Jakob Friedrichs: „Ist das Gott oder kann das weg?“

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„Ist das Gott oder kann das weg?“ Dieser etwas flapsige Titel hat mich neugierig gemacht. Meine erste Frage: Darf man so respektlos von Gott reden? Beim Lesen stellte ich mehr und mehr fest: Ja, man darf, man muss vielleicht sogar.

In kurzen Kapiteln beschreibt Friedrichs, was an diesem Gott so anders ist, dass es eigentlich unmöglich ist, darauf eine Religion aufzubauen. Er beginnt mit der Geburt Jesu unter Umständen, die alles andere als königlich sind. Die Fortsetzung findet sich beim Einzug in Jerusalem, und dann ist Karfreitag: der Tag, an dem Gott scheinbar weg kann. Warum stirbt Jesus so schmachvoll an einem römischen Folterinstrument? Ist das Gott? „Der Gott, an den die Christen glauben […] verweigert sich konsequent dem, was uns als abgemessen und göttlich erscheint.“ (S. 31)

Karsamstag als Tag des Aushaltens

Und wann kommt endlich die Erlösung, Ostern? Friedrichs beschreibt sehr eindrücklich, dass es vor Ostern den Karsamstag gibt. Das ist zwar nicht eigentlich ein Feiertag, aber er ist auch nicht im Kalender gestrichen. Wir sollten uns dem aussetzen, dass Schlimmes nicht gleich zum Guten wird, dass wir nicht zu schnell Ostern feiern, weil wir die Qual des Karfreitag nicht aushalten. Weil Gott erst einmal wirklich tot ist, ins Grab gelegt, Stein davor, aus. Spätestens in diesem Kapitel hat mich dieses Buch sehr berührt, weil es so ehrlich und klar die tiefste Stelle im Leben von Jesus – und im Leben von uns Menschen – aufzeigt.

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Aus dieser Tiefe, dieser Einsamkeit, dieser Gott-Verlassenheit kann sich dann am Ostermorgen die frohe Nachricht breit machen: Er ist auferstanden! Aber, und das gilt auch für die Tiefen in unserem Leben, die Wunden bleiben. Es geht nicht ohne Narben, es hat sich etwas verändert. Doch der Tod ist überwunden.

„Ist das Gott oder kann das weg?“ ist ein schmales Büchlein, das man auf jeden Fall selber lesen sollte. Aber es ist auch sehr gut zum Weitergeben geeignet, gerade an Menschen, die sich die Frage stellen: Wieso glauben wir noch mal an diesen Jesus?

Von Monika Bahne

Leseprobe (PDF)

Verlag: Gerth Medien GmbH
ISBN: 978-3-9573465-2-0
Seitenzahl: 96
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Ist das Gott oder kann das weg?
    Ist das Gott, nach dem Zeugnis der Bibel oder ist es ein anderes Evangelium? – das habe ich mich gefragt nachdem ich das Büchlein von Jakob Friedrichs gelesen habe. Immer wieder kam ich zu dem Schluss: ja, das trifft auch auf Gott zu, so ist er oder so kann man ihn sehen.
    Am Ende stand für mich jedoch der Entschluss fest: dieses Buch kann weg! Es verkürzt das Evangelium und macht aus Gott und Jesus nicht mehr als einen Menschenfreund der sich am Kreuz besiegen lässt um sich mit den Schwachen und Entrechteten zu verbinden. Der Grund warum Christen Abendmahl feiern ist laut Friedrichs, dass sich Gott lieber foltern lässt, statt zurückzuschlagen und aufzuhören seine Menschen zu lieben. Die Mission Jesu bedeutet, dass Gott jeden ein und niemanden ausschließt. Er sei gekommen um die Menschen von der Mittelmäßigkeit zu erlösen.
    Kein Wort davon, dass Jesus gekommen ist um die Welt von ihren Sünden zu retten, dass er Umkehr gepredigt hat, dass er unsere Schuld stellvertretend ans Kreuz getragen und dort den Sieg über die Sünde errungen hat. Als mehrmals wiederholtes Wort vom Kreuz zitiert der Autor das: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ als wäre es das wichtigste. Das entscheidende Wort am Kreuz ist aber: „Es ist vollbracht!“
    „So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eigenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern ewiges Leben haben.“ – Das macht meinen liebenden Gott aus, er ist in Jesus gekommen um mich von meiner Verlorenheit zu erlösen.

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