Der UN-Ausschuss gegen Folter hat den Vatikan aufgefordert, Details über den Umgang mit katholischen Priestern offenzulegen, die des Kindesmissbrauchs überführt worden sind.

Es gebe Informationen nichtstaatlicher Organisationen, nach denen Täter lediglich innerhalb der Kirche versetzt würden, sagte die stellvertretende Ausschussvorsitzende Felice Gaer am Montag in Genf. Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den UN, Erzbischof Silvano Tomasi, hatte zuvor das Engagement des Vatikans und der katholischen Kirche bei der Bekämpfung von Folter hervorgehoben und die Einhaltung der entsprechenden Konvention bekräftigt.

 Es ist das erste Mal, dass der Heilige Stuhl dem UN-Ausschuss gegen Folter Bericht erstattet. Er war der entsprechenden UN-Konvention 2002 für den Vatikanstaat beigetreten, der völkerrechtlich separat behandelt wird. Den eigentlich 2003 fällige Bericht über die Einhaltung der Konvention hatte er mit zehnjähriger Verspätung vorgelegt. Der UN-Ausschuss berät bis zum Dienstag öffentlich über den Bericht. Die Empfehlungen des Gremiums werden am 23. Mai bekanntgegeben.

 Vatikansprecher Federico Lombardi hatte vor der Ausschusssitzung vor "ideologischem Druck" auf die Menschenrechtsexperten gewarnt und verwies auf den UN-Ausschuss für Kinderrechte, der den Heiligen Stuhl im Januar scharf kritisiert hatte. "Ein Faktor ist der Druck, den ideologisierte Nichtregierungsgruppen auf den Ausschuss und die Öffentlichkeit ausüben, das Thema sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen in die Diskussion über Folter zu bringen", sagte Lombardi. Mehrere Opferverbände warfen der katholischen Kirche vor, den Missbrauchsskandal bis heute systematisch herunter zu spielen. Hingegen sprachen vatikannahe Organisationen von einer inszenierten Hetzkampagne gegen die katholische Kirche.

(Quelle: epd)