Pfarrer
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Den evangelischen Landeskirchen und der katholischen Kirche in Deutschland gehen die Pfarrer aus. Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Focus werden den Kirchen im Jahr 2030 rund 14.000 Pfarrer fehlen. Das Magazin beruft sich auf Zahlen des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) sowie des evangelischen Pfarrerverbandes.

1 DIREKT-KOMMENTAR

  1. Volkskirchen sollten mit ihren Pfunden wuchern

    Wenn den beiden großen Kirchen bis 2030 rund 14.000 Pfarrer fehlen, darf man nicht den Kopf in den Sand stecken oder sich verhalten wie das Kaninchen vor der Schlange. Die Volkskirchen haben durch ihre Verankerung im öffentlichen Leben mit Krankenhäusern, Kindertagesstätten, Sozialstationen oder beispielsweise dem Religionsunterricht den Zugang zu vielen Menschen. Man sollte mit den Pfunden versuchen zu wuchern und nicht sich schon im Voraus mit einem Schrumpfen bis hin zu einer Freikirche abfinden. Ich spare einmal bewusst die geistliche Dimension dieses Themas aus. Stattdessen formuliere ich zugespitzt einen (vielleicht nicht ganz angemessenen) Vergleich, aus einem vordigitalen Zeitraum: Würde eine Firma die Zahl ihrer Handelsvertreter/innen, die überall ausschwärmen, um ihr Produkt an die Leute zu bringen, in einer Wirtschaftskrise stark reduzieren ? Das geht auch nicht mit dem Argument, zu viele zweibeinigen Investoren in den Verkaufserfolg der Produkte würden zu teuer. So ist es auch mit dem kirchlichen Bodenpersonal. Vielleicht muss man einfach andere Wege oder mehr gebewillige Spender/innen suchen. Die Verkündigung des Evangeliums ist zu wichtig, um zu sparen. Die Menschen brauchen geistlich keine Hamburger und Pommes, sondern eine solide theologische Kost. Hauptamtliche Theologen und Theologen kosten aber leider Geld. Auch die Gründung von Megagemeinden in der Katholischen Kirche halte ich für fatal. Menschen sind soziale Gruppenwesen. Riesengemeinden aufgrund von Pfarrer- oder Priestermangel sind künstliche Gebilde, erzeugen nur zusätzliche Gremien und Doppelstrukturen und sind eher kontraproduktiv hinsichtlich dem Erhalt oder Aufbau von Gemeindestrukturen. Man hat später nur mehr Bürokratie. Volkskirchen brauchen mehr Spender/innen, noch mehr Ehrenamtliche und demokratische Leitungsstrukturen.

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