EZW-Referent Hempelmann: Ökumene mit der Neuapostolischen Kirche „nicht realistisch“
Dr. Reinhard Hempelmann, Referent der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), unterstellt der Neuapostolischen Kirche mangelnde Ökumenefähigkeit.
Islamwissenschaftlerin Rabeya : „Muslime müssen moderne Bildungsmethoden lernen“
Muslimische Gemeinden in Deutschland „müssen den Unterschied zwischen Moscheedidaktik und Schuldidaktik lernen“. Das sagte die muslimische Pädagogin und Islamwissenschaftlerin Rabeya Müller bei einer Diskussion über den Beitrag der Religion zur Bildung im Rahmen des Kirchentags in Bremen.
Marburg: 1.000 demonstrieren friedlich gegen Seelsorgekongress
Rund 1.000 Menschen haben heute in Marburg gegen den Kongress für Psychotherapie und Seelsorge demonstriert, der am Mittwochabend begann und bis Sonntag dauert. Die Demonstration verlief nach Polizeiangaben friedlich.
Werder als Chance: Eine Kirchentags-Begegnung unter schwierigen Vorzeichen
So Halstuch-blau der Kirchentag in diesem Jahr auch sein mag: Als Bremer trug man am Mittwoch bevorzugt Polyesterstoffe im Farbspektrum zwischen Olive und Neongrün. Allerdings weniger im Stadtzentrum als draußen vor der Stadt. Wegen des Kirchentags war das Public Viewing von Werder Bremens Jahrhundertspiel gegen Schachtjor Donetsk in ein Einkaufszentrum an den Stadtrand verlegt worden.
Eröffnungskollekte: Gottesdienstbesucher spendeten knapp 90.000 Euro
Starkes Signal für Teilhabe und Gerechtigkeit: Gleich zum Auftakt öffneten die Kirchentagsbesucher mit ihren Herzen auch ihre Geldbeutel und spendeten knapp 90.000 Euro. Die Summe kam als Kollekte bei den drei zentralen Eröffnungsgottesdiensten auf der Bürgerweide, auf dem Marktplatz und am Osterdeich an der Weser zusammen.
Das entspricht einer Verdoppelung gegenüber den drei vergleichbaren Gottesdiensten zur Eröffnung des Kölner Kirchentags 2007. Damals waren 44.520 Euro gesammelt worden.
Noch nicht berücksichtigt werden konnten Banküberweisungen auf ein Kollekten-Spendenkonto, das der Kirchentag zusätzlich eingerichtet hat. Der Gesamterlös kommt der Arbeit mit Straßenkindern im westafrikanischen Ghana zu Gute. Die Norddeutsche Mission betreibt dort mit der Evangelical Presbyterian Church eine Tagesstätte für die Ärmsten der Armen.
Prof. Dr. Fulbert Steffensky: “Man muss es wagen, die Bibel gegen...
“Die Bibel und ihre Kirche”: Stört die Bibel kirchliche Verlautbarungen?
Kirchentag: Mein Tag in 100 Worten
Mittwoch, 20.05.09 “Ich sehe was, was du nicht siehst” - und das ist Blau: blaue Luftballons, blaue Kirchentagsschals, blaue T-Shirts, blaue Fahrräder und blaue Übertragungswagen der Fernsehanstalten.
Kirchengemeinschaft: Lutheraner und Baptisten wollen gegenseitige Taufpraxis anerkennen
Zwischen Lutheranern und Baptisten bahnt sich eine Annäherung an. Nach sechsjährigen Beratungen wurde am Mittwoch ein sogenanntes Konvergenzdokument veröffentlicht, das die Aufnahme von Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft zwischen lutherischen Landeskirchen und der Freikirche empfiehlt. Die Erklärung «Voneinander lernen - miteinander glauben» gilt als wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer vollen Kirchengemeinschaft. Eine Arbeitsgruppe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden führte die theologischen Lehrgespräche. Als besonders bedeutsam werten die Verfasser die Anerkennung der gegenseitigen Taufpraxis. Gerade in dieser Frage schienen in den bisherigen Dialogen die Differenzen zwischen Lutheranern und Baptisten als unüberbrückbar. Das Papier stellt nun fest: «Baptisten und Lutheraner können beide Taufverständnisse als legitime Auslegungen des einen Evangeliums anerkennen.» Baptisten lehnen die Taufe von Kindern ab. Nach ihrem Verständnis kann nur ein bewusst gläubiger Mensch getauft werden. Die Kirchen der Reformation bekämpften jahrhundertelang die Praxis der nochmaligen Taufe. In den Beratungen wurde die Idee entwickelt, dass Glaube und Taufe zwar zusammengehörten, sich diese aber in unterschiedlichen biografischen Abfolgen ausdrücken kann. So sei die Säuglingstaufe nicht nur ein Bekenntnisakt, sondern eingebettet in eine Glaubensbiografie, die die Konfirmation als Taufbestätigung einschließt. Die bayerische Delegation verhandelte zugleich im Auftrag der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), zu der rund 25 Millionen Protestanten zählen. Der Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden zählt deutschlandweit mehr als 80.000 Mitglieder in rund 800 Ortsgemeinden.
Urteil: Keine Befreiung vom Schwimmunterricht für muslimisches Mädchen
Muslimische Grundschülerinnen haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Befreiung vom gemeinsamen Schwimmunterricht von Jungen und Mädchen. Vielmehr sei ihnen zuzumuten, eine den islamischen Bekleidungsvorschriften entsprechende Schwimmkleidung zu tragen. Das geht aus einem am Mittwoch in Münster veröffentlichten Beschluss des Oberverwaltungsgerichts NRW hervor. Der 19. Senat bestätigte damit in einem Eilverfahren einen gleichlautenden Beschluss des Verwaltungsgerichts Gelsenkirchen. (AZ: 19 B 1362/08) Im vorliegenden Fall hatten die Eltern eines neunjährigen Mädchens aus Gelsenkirchen beim zuständigen Schulamt vergeblich die Befreiung ihrer Tochter vom Schwimmunterricht beantragt und daraufhin das Verwaltungsgericht angerufen. Zur Begründung hatten sie angegeben, dass sie sich streng am Koran orientierten. Danach müssten Kinder ab dem 7. Lebensjahr vor sexuellen Versuchungen bewahrt werden. Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte eine Befreiung mit dem Hinweis abgelehnt, dass das Mädchen sich durch entsprechende Schwimmbekleidung vor den Blicken anderer schützen könne. Hiergegen wandten die Eltern ein, der Schwimmanzug sauge sich mit Wasser voll und behindere ihre Tochter beim Schwimmen. Außerdem stelle er eine zusätzliche Gefahr für Leib und Leben dar. Das Oberverwaltungsgericht wies diese Einwände der Eltern zurück. Es sei inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr, dass muslimische Frauen und Mädchen beim Schwimmen einen sogenannten Burkini trügen. Das gelte sowohl in islamisch geprägten Ländern als auch in Deutschland. Auch im Schwimmunterricht in der Grundschule sei den Mädchen das Tragen einer derartigen Schwimmbekleidung grundsätzlich zumutbar. Der Beschluss sei unanfechtbar.
Kirchentag eröffnet: 300.000 Menschen beim Abend der Begegnung
Zum Auftakt des 32. Deutschen Evangelischen Kirchentags haben in Bremen rund 300.000 Menschen ein buntes Straßenfest gefeiert.
