Die katholische Kirche in Deutschland will sich stärker für soziale Medien öffnen. "Die Welt der sozialen Medien ist keine Bedrohung, sondern eine Herausforderung", sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Marx, am Donnerstag in Hildesheim.

Digitale Medien wie Facebook, Twitter, Instagram oder YouTube könnten helfen, Menschen in eine Gemeinschaft zu bringen. Zugleich müssten allerdings die Probleme beim Datenschutz im Blick bleiben.

"Die sozialen Medien zwingen uns, herunterzukommen vom Thron, den Menschen zuzuhören und interaktiv zu werden", sagte der Münchner Erzbischof zum Abschluss der viertägigen Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe. Das könnten Christen nur begrüßen, und deshalb wolle sich die katholische Kirche daran beteiligen. "Es geht darum, persönliche Geschichten zu erzählen, den anderen ernst zu nehmen und Erfahrungen miteinander zu teilen, statt nur von oben herab eine Botschaft mitzuteilen."

Die "digitale Revolution" sei unumkehrbar, betonte Kardinal Marx: "Wir werden kein Zurück erleben aus der digitalen Welt, sondern ein exponentielles Wachstum." Die digitale und die reale Welt seien nicht mehr getrennte Sphären, sondern gehörten zusammen und seien miteinander verschränkt. Was in der digitalen Welt nicht vorkomme, sei praktisch nicht existent.

Die Bischofskonferenz hatte sich in Hildesheim bei einem Studientag eingehend mit dem Thema Social Media beschäftigt. Die 66 Mitglieder der Bischofskonferenz aus 27 deutschen Bistümern hatten seit Montag in Hildesheim getagt. Sie hatten den Tagungsort gewählt, weil das Bistum Hildesheim in diesem Jahr sein 1.200-jähriges Bestehen feiert.

(Quelle: epd)