Die evangelische Kirchentagspräsidentin für den 3. Ökumenischen Kirchentag, Bettina Limperg, wirbt für den kritischen Dialog mit Mitgliedern, Sympathisanten und Wählern der AfD.

„Wir wollen Menschen erreichen, auch solche, deren Überzeugungen wir schwierig finden oder ablehnen“, sagte sie dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstag). „Dahinter steht ja zumeist keine Boshaftigkeit oder Bösartigkeit, zumindest bei den einfachen Mitgliedern.“ Bei den Funktionären sei sie sich da nicht so sicher, betonte Limperg. Der 3. Ökumenische Kirchentag findet 2021 in Frankfurt am Main statt.

„In der Regel sind es Enttäuschungen, Ängste, Verluste, die Suche nach etwas, das man verloren hat oder verloren glaubt, die Menschen zu radikalisierenden Parteien treiben“, sagte die evangelische Kirchentagspräsidentin, die auch Präsidentin des Bundesgerichtshofs (BGH) ist. Damit müssten sich Christen befassen, hingucken und sich einzufühlen versuchen. Gerade im Osten begegne ihr oft der Vorwurf „Ihr kümmert euch nicht“. „Von uns Christen darf erwartet werden, dass wir uns kümmern“, erklärte Limperg. Sie nehme sich „die Freiheit zum offenen Wort in einem Raum, der nicht Staat und auch nicht Kirche ist“.

Konfessionelle Konflikte nicht zum Hauptthema machen

Innerhalb der Kirchen wird seit Jahren darüber diskutiert, wie man mit rechtspopulistischen Bewegungen in Gemeinden und kirchlichen Gremien umgehen soll. Beim evangelischen Kirchentag im Juni in Dortmund etwa waren AfD-Politiker zu keinem Forum eingeladen.

Mit Blick auf die Ökumene warnte die Juristin davor, konfessionelle Konflikte zum Hauptthema des Ökumenischen Kirchentags zu machen. „Ökumene ist wichtig, aber sie soll und darf nicht die großen, drängenden Fragen unserer Gesellschaft überlagern“, sagte Limperg dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Es gehe nicht darum Konflikte zu negieren oder wegzulächeln. „Ich hielte es für den völlig falschen Ansatz zu sagen: Wir pflegen unsere konfessionellen Gärtchen und sind glücklich, wenn wir den Zaun dazwischen hier und da ein bisschen durchlässiger machen“, erklärte sie. Aber der Erfolg des 3. Ökumenischen Kirchentags „steht und fällt nicht damit, ob wir den Zaun 2021 komplett abgebaut bekommen“. „Das wird uns auch nicht gelingen“, unterstrich Limperg. Vielmehr müsse es darum gehen, Konflikte in aller Klarheit zu benennen und vernünftige Lösungen zu fordern.

Der 3. Ökumenische Kirchentag findet vom 12. bis 16. Mai 2021 statt. Gastgeber sind die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und das katholische Bistum Limburg. Die ersten beiden Ökumenischen Kirchentage gab es 2003 in Berlin und 2010 in München. Zum großen Ökumenetreffen in Frankfurt werden mehr als 100.000 protestantische und katholische Christen sowie Gäste aus aller Welt erwartet.

6 DIREKT-KOMMENTARE

  1. Die AfD verspricht uns ein „Blaues Wunder“. Was halten Sie davon, wenn Ihnen jemand verspricht: „Mit mir wirst du dein Blaues Wunder erleben“???

  2. Ich finde die Haltung von Frau Limperg klasse. Diese Denke liegt bei mir schon länger vor. Klaus von Donayni hat vor einiger Zeit in einer Talkrunde erklärt, dass er es für nicht o.k. findet, dass die Parteien des Bundestages es verhinderten, dass die AfD einen Vizepräsidenten bekommt. Es sei eine demokratisch gewählte Partei, mit der man sich fair und hart auseinandersetzen müsse.

  3. Was ist so besonders an der Partei AfD, dass die evangelische Kirchentagspräsidentin ausdrücklich darauf hinweist, dass sie auch mit dieser Partei in den kritischen Dialog treten will? Es ist doch selbstverständlich, dass die AfD als gesetzlich zugelassene Partei in sämtliche Foren und Gremien gehört. Nur so ist Dialog, Verständigung und auch sachliche Auseinandersetzung möglich. Oder sind die Argumente der AfD so überzeugend, dass man sie nicht widerlegen könnte? Je mehr versucht wird, die AfD als Partei von der Teilnahme an Diskussionen auszuschließen, umso mehr Zuspruch wird sie von Bürgern erhalten, die sich über diese Bevormundung und andere Zumutungen ärgern.

  4. Auf landeskirchlich-protestantischer Seite redet man sich so ein bisschen um das Problem rum. Der Dortmunder Kirchentag wollte ausdrücklich keine AfD-Politiker, war aber für einfache AfD-Mitglieder offen. Aber wozu sollten die kommen, wenn niemand da war, der ihre Anliegen zur Sprache brachte?

    In Wirklichkeit wäre es ohnehin zu keinem Zeitpunkt nötig gewesen, AfD-Politiker einzuladen. Man hätte aber sehr wohl Schriftsteller und Publizisten einladen können, die teils der AfD nahestehen, teils noch in der CDU sind und die die Anliegen der AfD-Mitglieder mindestens ebenso eloquent hätten vertreten können wie die unerwünschten Politiker. (Also Leute wie Michael Klonowsky, Alexander Wendt oder Vera Lengsfeld.)

    Über diese Option hat das Kirchentagspräsidium aber vorsichtshalber gar nicht gesprochen; denn dann wäre man in Argumentationsnot gekommen, warum man diese Leute auch nicht dabei haben will. Das betonte Reden über die AfD-Politiker, die man nicht wollte, war bloß ein Ablenkungsmanöver.
    Mal sehen, wie das auf dem ökumenischen Kirchentag läuft …

  5. Die AfD ist die einzige Partei die man als Christ überhaupt wählen kann. Die AfD kennt die Gefahr die von Antichrist (Mohammed) und seinen Anhängern ausgeht. Die AfD ist die einzige Partei die uneingeschränkt für Israel ist. Die AfD ist die einzige Partei die Homoehe ablehnt, nicht wie die NPD komplett verbieten will, aber sich zur NORMALEN Ehe bekennt. Der AfD sind die eigenen Rentner wichtiger als islamische Einwanderer die nur des Geldes wegen hier sind und ihre eigenen Probleme jetzt hier ausleben.

    Eigentlich sollten alle Parteien AUẞER der AfD ausgeschossen werden.

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