„Juden in der AfD“ soll am Sonntag gegründet werden

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Bild: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa / picture-alliance
Mitglieder der AfD planen die Gründung einer Vereinigung „Juden in der AfD“. Wie der hessische Landesverband der Partei mitteilte, soll die Gründungsveranstaltung am Sonntag (7. Oktober) in Wiesbaden stattfinden.

Erwartet werden unter anderem prominente Parteimitglieder wie Beatrix von Storch sowie die Vorsitzende der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung, Erika Steinbach. Zum Start rechnet die Vereinigung mit 15 bis 20 Mitgliedern, wie einer der Initiatoren, Wolfgang Fuhl, auf Anfrage mitteilte. Zweck und Ziel des Vereins sollen demnach am Sonntag in Form einer Satzung beschlossen werden. In einem dem Evangelischen Pressedienst (epd) vorliegenden Diskussionspapier, das dafür als Grundlage dienen soll, wird vor allem auf Antisemitismus unter Muslimen abgehoben und dies in Zusammenhang mit der Kritik der AfD an der Zuwanderungspolitik gebracht.

Die Idee zur Gründung der Vereinigung sorgte bereits für Kritik. Wiederholt wurde der AfD Nähe zu Rechtsextremisten vorgeworfen. Eine Rede von Björn Höcke über Geschichtspolitik mit der Formulierung „Denkmal der Schande“ für das Holocaust-Mahnmal in Berlin und die Aussage von Parteichef Alexander Gauland, Adolf Hitler und die Nationalsozialisten seien nur ein „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte gewesen, sorgten für Empörung. Auch in dem Fall des baden-württembergischen Abgeordneten Wolfgang Gedeon, dem die Leugnung des Holocaust vorgeworfen wird, sahen Kritiker eine Bestätigung für antisemitische Tendenzen in der AfD. Josef Schuster, der Präsident des Zentralrats der Juden, sagte jüngst bezüglich der geplanten Gründung: „Ich kann keinen einzigen Juden verstehen, der Sympathien für die AfD hegt oder sich in dieser Partei engagiert.“

Die Gründer des Kreises „Juden in der AfD“ weisen die Vorwürfe über antisemitische Tendenzen in der Partei zurück. „Dass sich in den Reihen der AfD einzelne tatsächliche Antisemiten, etwa Wolfgang Gedeon, finden, leugnen wir nicht; nur wird in der öffentlichen Wahrnehmung der Einfluss dieser einzelnen Mitglieder maßlos überschätzt“, heißt es in dem Entwurf für eine Grundsatzerklärung. Man sehe in dem „Wunsch der AfD danach, dass Deutschland wieder eine selbstbewusste Nation werden möge, durchaus keinen Widerspruch zu jüdischen Interessen“, heißt es darin weiter.

5 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Erst kritisiert man Antisemitismus in der AfD, jetzt kritisiert man Prosemitismus. Ergibt das irgendeinen Sinn? Nun, es ist zumindest verständlich: Die Gründung von „Juden in der AfD“ zeigt, dass das Klischee der antisemitischen Partei nicht richtig ist, und das gefällt offenbar manchen Leuten nicht, die dieses Klischee als Waffe einsetzen.

  2. Warum wird es in Ihrem Forum negativ dargestellt, dass Juden innerhalb der AFD einen Kreis“ Juden in der AFD“ gründen wollen?
    Dass zeigt doch , dass diese Partei die Mitte der Gesellschaft abholt und dass die AFD in den meisten Medien, und auch hier, falsch dargestellt werden.

    • Ich sehe diesen Artikel nicht negativ, sondern als Bericht der Tatsachen. Lesen Sie doch bitte den letzten Abschnitt. Es wäre aber sicher hilfreich, wenn man wüsste, von wem der Artikel stammt.

      • Es wäre aber sicher hilfreich, wenn man wüsste, von wem der Artikel stammt.

        Steht drunter: der Bericht stammt vom evangelischen Pressedienst (epd). Berichte haben im Gegensatz zu Kommentaren, Kolumnen oder Reportagen keine Autorenvermerke.

  3. Dadurch, dass es dann eine Vereinigung von Juden in der AfD gibt, kann doch auch von dieser wirksam gegen eventuelle antisemitischen Tendenzen vorgegangen werden. Ich vertehe nicht, dass die AfD sowie Donald Trump von Christen immer nur schlecht gemacht werden. Kann man nicht auch mal ein bischen denken und differenzieren?

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