Noch vor dem Eröffnungsgottesdienst haben die Verantwortlichen des Kirchentags bei einer Pressekonferenz die Großveranstaltung inoffiziell eröffnet. Dabei machten sie immer wieder deutlich, dass der Glaube ein zentrales Thema bleibt. 

Von Nathanael Ullmann

Direkt zu Beginn setzte der Kirchentagspräsident Hans Leyendecker ein Statement: „Für mich war der Glaube immer wichtig.“ Das sei ein Zentrum des Kirchentags, neben allen politischen Veranstaltungen. Schon als Besucher hätten ihn die religiösen Veranstaltungen immer am meisten interessiert.

Annette Kurschus
Annette Kurschus, Foto: Daniel Wildraut

Der Kirchentag wolle zeigen, wie wichtig Religion in Gemeinschaft sei, sagte Generalsekretärin Julia Helmke. Der Kirchentag wolle erforschen, wie eine Kirche der Zukunft aussehen könne. In der Nordstadt entstände beispielsweise eine Container.Kiez.Kirche. In diesen temporären Räumen aus 29 Containern werde es einen Raum der Stille, einen für die Klage, einen für Inspiration und einen für die Lebensfreude geben. In einem Baumhauscamp gebe es Andachten aus einer anderen Perspektive. „Gott gebe, dass der Kirchentag ein wunderbares Fest des Glaubens wird“, sagte Annette Kurschus, die Präses der gastgebenden Evangelischen Kirche von Westfalen.

Kirchentag der „kurzen Wege“

Neben dem Glauben haben die Verantwortlichen auch die politischen Themen des Kirchentags vorgestellt. Thematisiert wurden beispielsweise der Klimawandel und der politische Rechtsruck. Bereits vorab hatte es heftige Diskussionen darüber gegeben, dass AfD-Politiker explizit nicht zum Kirchentag eingeladen sind „Ich freue mich, dass wir da früh ein Zeichen gesetzt haben“, sagte Leyendecker dazu.

Bereits zum dritten Mal ist der Kirchentag in Dortmund zu Gast. 1963 war die Stadt zum ersten Mal Gastgeber, ein Jahr nach dem Bau der Mauer. 1991, ein Jahr nach dem Fall der Mauer, fand der Kirchentag zum zweiten Mal im Ruhrgebiet statt. Damals allerdings hatte es um Dortmund herum weitere Veranstaltungsorte gegeben. Dieses Mal werde das anders sein. Es werde ein Kirchentag der „kurzen Wege“ sein, sagte Hans Leyendecker, Präsident des Kirchentags.

Der Kirchentag findet vom 19. bis 23. Juni unter dem Motto „Was für ein Vertrauen“ in Dortmund statt. Insgesamt werden 118.000 Teilnehmer erwartet. Auf sie warten 2.399 Veranstaltungen an 223 Veranstaltungsorten.

PK Kirchentag
Von links: Annette Kurschus (Präses westf. Kirche), Hans Leyendecker (Kirchentagspräsident), Sirkka Jendis (Kommunikationschefin Kirchentag), Julia Helmke (Generalsekretärin Kirchentag), Stefan Menzel (Kirchentagspräsidium) / Foto: Daniel Wildraut

4 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Ich persönlich finde man sollte sich explizit mit keiner Partei “einlassen“ oder auf Tuchfühlung gehen. Überall werden in der Politik antichristliche Werte transportiert.

  2. Evangelischer Kirchentag – ein Ort der Ausgrenzung!
    Dabei steht geschrieben: Und es begab sich, als er zu Tisch saß im Hause, siehe, da kamen viele Zöllner und Sünder und saßen zu Tische mit Jesus und seinen Jüngern. Da das die Pharisäer sahen, sprachen sie zu seinen Jüngern: Warum isset euer Meister mit den Zöllnern und Sündern? Da das Jesus hörte, sprach er: Die Starken bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken.
    Man muß die AfD nicht mögen, man muß sie auch nicht wählen, aber sie verstoßen? Ist das wirklich die Nachfolge Christi?
    Dabei sollte man sich immer wieder über eines im Klaren sein: Die AfD ist keine klassisch gewachsene Partei. Sie ist eine Bürgerbewegung und wurde und wird gewählt von ExWählern aller anderen Parteien. Besonders auch aus den „linken“ Lagern. Da gibt es also Menschen die haben es satt zu den Ausgestoßenen zu gehören, die die Schnauze gestrichen voll haben von der Versprechenspolitik, die aber kaum etwas davon hält. Und dann suchen sie nach ihrem Heil und glauben es in der AfD gefunden zu haben. Das muß doch gerade Ansporn sein für alle Christen, mit diesen ehemaligen CDU-Wählern, den Ex-SPD-Wählern wieder ins Gespräch zu kommen. Wenigstens in Kontakt zu bleiben. Aber nein, was macht der evangelische Kirchentag? Er schließt die Türen zu, will ein Zeichen setzen. Will Stärke beweisen gegenüber jenen die suchend umhergehen und kommen um mit Christus an einem Tisch zu sitzen ….. Ist das wirklich klug und weise? Oder ist das nur müder mainstream? Dabei nennt sich ein guter Teil der Evangelischen selbst Protestantisch. Was läge da näher als zumindest mal Verständnis anzubieten?

    • Mit der SED-Nachfolgepartei (Die Linke) hat die Kirche aber keine Probleme. Das nennt man Doppelmoral…
      Die AfD darf, ja sie muss kritisiert werden. Auch gegen Rechtsradikalismus die Stimme zu erheben ist legitim.
      Aber warum schweigen die Kirchen zu den Linksradikalen? Warum nicht die gleiche Positionierung zu der Partei „Die Linke“?

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