Katrin Faludi: „Ohne meinen Zweifel glaube ich gar nichts“

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„Gibt es den Gott der Bibel oder ist das alles nur Einbildung?“ In manchem langjährigen Christen sitzen tiefverborgene Zweifel an Gott, an der Person Jesu, am Wirken des Heiligen Geistes, am Wahrheitsgehalt der Bibel. Katrin Faludi kennt diese Zweifel aus eigener Erfahrung. Nachdem sie sich als Teenager bekehrte, ließen sie ihre Zweifel trotzdem nicht los. Viele Jahre lebte sie als Christin in einem christlichen Umfeld, kannte sich in der Bibel aus, arbeitete sogar als Radioredakteurin in einem christlichen Sender. Wie eine Heuchlerin kam sie sich vor, denn sie konnte Jesus nicht wirklich wahrnehmen, Gott nicht hören oder spüren. War sie wirklich Christ? Was machte sie falsch? Würde sich Gott ihr jemals zeigen, wie andere Christen das aus ihrem Leben bezeugten?

Doch dann begab sie sich zusammen mit ihrem christlichen Mann und zwei gläubigen Freunden auf eine abenteuerliche Wanderung durch Israel. Und diese Reise führte sie nicht nur auf den Jesus-Trail durch Galiläa, sondern war auch der Beginn zu einem tieferen und befreiten Glauben.

Reise durch Jerusalem

In 13 Kapiteln dieses Erstlingswerks beschreibt die Autorin in humorvoller und eindrucksvoller Art jede Etappe dieses durchaus strapaziösen Abenteuerweges als Rucksacktouristin mit Zelt auf dem Rücken. Gleichzeitig gibt sie dem Leser einen tiefen und ehrlichen Einblick in ihr Leben und zieht Parallelen zu ihrem Glaubensweg. Sie stellt sich ihren Zweifeln, lässt sie zu, hinterfragt sie und Glaubensinhalte und kommt zu einem tieferen und befreiten Glauben an Gott und Jesus. Mit ihrer Geschichte und ihren Gedanken macht sie den Lesern Mut, gegebenenfalls auch Hadern zuzulassen, kein schlechtes Gewissen zu haben, sondern die Zweifel auszusprechen. Zweifel sind normal, gehören zum Glaubensleben dazu, denn Gott ist ein Geheimnis. Wir werden ihn nie vollständig verstehen und müssen das auch nicht. Sonst wäre er nicht Gott. Und manchmal schweigt er – obwohl wir nichts falsch machen. Wie gut, dass wir nicht alleine auf dem Glaubensweg sind, sondern Mit-Christen uns stützen und helfen können, wenn wir selbst uns Gott so fern fühlen.

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Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Die Ehrlichkeit, mit der die Autorin über ihren Umgang mit Zweifeln spricht, ermutigt mich, auch meinen Glauben zu hinterfragen, eigene Zweifel aus dem Keller zu holen und sich ihnen zu stellen. Denn auch ich kenne Phasen im Leben, wo Gott schweigt und ich mich fühle, als wäre ich aus seiner Gegenwart herausgefallen. Am Ende ihres Buches kommt die Autorin zu der Erkenntnis: Gott verlangt nichts anderes als mein 100-prozentiges Vertrauen. Ich soll mich ganz von ihm abhängig machen, obwohl er mich manchmal hängen lässt. Zweifel nur mit sich selbst auszumachen, ist ein großer Fehler. Wir sind keine schlechten Christen, wenn wir zweifeln. Gott hat mit jedem Menschen seinen eigenen Weg. Und niemand kennt uns so gut wie Gott.

Von Brigitte Keune

Leseprobe (PDF)

Verlag: Gerth Medien GmbH
ISBN: 978-3-9573463-2-2
Seitenzahl: 206
ÜBERBLICK DER REZENSIONEN
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