einen gesegneten Tag. Daniel aus der Jesus.de-Redaktion

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