Im vergangenen Jahr hat die „Kirchliche TelefonSeelsorge“ in Berlin und Brandenburg nach eigenen Angaben rund 56.500 Anrufe entgegengenommen. Der Bedarf sei „unverändert groß“, schreibt Pfarrer Justus Münster, Leiter Notfallseelsorge, im Jahresbericht. 2017 waren es 58.000 Anrufe gewesen.

Familiäre Sorgen und Konflikte mit dem Lebenspartner stehen in der Statistik auf Platz eins der Themen, mit denen sich Anruferinnen und Anrufer an die Telefonseelsorge wenden (26 %). Dahinter folgen psychische Überbelastung und Erkrankungen, Depressionen und Ängste (zusammen 24 %), Einsamkeit und Alleinsein mit den Fragen und Schwierigkeiten des Alltags (18 %), schwere körperliche Erkrankungen (18 %), Fragen nach Orientierung und Werten (10 %) und Betreuung und Pflege (8 %). Eine besondere Herausforderung seien emotional besonders berührende Themen wie Trauer und Abschiede (5 %), Gewalterfahrungen (4 %) und Gespräche mit Menschen, die keinen Sinn im ihrem Leben sehen und finden (4 %).

In den Telefonseelsorgestellen Cottbus, Frankfurt (Oder), Berlin und Potsdam arbeiten nach Angaben der Beratungsstelle aktuell 330 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeweils etwa 12 Stunden im Monat. Die meisten Gespräche dauern zwischen 30 und 60 Minuten, heißt es.

Für die Zukunft wünscht sich Münster ein stärkeres Engagement der Seelsorge in den Sozialen Medien. Hier liege ein „gigantisches Netzwerk als Ort vor, den die Seelsorge nicht einmal ansatzweise für sich entdeckt hat.“ Im Amtszimmer könne genauso intensive Seel-sorge stattfinden wie am Telefon oder über Videotelefonie oder Chat am digitalen Endgerät.

Link: Kirchliche TelefonSeelsorge in Berlin und Brandenburg

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