Unbekannte haben die St. Elisabethkirche in Berlin beschmiert. Ein Bekennerschreiben kritisiert, dass die Kirche eine Veranstaltung von Abtreibungsgegnern beherbergt hat.
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Unbekannte haben in der Nacht vom 8. auf den 9. Januar die denkmalgeschützte St. Elisabethkirche in Berlin-Schönberg mit schwarzer und weißer Farbe beschmiert. Das teilt die Polizei mit. Eine der Schmierereien soll ungefähr 3 x 2,5 Meter groß sein. Das Landeskriminalamt Berlin ermittelt jetzt.

Derweil haben die vermeintlichen Täterinnen und Täter auf der Webseite de.indymedia.org ein Bekennerschreiben veröffentlicht. Es trägt den Titel „Kein Gott- – Kein Patriarchat – Kirche St. Elisabeth angegriffen!“. Mit der Aktion wolle man öffentlich wahrnehmbar machen, für welche politischen Inhalte die Gemeinde stehe, heißt es dort. Die Aktivistinnen und Aktivisten benennen den „Pro Life Impact Congress 2019“, den die Kirche im vergangenen Jahr beherbergte. Der Kongress bot Workshops und Diskussionen zum Lebensrecht und fand unmittelbar vor dem „Marsch für das Leben“ statt.

Bekenner postulieren rechte Strukturen

Die Rednerinnen und Redner beim Marsch für das Leben betonten stets ihren Bezug zum christlichen Glauben, der sich durch ihre Biographien offensichtlich als „fundamentalistisch und damit als trans-feindlich und homophob, holocaus-relativierend und antisemitisch, frauenverachtend, patriarchal und rechts-konservativ“ herausstelle, schreiben die vermeintlichen Sachbeschädigenden. Der Marsch für das Leben werbe unverblühmt rechtes Klientel an, außerdem bauten die Lebensrechtlerinnen und Lebensrechtler mit Beratungsstellen, Frauenhäusern und Arztpraxen Infrastrukturen auf, die nicht auf den ersten Blick den Bezug zu „christlich-rechten Strukturen“ zuließen, jedoch solche Ideologien vermittelten.

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Die Kirche sehen die vermeintlichen Täterinnen und Täter „unweigerlich mit dem Patriarchat verbunden“. Sie sei eine Männerdomäne, die Frauen Unterwerfung auferlege. Es gelte, diese Strukturen der „Neuen Rechten“ anzugreifen.

Kein Fremdenhass

Der Bundesverband Lebensrecht hat mittlerweile ebenfalls auf die Schmierereien reagiert. Das Bekennerschreiben basiere auf Unwissen und Unwahrheiten, heißt es in der Stellungnahme. Die Woche für das Leben werde zum Beispiel nicht, wie proklamiert, von Lebensrechtlerinnen und Lebensrechtlern veranstaltet, sondern von der Kirche. Auch werbe man kein rechtes Klientel an, sondern werbe ausschließlich für das uneingeschränkte Recht jedes Menschen auf sein Leben. Christen hingen „weder irgendeiner Phobie noch irgendeinem Hass oder einer Diskriminierungshaltung“ an, „weder gegen Homosexuelle noch gegen Juden, Frauen oder andere“, heißt es in der Stellungnahme. Das alles verbiete sich von selbst, wenn man das Christentum ernst nehme und kenne.

Statt auf sachlichen Austausch von Argumenten setzten die Bekennerinnen und Bekenner auf feige, hinterhältige Aktionen, heißt es in dem Schreiben: „Der Bundesverband Lebensrecht ruft alle Menschen, die sich der Menschenwürde und den Menschenrechten verpflichtet sehen, dazu auf, öffentlich und klar für diese Werte und gegen Hassparolen und feige Anschläge einzutreten.“ (nate)

6 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Was will man auch von Linksextremisten erwarten die können nur Hass sähen und nichts weiter es wird in der Gesellschaft offen geduldet das es rechtsfreie Räume gibt Rigaer Straße Leipzig connewitz und so weiter es wird gesagt das wir ein Problem mit Rechtsextremismus haben aber wir haben ein Problem mit jeglichem Extremismus und davon distanziere ich mich in aller Ausführlichkeit

  2. Mein Recht auf Selbstbestimmung haben mir meine Mutter und mein Vater geschenkt. Mit jeder Abtreibung wird einem jungen Menschen sein Recht aus Selbstbestimmung verwehrt.

  3. Es ist immer das gleiche. Es wird ein Gebäude „angegriffen“, woanders ein Auto in Brand gesetzt, üble Hetze und Nachrede in die Welt hinaus posaunt, irgendwelche Vorwürfe postuliert und dann wird es schon stimmen. Sich einem Gespräch mit den Beteiligten auszusetzen finden sie wohl inakzeptabel, lieber bei Nacht ein historisches verunstaltet, als offen und demokratisch das Gespräch zu suchen. Sie wollen nicht zuhören, sie haben ihre felsenfesten Überzeugungen und wollen auch gar keine Argumente hören. Traurig… So was ist zutiefst faschistisch, genau das, was sie eigentlich bekämpfen. Irre…

  4. Auch wenn ich einzelne (!) Punkte in dem ‚Bekenner’schreiben teile,

    Sachbeschädigung oder gar das Bedrohen von Menschen geht gar nicht. Wer das macht, stellt sich damit außerhalb jeder vernünftigen Diskussion und disqualifiziert sich selbst.

    Und das kann man auch nicht mit Verfehlungen der anderen Seite entschuldigen. Jeder hat die Pflicht, zunächst mal sich selbst anständig zu verhalten. Und darauf aufbauend kann man dann kritisieren.

  5. Im letzten Jahr wurden mehr als 100 000 Kinder abgetrieben. Lebensschūtzer werden bedroht.Aber ganze Bahnhõfe werden wegen Kåfern fast nicht gebaut,oder wegen Baumechsen verzõgert.Das ist pervers.

    • Ärzte und Kliniken, die Abtreibungen vornehmen, werden ebenfalls von sog. Lebensschützern bedroht. Teilweise -wie widersinnig pervers- mit dem Tod.

      Das Problem ist beidseitig.

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